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Riesenammonit mit Weichkörper

30.07.2002


Rekonstruktion des Riesenammoniten im Geologisch-Paläontologischen Museum der Universität Münster

Ein lebensgroßes Modell eines Riesenammoniten mit Weichkörper ist seit neustem im Kreidezeit-Raum des Geologisch-Paläontologischen Museum der Universität Münster zu bestauen. Mit dieser 1,65 mal 2,20 Meter großen Reproduktion aus Kunstharz sind nach Angaben von Museumsleiter Dr. Markus Bertling wohl weltweit erstmalig die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Weichkörper dieser ausgestorbenen Tintenfische plastisch umgesetzt worden. Es handelt sich dabei um das "Gesellenstück" von Paul Robert Keppner, Auszubildender zum Geologisch-Paläntologischen Präparator.

Die Rekonstruktion des Riesenammoniten, wie er bei Dülmen gefunden wurde, beruht auf den Angaben des bekanntesten deutschen "Ammonitologen", Prof. Dr. Helmut Keupp aus Berlin. Erst seit wenigen Jahren ist bekannt, dass nicht eine Vielzahl langer Tentakeln das äußere Bild der Ammoniten bestimmte, sondern nur sechs oder acht recht kurze fleischige Arme - ganz anders als beim bisher meist als lebendes Gegenstück herangezogenen "Perlboot" (Nautilus, ein Kopffüßer des Pazifiks).

Ammoniten gehören wie die heutigen Tintenfische (Sepien, Kalmare, Kraken etc..) zu den Kopffüßern. Trotz ihrer schneckenartigen Gehäuse sind sie nicht näher mit den Schnecken verwandt; sie gehören jedoch wie diese zu den Weichtieren. Mit der neuen Rekonstruktion wird deutlich sichtbar, wie wenig diese Tiere Schnecken ähnelten. Sie haben über etwa 180 Millionen Jahre die Meere des Erdmittelalters bevölkert, bis sie kurz vor dem Ende der Kreidezeit vor etwa 65 Millionen Jahren ausstarben. In den Ablagerungen aus der Kreidezeit, die zum Beispiel das gesamte Münsterland unterlagern und in den Kalksteinbrüchen am Teutoburger Wald abgebaut werden, sind sie jedoch allgemein recht häufig. Als Versteinerung findet man in der Regel nur ihre spiralig aufgerollte Kalkschale; nur unter ganz besonderen Bedingungen können sich ausnahmsweise Reste des Weichkörpers erhalten. Daher rührt die geringe Kenntnis der Anatomie dieser Tiere, obwohl sie eine sehr wichtige Fossilgruppe darstellen.

Der erste und bisher weltweit größte Riesenammonit (Parapuzosia seppenradensis) der Kreidezeit wurde vom Gründer des münsterschen Zoos, Professor Hermann Landois, in Seppenrade gefunden. Von der gleichen Art konnten nochmals vor einigen Jahren bei Dülmen wenige Exemplare geborgen werden, die jetzt im münsterschen Naturkundemuseum aufbewahrt werden. Eines davon bildete die Vorlage für das Modell im Geologisch-Paläontologischen Museum. Dort kann es neben den vielen anderen interessanten Exponaten zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden, und zwar dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Geomuseum/

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