Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue DFG-Forschergruppe : Warum wurden die Dinosaurier so groß?

13.02.2004


Der sauropode Dinosaurier Brachiosaurus brancai. Herkunft: Afrika, Alter Oberjura (140 Mio. Jahre). Dieses größte montierte Dinosaurierskelett der Welt ist im Naturkundemuseum der Humboldt-Unviersität Berlin zu besichtigen. Der Kopf befindet sich 12 Meter über der Erde.
Foto: W. D. Heinrich


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat an der Universität Bonn eine neue Forschergruppe eingerichtet. Sie geht der Frage nach, warum die vor über 65 Millionen Jahren ausgestorbenen sauropoden Dinosaurier so gigantische Ausmaße annehmen konnten und wie ihre Körper funktionierten. Die Gruppe mit dem Titel "Biology of the Sauropod Dinosaurs: The Evolution of Gigantism" vereint Forscher aus der Paläontologie, Zoologie und Biomechanik von insgesamt acht Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die DFG fördert das Projekt in den nächsten drei Jahren mit 1,4 Millionen Euro.

... mehr zu:
»DFG »Dinosaurier »Paläontologie »Sauropod

Ihre Eier waren oft nicht viel größer als Straußeneier. Was aus ihnen schlüpfte, war dagegen gigantisch: Die sauropoden Dinosaurier übertrafen an Größe und Gewicht alle anderen Landlebewesen, die jemals die Erde bevölkerten - und zwar mit Abstand. Die gewaltigsten von ihnen brachten mit 100 Tonnen soviel Masse auf die Waage wie zehn ausgewach-sene Elefanten oder 1.400 Durchschnittsdeutsche.

"Die Körpergröße ist das fundamentalste Merkmal, das die Ökologie eines Tieres bestimmt", erklärt Privatdozent Dr. Martin Sander. Der Bonner Paläontologe koordiniert das Projekt, an dem neben der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität auch die Hochschulen aus Berlin, Bochum, Flensburg, Lausanne, München, Tübingen und Wien beteiligt sind. "Zunächst wollen wir vor allem die Biologie der Riesensaurier besser verstehen", erklärt Sander. Dazu wollen die Wissenschaftler unter anderem die Wachstumsrate der gigantischen Tiere bestimmen. Physikalisch-chemische Analysen von Knochen-funden lassen Rückschlüsse auf ihre Nahrung zu; andere Teilprojekte gehen z. B. der Frage nach, wie effizient die Atmung der Landbewohner funktionierte.


Mit einer Art "künstlichem Magen" wollen die Forscher zudem errechnen, wie gut damals die Nährstoffzufuhr der Pflanzenfresser war. Heute nimmt man an, dass sie sich vor allem von Gingko und anderen Pflanzen ernährten, die heute auf der Speisekarte der meisten Tiere fehlen. "In Fermentationskammern wollen wir Material von derartigen Pflanzen ’verdauen’ und so überprüfen, wieviele Nährstoffe und Kohlenhydrate sie lieferten", erklärt Dino-Forscher Sander. Die Wissenschaftler hoffen so unter anderem zu erfahren, wieviel Energie die Sauropoden mit der Nahrung aufnehmen konnten, wieviel sie aber andererseits für Bewegung, Vermehrung, Wachstum und Atmung wieder verbrauchten.

Vielleicht beantwortet das Projekt so auch die Frage, warum der Gigantismus im Tierreich eine Sackgasse war und die Ära der Riesen-Dinos vor 65 Millionen Jahren plötzlich zu Ende ging.

Bilder zu dieser Pressemitteilung gibt’s im Internet unter http://www.uni-bonn.de >> Aktuelles >> Presseinformationen.


Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. Martin Sander
Institut für Paläontologie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3105
E-Mail: martin.sander@uni-bonn.de


Frank Luerweg | Uni Bonn
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/Aktuelles/Presseinformationen/2004/070.html

Weitere Berichte zu: DFG Dinosaurier Paläontologie Sauropod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Zeppelin, Drohnen und Forschungsschiffe untersuchen Wattenmeer und Elbe
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik