Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auswirkungen des Klimawandels auf die Abflüsse des Rheins

14.10.2010
Forschungsprojekt „RheinBlick2050“ präsentiert Ergebnisse

Seit Anfang 2008 haben Mitarbeiter der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in einer international besetzten Gruppe von Hydrologen und Meteorologen der Internationalen Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR) an der Fragestellung gearbeitet, wie sich ein zukünftiger Klimawandel auf das Abflussverhalten des Rheins und seiner großen Nebenflüsse auswirken könnte.

Die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes mit dem Kurztitel "RheinBlick2050" werden im Rahmen eines Kolloquiums am 13. und 14. Oktober 2010 in Bonn vorgestellt.

„Vorhersagen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen“ so ein geflügeltes Wort von Karl Valentin. Entsprechend dieser Grundidee wurde zwischen acht beteiligten Forschungsinstituten aus fünf Staaten ein Vorgehen abgestimmt, die Bandbreite möglicher zukünftiger Entwicklungen aufzeigen. Auf Grundlage der für Mitteleuropa verfügbaren Simulationen regionaler Klimamodelle wurden für ausgewählte Pegel entlang des Rheins, der Mosel und des Mains eine Vielzahl von gleichermaßen möglichen zukünftigen Abflusszuständen bis in das Jahr 2100 simuliert und hinsichtlich zukünftiger Änderungen der Hoch-, Mittel- und Niedrigwasserabflüsse ausgewertet.

Für die nahe Zukunft (2021 bis 2050) ergeben sich gegenüber dem Vergleichszeitraum (1961-1990) im hydrologischen Sommer (Mai bis Oktober) für mittlere und niedrige Abflüsse keine klaren Änderungstendenzen. Für die hydrologischen Wintermonate (November bis April) werden ansteigende Abflüsse in Niedrigwassersituationen angezeigt. Bei einer weiteren Zunahme der Treibhausgasemissionen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts, würden die Änderungen des Abflussregimes nach gegenwärtigem Kenntnisstand allerdings deutlicher. Für den mittleren Abfluss werden unter diesen Bedingungen für die ferne Zukunft (2071 bis 2100) beispielsweise Zunahmen zwischen 5% und 40% im Winter und Abnahmen zwischen 5% bis 30% im Sommer simuliert.

„RheinBlick2050“ liefert einen wertvollen Beitrag zur Abschätzung des zukünftigen Abflussregimes des Rheins. Die Arbeiten zeigen insbesondere, dass es nicht die eine Projektion des zukünftigen Abflussgeschehens gibt. Daher wird eine Vielzahl möglicher Entwicklungen in Form von Bandbreiten zusammengefasst. Diese finden bereits Berücksichtigung in der Expertengruppe „KLIMA“ der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Diese Kommission hat u.a. das politische Mandat, Szenarien zum Abflussregime des Rheins zu erarbeiten, welche als Grundlage für die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel in den Bereichen Ökologie, Hochwasserschutz, Infrastruktur, Transport, Energieproduktion oder Wasserversorgung dienen. Als Grundlage dafür sind entsprechende Leitwerte zur Orientierung zukünftiger Anpassungsmaßnahmen zu formulieren.

Angesichts des langen Simulationszeitraumes und der damit verbundenen Unsicherheiten, der zukünftig zu erwartenden weiteren Verbesserungen der Klimamodelle sowie der Vielzahl weiterer Einflussfaktoren auf die zukünftige Entwicklung der Abflüsse ist es erforderlich, Projekte wie "RheinBlick2050" in regelmäßigen Abständen fort zu entwickeln.

Die vollständigen Ergebnisse des Forschungsprojekts sind in Berichtsform auf den Internetseiten der KHR ( http://www.chr-khr.org/files/CHR_I-23.pdf ) verfügbar.

- Ansprechpartner:
Dr. Enno Nilson (nilson@bafg.de; Telefon: 0261/1306-5325)
Peter Krahe (krahe@bafg.de; Telefon: 0261/1306-5234)
Maria Carambia (carambia@bafg.de; Telefon: 0261/1306-5491)
alle: Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz
- Koordination RheinBlick2050:
International Commission for the Hydrology of the Rhine basin (CHR)
Postbus 17
8200 AA Lelystad
info@chr-khr.org
+31 6 536 49 414
- Partner RheinBlick 2050:
Centre de Recherche Public - Gabriel Lippmann, Luxemburg
Deltares, Delft, Niederlande
Koninklijk Nederlands Meteorologisch Instituut, De Bilt, Niederlande
Rijkswaterstaat - Waterdienst, Lelystad, Niederlande
Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz, Deutschland
Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Wiesbaden, Deutschland
Cemagref, Antony, Frankreich
Bundesamt für Umwelt, Bern, Schweiz

Alfred Hommes | idw
Weitere Informationen:
http://www.bafg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Grazer Forscher stellen Methode zur dreidimensionalen Charakterisierung vulkanischer Wolken vor
14.12.2017 | Karl-Franzens-Universität Graz

nachricht Rest-Spannung trotz Megabeben
13.12.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie