Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufbruch in den antarktischen Sommer

09.12.2009
Geowissenschaftler der Universität Jena starten am 13. Dezember zur Antarktis-Expedition

Zu einer Expedition in die Antarktis werden Wissenschaftler des Instituts für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena am 13. Dezember aufbrechen. Von Neuseeland aus werden sie mit einem italienischen Forschungsschiff ihr Ziel ansteuern, die Station Gondwana im Nord-Victoria-Land, wo sie bis Ende Februar 2010 ihre Forschungsarbeiten durchführen werden.

Diese finden im Rahmen der Expedition GANOVEX X (German Antarctic North Victoria Land Expedition) statt, die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe organisiert und in Kooperation mit italienischen Einrichtungen zum zehnten Mal in dieser Art durchgeführt wird.

Wie sich die Veränderungen der Eismasse auf die Schwerkraft auswirken, wird Prof. Dr. Gerhard Jentzsch untersuchen. Der Direktor des Instituts für Geowissenschaften will dazu grundlegende Vermessungen des Schwerefeldes durchführen. Hierzu stützt er sich auf die Messpunkte der italienischen Kollegen, die dort bereits mehrfach GPS-Messungen durchgeführt und daraus horizontale und vertikale Bewegungen abgeleitet haben. "Durch die Bestimmung von Schweredifferenzen zwischen diesen Punkten sollen diese Arbeiten nun ergänzt werden", so Jentzsch. "Letztendlich können wir so, in Verbindung mit den Punktbewegungen aus den GPS-Beobachtungen, geologisch-tektonische Prozesse quantifizieren." Dazu seien allerdings Wiederholungsmessungen in den kommenden Jahren nötig. Für seine Untersuchungen wird Prof. Jentzsch im Hubschrauber die Punkte anfliegen und mit sogenannten Gravimetern vermessen.

Der Jenaer Professor für Angewandte Geophysik hat durch mehrere Arbeitsaufenthalte auf Grönland und dem Forschungsschiff Polarstern, auf dem er eine Reise zum Alpha-Rücken im arktischen Polarmeer unternahm, bereits einschlägige Polarerfahrung.

Zusammen mit Prof. Jentzsch werden Dr. Robert Schöner und die angehende Doktorandin Nadine John von der Jenaer Uni die Expedition begleiten. Die beiden Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Allgemeine und Historische Geologie werden ein großes, etwa 270 Millionen Jahre altes Flusssystem aus der Zeit des Perms untersuchen. "Zu dieser Zeit war die Antarktis zusammen mit Australien, Indien, Südamerika und Südafrika noch Teil des riesigen Urkontinents Gondwana", erklärt Dr. Schöner. "Wir wollen herausfinden, ob in diesem Flusssystem einst Sand über mehrere tausend Kilometer durch die Antarktis und bis nach Australien transportiert wurde."

Bereits bei der letzten GANOVEX-Expedition, die von November 2005 bis Februar 2006 stattfand, war der Jenaer Geologe Dr. Robert Schöner, damals zusammen mit Prof. Dr. Lothar Viereck-Götte, mit von der Partie. Die Geländearbeiten der beiden Wissenschaftler im Transantarktischen Gebirge fanden in großen Höhen bis über 3.000 m statt. "Meist herrschten dort Temperaturen zwischen -15 °C und -30 °C, zudem wehte häufig ein scharfer, beißender Wind", berichtet Schöner. "Dank guter Ausrüstung und guter Unterstützung durch Helikopter konnten wir dennoch alle wissenschaftlichen Fragestellungen erfolgreich bearbeiten."

Solche ausgezeichneten Forschungsbedingungen erhoffen sich die Jenaer Geowissenschaftler auch für die aktuelle Expedition. Im kommenden Februar werden sie mit ihren Ergebnissen an der Saale zurück erwartet.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Jentzsch
Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Burgweg 11, 07749 Jena
Tel.: 03641 / 948660
E-Mail: Gerhard.Jentzsch[at]uni-jena.de

Manuela Heberer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterschiedliche Erwärmung von Arktis und Antarktis: Forscher sieht Höhenunterschied als Ursache
18.05.2017 | Universität Leipzig

nachricht Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Bewohner der Arktis aus?
18.05.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie