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Forschungsmittel für eine 150 Meter tiefe Bohrung im Krater des Rodderberg-Vulkans südlich der Stadt Bonn erhielt jetzt ein Geowissenschaftler- Team zugesprochen, an dem Forscher der Universität Bayreuth beteiligt sind.
Ziel der Bohrung ist es, einen Beitrag zu Vulkanismus und Klimageschichte des Rheinlands und Mitteleuropas und zu geophysikalischen und hydraulischen Parametern von Löss und seinen Derivaten zu liefern.
Das Steinmann-Institut der Universität Bonn hat zusammen mit dem Geologischen Dienst NRW in Krefeld und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), Hannover, Forschungsmittel für die Bohrung im Explosionstrichter des Rodderberg-Vulkans für das Jahr 2011 zugesprochen bekommen. Wissenschaftler der drei Institutionen hatten gemeinsam mit Experten der Universitäten Bayreuth, Braunschweig, Bremen und Köln einen Förderantrag für dieses Forschungsvorhaben gestellt und sich gegen mehrere Konkurrenzvorschläge durchgesetzt.
„In meiner Zeit als Professor für Physische Geographie in Bonn hat auf meine Anregung hin das damalige Geologische Landesamt Nordrhein-Westfalen eine erste, 55 Meter tiefe Forschungsbohrung im Krater des Rodderberg-Vulkans abgeteuft“, sagt Professor Dr. Ludwig Zöller, Inhaber des Lehrstuhls für Geomorphologie an der Universität Bayreuth. Zöllers heutiger wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Ulrich Hambach, hatte damals im Auftrag des Landesamtes gesteinsphysikalische und farbspektrometrische Messungen an den Bohrkernen durchgeführt, die zu einem ersten Zeitmodell der Sedimentfüllung führten. Seitdem hat der Lehrstuhl Geomorphologie darauf hingearbeitet, eine weitere und diesmal tiefere Forschungsbohrung im Rodderberg-Krater anpacken zu können. „Unser Hauptinteresse liegt in der Verbesserung der Alterseinstufung des Geoarchivs Rodderberg“, so der Bayreuther Universitätsprofessor.
An den Bohrkernen aus 150 Metern Tiefe, die aus dem Krater ans Tageslicht gebracht werden und vermutlich mindestens 200.000 Jahre Klimageschichte beinhalten, sollen Messungen zur zeitlichen Einstufung und zur Umweltrekonstruktion stattfinden, erklärt Dr. Ulrich Hambach. Am Lehrstuhl für Geomorphologie werden dafür so genannte Lumineszenzdatierungen vorgenommen, die unmittelbar Informationen über das Alter der Gesteine liefern sollen. Hambach wird im Labor für Paläo- und Umweltmagnetik (PUM), das am Lehrstuhl für Geomorphologie angesiedelt ist, an dem Material Messungen zur Rekonstruktion der zeitlichen Änderungen des Erdmagnetfeldes sowie gesteinsmagnetische Analysen durchführen. Diese Arbeiten sind Teil eines Verbundprojektes mit Dr. Christian Rolf vom Magnetiklabor des (LIAG) in Grubenhagen bei Einbeck. Die Forscher erwarten davon auch Rückschlüsse auf die Änderungen des Klimas in der Vergangenheit.
Ein weiterer Bayreuther Forscher, Dr. Guido Wiesenberg von der Agrarökosystemforschung, untersucht an den Bohrkernen bio-geochemische molekulare Marker, deren Analyse Rückschlüsse auf die Vegetation im Umfeld des Kraters sowie auf die Fauna und Flora im Kratersee ermöglichen.
Vor wenigen Tagen fand im Steinmann-Institut der Universität Bonn ein Workshop statt, auf dem die unterschiedlichen Forschungsansätze der beteiligten Gruppe koordiniert wurden. Die Bohrung soll 2011 beginnen.
Frank Schmälzle | Quelle: Universität Bayreuth
Weitere Informationen: www.uni-bayreuth.de
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