Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biblische Flut-Hypothese gerät ins Wanken

17.06.2002


daac.gsfc.gov

Ein internationales Geologenteam unter der Leitung von Jun Abrajano bestreitet die Entstehung des Schwarzen Meeres (Bild) bei der biblischen Sintflut. 1996 hatten Meeresforscher behauptet, das Schwarze Meer habe sich vor etwa 7.500 Jahren gebildet, nachdem das Mittelmeer am Bosporus durchbrach und das dahinter liegende Land überflutete. Dies sollte der geschichtlich wahre Kern hinter der Sintflut-Erzählung der Bibel sein. Nach Sediment-Untersuchungen vermutet nun Abrajano vom Rensselaer-Polytechnikum in Troy, dass es bereits vor 10.000 Jahren eine Verbindung zum Mittelmeer gegeben hat. Der Wasserspiegel im Schwarzen Meer sei nur langsam angestiegen. Von einer Flut könne keine Rede sein.

Die Meeresforscher William Ryan und Walter Pitman hatten 1996 ein Buch mit der so genannten Noah-Flut-Hypothese veröffentlicht. Die Forscher hatten am Grund des Schwarzen Meeres 7.500 Jahre alte Süßwassermuscheln entdeckt. Daraus schlossen sie nach Berichten des Nachrichtendienstes ddp, dass an der Stelle des Schwarzen Meeres früher einmal ein vergleichsweise kleiner Süßwassersee existiert hatte, der keine Verbindung zum salzigen Wasser des Mittelmeeres hatte.

Da der See unterhalb des Meeresspiegels lag, muss es schließlich zu einer Katastrophe gekommen sein, nachdem sich das Mittelmeer einen Weg ins Landesinnere gebahnt hatte (geografische Karte im Web). Nach Überlegungen der Forscher hat sich damals das Meerwasser mit einer Gewalt in das heutige Schwarze Meer ergossen, die etwa der von 200 Niagara-Fällen entspricht.

Um die These zu überprüfen, hat der Geologe Abrajano Sedimente im Marmarameer zwischen dem Bosporus und den Dardanellen untersucht. Seine Beobachtungen lassen darauf schließen, dass es schon sehr viel früher Salzwasser im Landesinneren gegeben hat. Auch er glaubt, dass der Wasserspiegel des Schwarzen Meeres allmählich angestiegen ist. Allerdings kam es dabei nicht zu einer Katastrophe. Seiner Vorstellung nach hat es etwa 8.000 Jahre gedauert, bis der Wasserspiegel sein heutiges Niveau erreicht hatte. Im Laufe des Jahres soll Abrajanos Forschung in dem internationalen Forschungsjournal Marine Geology veröffentlicht werden.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.rpi.edu/
http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/maps/tu-map.jpg
http://www.elsevier.com/locate/issn/00253227

Weitere Berichte zu: Flut-Hypothese Meeresforscher Mittelmeer Wasserspiegel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie