Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Messsystem zum Nachweis von lokalen Kaltluftabflüssen

17.08.2000


Geowissenschaftler der Universität Trier entwickelten neues Messsystem zum Nachweis von lokalen Kaltluftabflüssen

Die Arbeitsgruppe Klima Luft Lärm der Universität Trier im Fachbereich VI, Physische Geographie unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Alexander hat im Rahmen eines Forschungsprojektes der Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation ein innovatives Verfahren zur Messung von Kaltluftabflüssen durch Tracergasexperimente entwickelt. Lokale Kaltluftabflüsse können entscheidend zur Verbesserung der bioklimatischen und lufthygienischen Situation der Innenstädte beitragen und müssen in der kommunalen Planung berücksichtigt werden. Besonders Kinder, ältere und kranke Menschen empfinden Hitze, Schwüle und Luftverunreinigungen als Belastung, die bis hin zu Schlafstörungen und Kreislaufproblemen führen können.

Bei sommerlichen Hochdruckwetterlagen tritt der Effekt der städtischen Wärmeinsel besonders stark hervor, weil sie mit geringen Windgeschwindigkeiten verbunden sind. An solchen Tagen tragen lediglich lokale Kaltluftabflüsse zu einer Abkühlung der Innenstädte bei und mindern die Belastung. Aus diesem Grunde muss in der Planung berücksichtigt werden, dass geeignete Luftleitbahnen vom Umland in die Innenstädte führen und diese von Bebauung und Schadstoffquellen frei gehalten werden.

Das Forschungsprojekt der Universität Trier hatte das Ziel, die bisherigen messtechnischen Möglichkeiten zum Nachweis solcher planungsrelevanter Kaltluftabflüsse für Städte in Rheinland-Pfalz zu verbessern. Dieses Ziel wurde durch die Anwendung eines völlig ungefährlichen und sich chemisch nicht verändernden (inerten) Gases, einem sogenannten "Tracer", erreicht, der zur Messung in die Luftströmung eingebracht wird. Neu ist, dass die Ausbreitung der Kaltluft mit einem Probennahmesystem an einem Fesselballon, mit einem fahrbaren Gaschromatographen in einem Messwagen und mit Sammelkoffern für Luftproben an mehreren Messstandorten in einer zeitlichen und räumlichen - quasidreidimensionalen - Auflösung erfolgt. Somit lassen sich Informationen über das Strömungs- und Ausbreitungsverhalten von lokalen Windsystemen in einer bisher nicht erreichten Auflösung gewinnen. Konventionelle Methoden waren bisher nur bedingt in der Lage, den Abflusscharakter einer schwachen Luftströmung zu erfassen oder zu modellieren. Mit Hilfe dieser neuen Methode ist es möglich, auch solche Kaltluftabflüsse zu bewerten, die in differenziertem Gelände auftreten und aufgrund der komplexen Gebäudestrukturen in Städten ein räumlich unterschiedliches Verhalten im Hinblick auf die Minderung der Temperaturen und die Verbesserung der Luftqualität aufweisen. Am Beispiel unterschiedlicher Untersuchungsräume in Trier und Ludwigshafen und anhand konkreter Fragestellungen wurde das System erfolgreich erprobt und zu einer Messmethodik vervollständigt.

Die Entwicklungen, die Ergebnisse der über zweijährigen Geländearbeiten und deren Interpretation wurden kürzlich veröffentlicht in: Dr. Axel Eggert Dreidimensionale SF6-Tracergasmessung als Methodik zum Nachweis von lokalen Luftströmungen für die planungsorientierte Stadtklimatologie - Systementwicklung und Anwendungsbeispiele aus Trier und Ludwigshafen. Dissertation FB VI, Geographie/Geowissenschaften
Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter AG_KLL@uni-trier.de.

PRESSEMITTEILUNG
UNIVERSITÄT TRIER
Herausgegeben von der Pressestelle
Leitung: Heidi Neyses
54286 Trier
Telefon: 06 51/2 01-42 39
Fax: 06 51/2 01-42 47

Heidi Neyses | idw

Weitere Berichte zu: Kaltluftabfluss Luftströmung Messsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht AWI-Forscher messen Rekordkonzentration von Mikroplastik im arktischen Meereis
25.04.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas
20.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics