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Anpassungsfähigkeit von den Alpen bis zur Arktis

24.01.2012
Die Arktische Insel Spitzbergen wie auch die Region Surselva-Andermatt sind durch Umweltveränderungen, insbesondere durch Klimawandel, und die Auswirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung stark betroffen.

In einem internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung der HTW Chur untersuchen Wissenschaftler, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es bei einer stetig wechselnden Bevölkerung im Vergleich zu einer sehr stabilen und regional geprägten Region bei der Anpassungsfähigkeit an klimatisch und ökonomisch bedingte Veränderungen ergibt. Die Forschungsarbeiten zum Projekt, das mit knapp 300 000 CHF dotiert ist, beginnen dieses Jahr.


Spitzbergen: Alte Kohletransportbahn in der Nähe der Siedlung von Longyearbyen. Bild: Tobias Luthe


Surselva: Blick von oberhalb Sedrun Richrung Ilanz. Bild: Tobias Luthe

Die Alpen wie auch die Arktis gelten als besonders sensible Regionen in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels. Zudem leiden sie auch unter dem ökonomisch bedingten Strukturwandel. Bis anhin befasste sich die Forschung vor allem mit der Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme in diesen Gebieten. Es fehlen jedoch Analysen, wie gross die Anpassungsfähigkeit der Gesellschaft ist, deren ökonomische Basis an beiden Orten der Tourismus bildet.

Diese Lücke möchte nun das Projekt “Socio-ecological networks and resilience of vulnerable communities to global environmental change: an Arctic-Alpine comparison of social network governance (ArcAlpNet)” schliessen. Es steht unter der Leitung von HTW-Professor Dr. Tobias Luthe und ist Teil des Swiss Networks of International Studies, das interdisziplinäre, vergleichende internationale Studien fördert. Für die zwei Jahre dauernden Untersuchungen, die die HTW Chur in Zusammenarbeit mit den Universitäten Genf und Oslo durchführt, stehen insgesamt rund 300 000 CHF zur Verfügung.

Netzwerke untersuchen

Die beiden Untersuchungsorte sind die Region Surselva-Andermatt und die norwegische Arktis-Insel Svalbard, besser bekannt unter dem Namen der Teilinsel, Spitzbergen. Mit der Methode der sozialen Netzwerkanalyse wollen die Forscher herausfinden, wie innerhalb der Gemeinschaften Informationen ausgetauscht und Kooperationen zwischen touristischen und weiteren Wirtschaftsakteuren gebildet werden. Die Methode gibt Aufschluss über die Richtung sowie die Intensität des Austausches zwischen Behörden, Politikern, Unternehmen, Gruppierungen und Privatpersonen. Dabei zeigt sich auch, wie stark die am Netzwerk Beteiligten eingebunden sind. Eine Frage, die überprüft werden soll, ist: Können sich Gemeinschaften mit starker sozialer Bindung besser anpassen als solche mit einer schwachen?

Hohe Fluktuation, mehr Innovation?

Von speziellem Interesse dabei ist auch, wie weit sich unterschiedliche Kulturen und verschieden starke Zu- und Abwanderungen auf den sozialen Austausch auswirken. Ist beispielsweise die Gesellschaft in der Region Surselva-Andermatt eher bereit und aufgrund anderer Kooperationsfähigkeiten eher befähigt, neue touristische Angebote zu schaffen als die auf Svalbard? Oder bewirken die hohe Fluktuation und Internationalität auf der Arktisinsel mit einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich aus mehr als 30 Nationen rekrutieren, mehr Innovationskraft und Dynamik in der Anpassungsfähigkeit?
Die Resultate der Untersuchung sollen schliesslich in Empfehlungen münden, welche die regionalen Wirtschaftsnetzwerke stärken und die soziale und ökonomische Anpassungsfähigkeit gegenüber globalen und regionalen Umweltveränderungen erhöhen.

Kontakt:
Tobias Luthe
Institut für Tourismus- und Freitzeitforschung
HTW Chur
Tel +41 77 46 89 259
Email: tobias.luthe(at)htwchur.ch

Christoph Meier | idw
Weitere Informationen:
http://www.snis.ch/
http://www.snis.ch/call-projects-2011_1169_socio-ecological-networks-and-resilience-vulnerable-communities-global-envir

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