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Australien versalzt zunehmend

02.04.2004


Gefahr für Umwelt, Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung



Große Teile Australiens drohen zunehmend zu versalzen. Betroffen davon sind nicht nur die Landwirte, sondern auch die urbane Bevölkerung, denn die Trinkwasserversorgung steht auf dem Spiel. Daneben sind von der Versalzung auch Flüsse und andere Gewässer bedroht, berichtet BBC-Online.



Begonnen hat die Versalzung am Fünften Kontinent mit der Einschleppung europäischer Saaten, deren seichte Wurzelspitzen nicht den Wasserspiegel erreichen konnten. Als Resultat sind die Wasserspiegel danach langsam emporgestiegen und haben dadurch Salze aus dem Untergrund geholt, die den Boden zunehmend versalzen lassen und dadurch weite Landstriche praktisch vergiften. Der BBC-Radioprogramm "Costing the Earth" war am Fünften Kontinent unterwegs, um die Spuren der ökologischen Katastrophe aufzuzeichnen.

Offensichtlich betroffen von der extremen Versalzung sind Eisenbahngeleise, Straßen, Pipelines und Rohrleitungen, die größere Städte wie zum Beispiel Adelaide versorgen. Rohrleitungen und Metallteile korrodieren unter dem hohen Salzgehalt. Bis 2050 schätzen Experten wird das Trinkwasser in einer der größten Städte Australiens nicht mehr genießbar sein. Außerhalb der Städte werden die großen Farmländer von der Bodenversalzung heimgesucht. Bis zur Mitte des Jahrhunderts wird mehr wertvolles Ackerland der Bodenversalzung zum Opfer gefallen sein als an Anbaufläche für Weizen zur Verfügung steht. Schon jetzt sind die traditionellen Wasserstellen der Aborigines durch zunehmenden Salzgehalt unbrauchbar geworden. Schafe verenden wegen des salzigen Trinkwassers und sogar die Weinländer des Barossa Valley sind gefährdet.

Die Angst der Experten geht dahin, dass die Wasserwege wie etwa die des Murray River im Gesamten zu stark salzhaltig werden. 40 Prozent der gesamten Nahrungsmittelproduktion hängen vom Murray River ab. Langsam steigen in dem Flusssystem die Salzwerte. Als einzige Möglichkeit sehen die Bauern nun traditionelle australische Pflanzen, deren Wurzelwerk tiefer geht und die daher das Salz im Boden lassen. Die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation CSIRO sucht daher nach neuen Getreidesorten, bei denen die Salztoleranz höher liegt als bei anderen, herkömmlichen Sorten. Lediglich die Problematik der langsam sterbenden Flüsse bereitet den Experten große Sorgen. Die einzige Möglichkeit, das langsame Sterben dort aufzuhalten, wäre die Beschleunigung des Fließverhaltens.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.csiro.au

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