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Grönland-Eis schmilzt dahin

13.04.2004


Gewaltiger Anstieg des Meeresspiegels erwartet



Nach einer im Wissenschaftsmagazin New Scientist vorgestellten Modellstudie des Klimatologen Jonathan Gregory ist das Inlandeis der Insel Grönland im Schmelzen begriffen. Bis das gesamte Eis abgeschmolzen ist, werden allerdings mindestens 1.000 Jahre vergehen. Dann wird der Meeresspiegel global allerdings um etwa sieben Meter ansteigen.



Grönland, die größte Insel der Erde, verfügt über die zweitgrößte Inlandseismasse. Die Ausmaße dieser Eismasse sind gewaltig: Sie ist bis zu 3.000 Meter hoch und enthält 2,85 Mio. Kubikkilometer Eis, das aus der letzten Eiszeit übrig geblieben ist. Die Eisschmelze könnte nach den Untersuchungen des Klimatologen von der University of Reading schon innerhalb der kommenden 50 Jahre beginnen. Und Gregory räumt ein, dass die Schmelze irreversibel sei.

Gregorys Theorie stößt aber bei einigen Expertenkollegen auf nicht viel Gegenliebe: Die steigende Temperatur führt nicht notwendigerweise dazu, dass das gesamte Inland-Eis in Grönland schmilzt. Außer Streit scheint zu stehen, dass Teile des Inland-Eises tatsächlich schmelzen werden, dass aber dadurch der Salzgehalt des Nordatlantik niedriger wird und es zum Kollaps des Golfstroms kommen könnte. Das würde aber wieder bewirken, dass die Temperaturen sinken und dadurch auch das weitere Schmelzen verhindern würden.

Gregorys Warnungen bleiben aber dennoch aufrecht, denn er sieht die Balance zwischen Niederschlägen und abbrechenden Eisbergen gefährdet. Wenn nach den Berechnungen des Klimatologen, der gemeinsam mit Philippe Huybrechts, einem Gletscherforscher der freien Universität von Brüssel arbeitet, die Temperatur um nur drei Grad Celsius im Jahr steigt, dann setzt die Schmelze des Inlandeises ein. Eine solche Schmelze sei dann aber kaum aufhaltbar, da sich dann auch die Niederschlagsmenge verringern werde und sich die Erdoberfläche daher leichter erwärmt. Der NASA-Experte Bill Krabill nimmt an, dass sich das Grönland-Eis bereits jetzt um jährlich etwa 50 Kubikkilometer ausdünnt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

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