Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Freiberger Mineralogen rüsten für Antarktis-Expedition

22.01.2001


Forschungsschiff Sonne erkundet erstmals Erzvorkommen
südlich des 60. Breitengrades

Am 9. Februar 2001 verlässt das deutsche Forschungsschiff Sonne unter der Leitung von Wissenschaftlern der TU Bergakademie Freiberg den Hafen von Balboa (Panama) zu einer 48-tägigen Expedition in die Gewässer nördlich der antarktischen Halbinsel. Ziel des Vorhabens ist die detaillierte Untersuchung von hydrothermalen Erzvorkommen im Bereich der sogenannten Bransfield Straße, die 1997 unter Beteiligung der Freiberger Wissenschaftler Dr. Sven Petersen und Dr. Ulrich Schwarz-Schampera von dem deutschen Antarktis-Forschungsschiff Polarstern aus entdeckt wurden. Mit dem der Reedereigemeinschaft Forschungsschifffahrt in Bremen gehörenden Mehrzweckforschungsschiff Sonne wagt jetzt erstmals ein nicht eisgängiges Schiff im Südsommer den Vorstoß in diese Region.

... mehr zu:
»Meeresboden »Meeresforschung »Punta


Das vom Bundesforschungsministerium mit mehreren Millionen DM geförderte Gesamtvorhaben steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Peter Herzig, der im Jahre 2000 für seine Arbeiten über marine Rohstoffvorkommen mit dem renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet wurde. Für Herzig ist es bereits die 17. Expedition dieser Art, wobei etwa die Hälfte davon unter der Flagge der TU Bergakademie Freiberg durchgeführt wurde, die sich hiermit als Institution bereits auch international einen Namen auf dem Gebiet der rohstofforientierten Meeresforschung gemacht hat. Erfahrener Kapitän des Unternehmens ist Hartmut Andresen aus Bremen, der bereits auf mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Forschungsschifffahrt zurückblickt und mit dem die Freiberger Wissenschaftler bereits Untersuchungen und Tauchbooteinsätze vor Papua-Neuguinea und Neuseeland durchgeführt haben. Insgesamt nehmen an der Expedition 25 Wissenschaftler und 30 Mann nautisch-seemännische Besatzung teil.

Erste Station der Forschungsreise SO-155 "Hydroarc" ist der Hafen von Valparaiso/Chile, wo die Anfang Januar von Kiel aus verschifften Container mit wissenschaftlicher Ausrüstung an Bord genommen werden. In Punta Arenas, an der Südspitze von Chile, wird schließlich der Großteil der wissenschaftlichen Fahrtteilnehmer aus Deutschland, Kanada und den Vereinigten Staaten an Bord gehen. Von hier aus wird die Sonne direkten Kurs auf das Arbeitsgebiet nehmen, das am 28. Februar 2001 erreicht werden soll. Für die Vermessung und Kartierung des in dieser Region zum Teil unbekannten Meeresbodens wird das Fächerecholot der Sonne eingesetzt. Die gezielte Beprobung des Meersbodens erfolgt mit kameragesteuerten elektrohydraulischen Großgreifern, eine direkte Meeresbodenbeobachtung wird mit einem sogenannten Fotoschlitten durchgeführt.

Darüber hinaus wird ein Spezialgerät zur Entnahme von Fluidproben am Meeresboden sowie zur Messung der Sedimenttemperaturen eingesetzt. Insgesamt wird sich die Sonne laut Genehmigung des Umweltbundesamtes, das streng über die Einhaltung der im internationalen Antarktisvertrag festgelegten Regeln wacht, 18 Tage im direkten Arbeitsgebiet aufhalten und am 24. März 2001 wieder Punta Arenas erreichen. Die Expedition endet dann am 28. März in Valparaiso, von wo aus das wissenschaftliche Probenmaterial per Luftfracht und Seecontainer zur weiteren Untersuchung nach Freiberg gelangt. Sowohl an der Forschungsfahrt selbst, als auch an den späteren Untersuchungen im Heimatlabor sind auch Studenten aus Freiberg beteiligt.

Weitere Informationen und Bildmaterial:
Prof. Dr. P. Herzig
Lehrstuhl für Lagerstättenlehre und
Leibniz-Labor für Angewandte Meeresforschung
der TU Bergakademie Freiberg
Tel.: 03731-39-2662
Fax: 03731-39-2610
E-Mail: herzig@mineral.tu-freiberg.de

Katrin Apenburg | idw

Weitere Berichte zu: Meeresboden Meeresforschung Punta

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Heidelberger Forscher untersuchen einzigartige Unterwasser-Tropfsteine
24.11.2017 | Universität Heidelberg

nachricht Umrüstung auf LED-Beleuchtung spart Energie und Geld, führt aber zu steigender Lichtverschmutzung
23.11.2017 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie