Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schweden und Deutsche wollen gemeinsam in der Höhe forschen

10.12.2003


Eine Texus40-Forschungsrakete beim Start vom schwedischen Raketenstartgelände Esrange bei Kiruna.


Am 8. Dezember 2003 haben die Swedish Space Corporation AB (SSC), die Schwedische Raumfahrt-Organisation mit Sitz in Kiruna und Hauptverwaltung in Solna bei Stockholm, Schweden, und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Sitz in Köln, Deutschland, ein Kooperations-Abkommen abgeschlossen. Die neue Vereinbarung soll die langjährigen Beziehungen zwischen Esrange, dem Europäischen Startgelände für Höhenforschungsraketen und Ballone der SSC in Kiruna in Nord-Schweden und Moraba, der Mobilen Raketen-Basis des DLR in Deutschland, intensivieren. Das Startgelände SSC Esrange European Space Range liegt in der Region Norbotten in Nordschweden. Diese Startbasis grenzt mit ihrem Gebiet an Norwegen und Finnland in der Region Lapplands. Die Bereiche der Zusammenarbeit umfassen die Systementwicklung für Höhenforschungsraketen, die Planung, Startvorbereitung und Startdurchführung von Höhenforschungs-Raketen und Ballonen für wissenschaftliche Forschung bei Hochatmosphären-Physik, Aeronomie, Astronomie und Mikrogravitationsforschung. Die SSC betreibt die European Space Range "Esrange“ in Kiruna in Schweden, und das DLR stellt suborbitale Dienste durch seine Mobile Raketen-Basis "Moraba“ bereit. Beide Organisationen, SSC und DLR, werden nach dieser Vereinbarung durch Koordination ihrer Aktivitäten ihre beidseitigen Beziehungen fortsetzen und weiterentwickeln. Das Abkommen wurde von Claes-Göran Borg, dem Präsidenten der SSC, und Prof. Dr. Sigmar Wittig, dem Vorsitzenden des Vorstandes des DLR, unterzeichnet.

... mehr zu:
»Höhenforschungsrakete »Moraba »SSC

Forschung im Bereich der Hochatmosphären-Physik wird für Wissenschaftler in Europa und weltweit mehr und mehr bedeutsam für das Verständnis der Zusammenhänge bei der Bildung des Ozon-Loches über den Polkappen der Erde und auch bezüglich der Effekte und Zusammenhänge der globalen Erwärmung. Esrange liegt hierzu geographisch vorteilhaft in der Nordregion Schwedens, um derartige Forschung mit Höhenforschungsraketen und Ballonen in der Polarregion zu unterstützen. Das Esrange Höhenforschungs- und Ballon-Department und DLR´s Moraba werden zukünftig solche Starts einschließlich der flugdynamischen Analysen, der Bergung, der Datenerfassung und Auswertung gemeinsam vorbereiten und durchführen.

Mikrogravitationsforschung mit Höhenforschungsraketen ist ein klassisches Forschungsfeld auf Esrange. Experimentelle Forschung im Bereich der Mikrogravitation ist ein wichtiges Hochtechnologiewerkzeug zur Erforschung von physikalischen Zusammenhängen bei Material- und Werkstoff-Forschung, in der Biomedizin, der Verfahrenstechnik und der Flüssigkeitsdynamik, um einige zu nennen. Kurzzeit-Schwerelosigkeits-Experimente auf Parabelflügen mit Höhenforschungsraketen werden nach erfolgtem Fluge und der Landung der Nutzlast auf dem Gebiet von Esrange geborgen und zur wissenschaftlichen Auswertung der Experimente ins Labor gebracht. Dadurch sind auch besonders ökonomische Forschungsmöglichkeiten im Vorlauf und zur Qualifizierung von Experimenten auf der Internationalen Raumstation ISS geboten. Das europäische Modul COLUMBUS als wesentlicher europäischer Beitrag zur Internationalen Raumstation ist vor allem auch für Forschung auf dem Gebiet der Schwerelosigkeit vorgesehen. Hierbei werden Esrange und Moraba in der Zukunft durch Wissenschaftler aus ganz Europa im Rahmen des „Esrange-Andoya-Special-Project“ in Anspruch genommen. Deutschland war von Beginn an Mitglied dieses zwischenstaatlichen Übereinkommens. Weitere Teilnehmer sind Frankreich, die Schweiz, Norwegen und Schweden. Deutschland hat nun zugestimmt, seine Mitgliedschaft zu verlängern.


SSC Esrange ist Eigentümer und Betreiber der "European Space Range" und verfügt über die für den Betrieb der Starteinrichtungen, des Startbetriebes, für die Kontrolle und Bahnvermessung von Höhenforschungsraketenflügen und Ballonen erforderliche Kompetenz, Kapazität und Leistungsfähigkeit. DLR Moraba ist Systementwickler und verfügt über die Leistungsfähigkeit zur Organisation und Durchführung von Höhenforschungsraketenflügen und zur Entwicklung von Höhenforschungsraketen- und Ballon-Startsystemen sowie mobilen Starteinrichtungen. In der erneuerten Zusammenarbeit werden die beiden Organisationen, SSC Esrange Sounding Rocket Department und DLR Moraba, das Management von SSC Esrange Division und DLR Moraba gemein-sam koordinieren, während die rechtliche, administrative und personelle Verantwortung unabhängig bei den jeweiligen Organisationen verbleibt.

Diese Koordination soll komplementäre technische Aktivitäten der Kooperationspartner erleichtern. DLR und SSC werden die Dienste unter einer gemeinsamen Marke "EURO LAUNCH, die vereinten Startdienste von SSC Esrange und DLR Moraba“ für die Startdienste bei Höhenforschungsraketen und Ballonen anbieten und streben gleichzeitig an, ihre Dienste als "End-To-End-Service" zu vermarkten. Beide Einrichtungen Esrange und Moraba sind seit den 70er Jahren auf dem Gebiet der Startdienstleistungen für Höhenforschungsraketen und Ballonen tätig und bieten Startdienste für Wissenschaftler in Europa und weltweit an. Mit der Konsolidierung beider Leistungen soll die Effizienz für wissenschaftlich-technische Anwendungen, die Personalkompetenz und die logistische und infrastrukturelle Leistungsfähigkeit verbessert werden und dies bei verbesserter Wirtschaftlichkeit der hierfür notwendigen Aufwendungen für Wissenschaftler und Raumfahrt-Organisationen in Europa und weltweit in der Zukunft. Diese Leistungsfähigkeit soll Wissenschaftlern weltweit helfen, deren Forschungsziele wirtschaftlicher zu erreichen. DLR Moraba ist eine operative Abteilung in der Hauptabteilung "Raumflugbetrieb und Astronautentraining“ des DLR-Standorts Oberpfaffenhofen.

Hans Ulirch Steimle | DLR
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de

Weitere Berichte zu: Höhenforschungsrakete Moraba SSC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie