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Australiens Klima: Dürre und Überschwemmungen in Jahresringen tropischer Bäume

12.06.2009
Erstmals Chronologie von Baumringen aus dem tropischen Australien erstellt

Baumringe sind ein bekanntes natürliches Klima-Archiv. Für die gemäßigten Breiten ist bekannt, dass das Wachstum dieser Ringe hauptsächlich von Temperatur und Niederschlag abhängt. Für die Tropen mit ihren nur schwach ausgeprägten Jahreszeiten ist dieser Zusammenhang nicht so deutlich.

Wissenschaftler vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ (Helmholtz-gemeinschaft) und ihre Kollegen von der Australian National University konnten jetzt nachweisen, dass das Baumwachstum im Nordosten Australiens hauptsächlich vom Jahresniederschlag abhängt. Zudem konnten sie in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Climate Dynamics“ (Nr. 33 -1, S. 63-73) zeigen, dass diese Baumringe sich als Klima-Proxydaten bestens zur Erfassung der Niederschlagsdynamik Australiens eignen.

Australien wird periodisch von der Klimaschwankung ENSO (El Niño Southern Oscillation) beeinflusst und so regelmäßig von starken Dürren mit Buschbränden und Überschwemmungen durch Starkniederschläge heimgesucht. Um die für die Australier so wichtigen Niederschlagsschwankungen der vergangenen Jahrhunderte genauer zu untersuchen, beprobten die Wissenschaftler um den GFZ-Wissenschaftler Ingo Heinrich tropische Bäume aus entlegenen Hochlandregenwäldern Australiens. Die Analyse mündete in eine der wenigen weltweit vorhandenen Jahrringchronologien aus tropischen Regenwäldern. „Unsere Zeitreihe repräsentiert die erste Jahrringchronologie im tropischen Australien überhaupt“, so Ingo Heinrich.

Die saisonale Klimavorhersage Australiens stützte sich bisher auf Berechnungen der Schwankungen des El Niño Southern Oscillation Index (ENSO) oder der Interdecadal Pacific Oscillation (IPO), ein Verfahren, das sich allerdings nicht immer als verlässlich erweist. „Wir konnten durch multiple Korrelationsanalysen belegen, dass die Jahrringe die besseren Proxydaten im Vergleich zum ENSO oder IPO hinsichtlich der Niederschlagsdynamik sind“, fügt Ingo Heinrich hinzu.

Um aus solchen Zeitreihen stabile Klimaprognosen zu entwickeln, soll in weiteren Schritten durch zusätzliche Standorte und Kombinationen mit Korallenproxydaten eine erhebliche Verbesserung der Vorhersagemodelle erreicht werden.

Ingo Heinrich, Kathrin Weidner, Gerhard Helle, Heinz Vos, Janette Lindesay, John C. G. Banks (2009): Interdecadal modulation of the relationship between ENSO, IPO and precipitation: insights from tree rings in Australia. Climate Dynamics 33 (1), 63-73. DOI 10.1007/s00382-009-0544-5

Franz Ossing | GFZ Potsdam
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de/

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