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Notebook-Netzwerk dient als Erdbeben-Warnsystem

06.05.2008
Bewegungssensoren in Laptops zu seismischer Forschung genutzt

Ein Team von kalifonischen Forschern hat ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Notebooks zur Erdbebenüberwachung eingesetzt werden. Die Wissenschaftler wollen dafür ein Netzwerk aus Laptops aufbauen, die einen Bewegungssensor integriert haben. Das "Quake-Catcher Network" (QCN) wollen die Forscher schließlich als günstige Variante eines seismologischen Sensorsystems zur Beobachtung von Erdbeben nutzen. Im Erdbeben-gefährdeten Kalifornien wollen die Forscher somit ein zusätzliches Überwachungsnetz aufbauen, um seismische Aktivitäten besser verstehen zu können.

Vom Prinzip her ist das Erdbebennetzwerk ähnlich aufgebaut wie das Forschungsprojekt SETI@home, mit dem nach außerirdischem Leben gesucht wird, oder Folding@home, bei dem verteilte Rechnerlasten zur medizinischen Protein-Forschung eingesetzt werden. Die Projekte verwenden Rechner, die mit dem Internet verbunden sind, um wissenschaftliche Berechnungen durchzuführen. Die Computer holen sich sobald sie sich im Leerlauf befinden, wissenschaftliche Daten von einem Server, verarbeiten sie und senden die Ergebnisse zurück an die Universität. Beim Erdbeben-Netzwerk werden laufend jene Daten ausgewertet, die der Beschleunigungssensor des Notebooks liefert.

Beschleunigungssensoren werden in Laptops genutzt, um die Festplatte vor Beschädigungen zu schützen. "Der Sensor misst die Geschwindigkeitserhöhung des Notebooks und schützt damit vor allem die Festplatte, sollte der Computer vom Tisch fallen oder sonst zu Boden stürzten", erklärt Matthew Kohut, Konkurrenz-Analyst bei Lenovo, gegenüber pressetext. In diesem Fall werde der Lesekopf der Festplatte sofort in eine Parkposition gebracht und kann somit die Oberfläche der Magnetplatten nicht mehr beschädigen. Diese Schutzfunktion ist mittlerweile in aktuellen Notebooks verschiedener Hersteller verbaut, darunter auch Acer oder Hewlett-Packard.

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Bei den Notebooks im Quake-Catcher Network werden diese laufend aufgezeichnet und von einer entsprechenden Software analysiert. Schwache Vibrationen, wie Bewegungen des Tisches oder vorbeifahrende Autos, ignoriert die Applikation dabei. Werden jedoch Stöße registriert, die von einem Erdbeben stammen, so leitet das Programm diese Informationen gemeinsam mit der IP-Adresse und den Nutzerdaten an den Server weiter. Derzeit befindet sich das Projekt noch in einer Testphase und es wurden erst wenige Computer zusammengeschlossen. Funktionsfähige Software bieten die Forscher derzeit für Apple-Computer an, die 2005 oder später verkauft wurden. Die Sensoren, die in Rechnern anderer Hersteller integriert sind, sollen über eine eigene Applikation künftig ebenfalls eingebunden werden können.

Die Wissenschaftler wollen somit kontinuierlich ein großes Netzwerk von Computern aufbauen, die über ein großes Gebiet verstreut sind. Selbst Desktoprechner können prinzipiell eingebunden werden. Dazu haben die Forscher angekündigt einen entsprechenden Sensor in Form eines USB-Sticks anzubieten, der in Verbindung mit dem seismologischen Programm selbst Stand-PCs in Erdbeben-Messstationen verwandeln kann. Das in Kalifornien vorhandene System von hochsensiblen Seismographen soll durch das QCN freilich nicht ersetzt werden. Vielmehr dient es zur Verbesserung der Abdeckung mit Sensoren. Des weiteren könnte die Software auch in der schulischen Erziehung eingesetzt werden, denn das Programm biete anschauliches Material über seismische Aktivitäten in der unmittelbaren Umgebung, so die Wissenschaftler.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://qcn.stanford.edu

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