Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorhersage von Erdrutschen aus den klimatischen Auswirkungen auf Flüsse

30.09.2003


Die Universität von Newcastle upon Tyne hat ein Flussbecken-Modellierungssystem erfolgreich zur Abschätzung möglicher Auswirkungen künftiger Veränderungen des Klimas und der Landnutzung eingesetzt.



Erdrutsche können nicht nur erhebliche Sachschäden verursachen, sondern auch Menschenleben fordern. Inzwischen befürchten viele Experten, dass Veränderungen des Weltklimas in einigen Regionen die Wahrscheinlichkeit für Erdrutsche steigen lassen. Auch eine veränderte Landnutzung kann den Materialtransport und damit die Wahrscheinlichkeit für Erdrutsche beeinflussen.



Landnutzungsplaner, regionale Planungsbehörden und andere Stellen sind daher auf geeignete Hilfsmittel angewiesen, um Prognosen für den Materialtransport erstellen und das Erdrutschrisiko abschätzen zu können. Noch hilfreicher wäre freilich ein Tool, das Vorhersagen über die Auswirkungen von Veränderungen des Klimas, der Landnutzung oder anderer Faktoren liefern kann. In einem von der Europäischen Union mitfinanzierten Forschungsprojekt wurde deshalb gezielt versucht, die Leistungsfähigkeit bestehender Flussbecken-Simulationsmodelle so zu steigern, dass sie Antworten auf diese Fragen liefern.

Im Projekt DAMOCLES wandten die Forscher das SHETRAN-Modell auf zwei berühmte europäische Bergregionen an, nämlich die Alpen und die Pyrenäen. Besonders die Komponente zur Simulation der Sedimentergiebigkeit auf der Grundlage experimenteller Ergebnisse konnte entscheidend verbessert werden. Dazu wurde SHETRAN für die beiden interessierenden Regionen konfiguriert und gestartet. Als Eingangsdaten für das Modell dienten verschiedene Werte für das künftige Klima sowie Landnutzungsparameter.

Die DAMOCLES-Endanwender konnten so die vom Modell für die verschiedenen Fallstudien gelieferten Daten mit Hilfe spezieller Matrizen vergleichen. Mit diesen Informationen gerüstet, können Endanwender wie z.B. regionale Planungsbehörden fundierte Entscheidungen über die Vorgehensweise bei der Entwicklung treffen und so die Risiken und mögliche wirtschaftliche Einbußen minimieren.

Die Universität von Newcastle upon Tyne steht für weitere Simulationen mit SHETRAN, aber auch zur Unterweisung von Interessenten im Umgang mit diesem leistungsstarken Tool zur Verfügung. Soweit bekannt, gibt es gegenwärtig keine anderen Modelle, die es bei der Simulation von Flussbecken von bis zu 500 Quadratkilometern Größe mit den Leistungen von SHETRAN aufnehmen können.

Kontakt

BATHURST, James (Dr)

University of Newcastle upon Tyne
Reader in Erosion and Sediment Transport
School of Civil Engineering and Geosciences, University of Newcastle upon Tyne
NE1 7RU
Newcastle upon Tyne
UNITED KINGDOM
Tel: +44 191 222 6333
Fax: +44-191-2226669
E-Mail: j.c.bathurst@ncl.ac.uk

| ctm
Weitere Informationen:
http://www.ncl.ac.uk
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=123692003-9-30&DOC=1&TBL=DE_OFFR&RCN=EN_RCN:1228&CALLER=OFFR_O_BUSI_DE

Weitere Berichte zu: Landnutzung Materialtransport SHETRAN Vorhersage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Open Science auf offener See
19.01.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Bisher älteste bekannte Sauerstoffoase entdeckt
18.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie