Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue europäische Wettersatelliten sollen Vorhersagen verbessern

30.09.2003


Extreme Hitze, heftige Gewitter und Jahrhundertflut: Die Unwetter in den vergangenen Jahren haben in ganz Europa erhebliche Schäden angerichtet. Waldbrände in Portugal, Überschwemmungen in Deutschland oder der Zusammenbruch der Stromversorgung auf Mallorca zeigen, dass eine Verbesserung der Wettervorhersagen sowie eine umfassende Erforschung des Klimas dringend notwendig sind. Die europäische Organisation für meteorologische Satelliten (EUMETSAT) aus Darmstadt will mit einer neuen Generation von Satelliten die europäische Wettervorhersage revolutionieren.



«Diese neue Generation von Wettersatelliten wird uns mehr Informationen über die Atmosphäre und die Ozeane und damit verlässlicheres Ausgangsmaterial für Wettervorhersagen liefern», sagte EUMETSAT-Generaldirektor Tillmann Mohr am Montag in Weimar. Dort beraten noch bis zum Freitag auf einer Konferenz rund 200 Teilnehmer aus etwa 30 Ländern über die Zukunft des europäischen Programms für Wettersatelliten sowie neue meteorologische Anwendungen. EUMETSAT stellt nach eigenen Angaben für 18 europäische Staaten meteorologische Satelliten her und unterhält sie.



Der erste Satellit der neuen Generation MSG (Meteosat Second Generation) wurde bereits Ende 2002 zur Erdbeobachtung in die Umlaufbahn gebracht. Nach Abschluss der Testphase am 19. Dezember soll er Anfang nächsten Jahres das Vorgängerprogramm ablösen. Zu den Nutzern der MSG-Daten gehört auch der Deutsche Wetterdienst in Offenbach (DWD).

Als führendes Mitglied eines Konsortiums von fünf europäischen Wetterdiensten werden die Offenbacher Anfang 2004 mit der Auswertung dieser Satellitendaten für Langzeitbeobachtungen des Klimas beginnen, kündigte DWD-Präsident Udo Gärtner an. Die Schaffung und Auswertung langfristig angelegter Datenreihen werde auch unmittelbar Einfluss auf künftige umweltpolitische Entscheidungen haben, betonte Gärtner.

«Unsere neue Technologie wird Menschen anders über das Wetter denken lassen - nicht zuletzt wegen der viel genaueren Kurzvorhersagen», sagte Mohr und verwies auch auf die Vorteile der MSG-Satelliten. Sie lieferten im Vergleich zu bisherigen Satelliten das 20-fache an Daten und könnten Bilder von Europa, Afrika sowie von benachbarten Kontinenten und Ozeanen doppelt so oft senden - alle 15 statt alle 30 Minuten. «Langfristig gesehen werden die vom MSG-System gelieferten verbesserten Wetterdaten Leben und Geld retten», sagte Mohr. Wetterexperten könnten dann gezieltere Aussagen zur Entwicklung von Nebel machen, Schneefall, schwere Stürme und vulkanische Aktivitäten vorhersagen.

Mit den insgesamt vier geplanten Satelliten des MSG-Programms sei die Kontinuität der Wetter- und Klimabeobachtung mit europäischen geostationären Satelliten bis etwa zum Jahr 2018 gesichert, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Iris Gleicke. Deutschland sei 2003 mit einem Anteil von 22,7 Prozent am Budget von EUMETSAT der wichtigste Beitragszahler. Das entspreche rund 53 Millionen Euro, die im DWD-Etat ausgewiesen seien. Angesichts des hohen Nutzens der Wettersatelliten sei das eine zukunftsweisende Investition. «Dieses Engagement stellt die Bundesregierung - trotz aller Sparzwänge - nicht in Frage», versicherte Gleicke.

Annett Markschat | pro-physik.de
Weitere Informationen:
http://www.eumetsat.de

Weitere Berichte zu: Klima Satellit Wetterdienst Wettersatellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Seltener Weizenfund in bronzezeitlicher Lunch-Box aus dem Schweizer Hochgebirge
26.07.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Grossmäuliger Fisch war nach Massenaussterben Spitzenräuber
26.07.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops