Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Atmosphärenforschung mit dem Linienflugzeug

22.05.2014

Festakt und Symposium zum 20-jährigen Bestehen des Projekts MOZAIC/IAGOS

Seit 1994 nutzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich Verkehrsflugzeuge als Träger für Messgeräte, um die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre zu bestimmen.


Bei 3246 Flügen allein seit 2011 waren Messinstrumente für die Klimaforschung mit an Bord von Flugzeugen verschiedener Linien.

Quelle: IAGOS

Die Messungen liefen zuerst im Projekt MOZAIC (Measurement of OZone by Airbus In-service airCraft), seit 2005 in dem Nachfolgeprojekt IAGOS (In-service Aircraft for a Global Observing System). Das 20-jährige Bestehen von MOZAIC/IAGOS war jetzt Anlass für einen Festakt bei Airbus in Toulouse und ein dreitägiges Symposium mit über 70 Wissenschaftlern aus rund 20 Ländern.

Rund 41.000 Flüge führten in den vergangenen 20 Jahren Air France, Lufthansa, Air Namibia, China Airlines, Cathay Pacific und Iberia mit den Messgeräten der französischen, britischen und deutschen Partner durch. Seit 2012 sind die Geräte auch auf den Pazifik-Routen nach Australien und Nordamerika mit an Bord, damit erreichten die Forscherinnen und Forscher eine nahezu globale Abdeckung der Messungen.

Die erhobenen Daten werden in der Klima- und Atmosphärenforschung, zur Verbesserung der Wettervorhersage und zur Validierung von Satellitendaten genutzt. Sie dienen außerdem dazu, die Auswirkungen des Luftverkehrs auf das Klima besser zu verstehen und zu mindern. Über 500 Wissenschaftler weltweit analysieren die frei und offen zugänglichen Daten des Programms. Aus dieser intensiven Datennutzung sind bisher über 220 wissenschaftliche Veröffentlichungen entstanden.

IAGOS wird seit 2005 vom Forschungszentrum Jülich und dem Laboratoire d'Aérologie des Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Toulouse koordiniert. EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung des Projekts, das mittlerweile zu den europäischen Forschungsinfrastrukturen zählt. Neben seiner wissenschaftlichen Bedeutung sei IAGOS Beispiel für eine gelungene Partnerschaft von Forschung und Industrie.

"Die langfristige und erfolgreiche Kooperation von Jülich mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Industrie in MOZAIC und IAGOS ist ein sehr gutes Beispiel für die hohe wissenschaftliche Qualität und Originalität unserer Forschung", sagte Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums. Prof. Andreas Wahner, Direktor des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung, hob hervor, dass der große Erfolg des Projekts durch die langfristige, strategische Ausrichtung der Forschung innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft und des Forschungszentrums ermöglicht wurde: "Durch die erweiterten Messungen in IAGOS erwarten wir wichtige neue Erkenntnisse in der Atmosphärenforschung."

Weitere Informationen:

IAGOS

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)

Ansprechpartner:

Dr. Andreas Petzold
Tel.: +49 2461 61- 5795
a.petzold@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, M.A., Pressereferent
Tel.: +49 2461 61-1841
e.zeiss@fz-juelich.de

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Jülich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Expedition ans Ende der Welt
29.11.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lakkolithe können auch während eines Vulkanausbruchs entstehen
24.11.2016 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie