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An Bord der "Polarstern" - Forscher erkunden Klima über den Weltmeeren

09.05.2016

Seit dem 10. April ist Dr. Bernhard Pospichal mit dem Forschungsschiff "Polarstern" von Punta Arenas (Chile) nach Deutschland unterwegs. Gemeinsam mit anderen Forschern und fünf Studierenden untersucht der Juniorprofessor am Institut für Meteorologie der Universität Leipzig Temperatur, Wolken, Wasserdampf und Aerosole über dem Atlantik. "Wir wollen die Energiebilanz der Atmosphäre über den Ozeanen besser verstehen", sagt er. Die Meteorologie-Studenten führen an Bord der "Polarstern" Messungen für ihre Masterarbeiten durch.

Die Forschungen an Bord sind Teil des Langzeitprogramms OCEANET, das vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) finanziert und koordiniert wird. "Das Spezialgebiet unserer Forschung ist die bodengebundene Fernerkundung der Atmosphäre.


Regenschauer in der südlichen Passatwindzone

Foto: Dr. Bernhard Pospichal/Institut für Meteorologie

Im Gegensatz zu Satellitenbeobachtungen kann man vom Boden aus atmosphärische Eigenschaften deutlich besser zeitlich und vertikal auflösen", erläutert der Meteorologe. Nachteil dieser Analysemethode: Man ist auf einen Beobachtungsort beschränkt, während Satelliten meist große Teile der Erde abdecken.

Besonders über den Ozeanen fehlten Beobachtungen "von unten". Seit 2007 werden daher die regelmäßigen Atlantik-Transferfahrten des Forschungsschiffs "Polarstern" für meteorologische Messungen genutzt. Diese Nord-Süd-Fahrten von Polarstern sind nötig, um mit dem Eisbrecher für Forschungsarbeiten in die Südpolarregion zu gelangen und dort auch jedes Jahr die deutsche Antarktis-Station Neumayer zu versorgen.

"Unser Datensatz ist ziemlich einzigartig, da seit fast zehn Jahren immer zur selben Jahreszeit Profile der Atmosphäre über dem Ozean gemessen werden konnten", sagt der Juniorprofessor, der Fahrtleiter auf dieser Route ist. Von wissenschaftlichem Interesse seien besonders die Eigenschaften der Wolken, die Wasserdampfverteilung sowie die Verbreitung von atmosphärischen Aerosolen wie Wüstenstaub, Ruß oder Seesalz.

"Diese Größen sind alle stark variabel und haben einen großen Einfluss auf die Strahlungs- und Energiebilanz der Atmosphäre. Die Auswirkungen von Wolken-Aerosol-Wechselwirkungen in einem sich verändernden globalen Klimasystem sind auch eine der Hauptunsicherheiten in Klimamodellen. Über Land sind diese Größen relativ gut bekannt, jedoch gibt es über den Ozeanen, die immerhin rund 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken, kaum direkte Messungen", erklärt Pospichal. Die Messgeräte sind in und auf einem Schiffscontainer installiert, der speziell für diese Zwecke adaptiert wurde.

Die Meteorologie-Studenten der Universität Leipzig untersuchen während der Überfahrt unter anderem Temperaturprofile von Wolken und der Atmosphäre, sie vergleichen Schiffs- und Satellitenmessungen von Wolkeneigenschaften über dem Atlantik. Ziel dieser Reise ist es, künftig - zusammen mit den Daten der vergangenen zehn Jahre - bessere Aussagen zur Klimatologie von Wolken und Aerosolen über den Weltmeeren treffen zu können.

Das Forschungsschiff Polarstern, das vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) betrieben wird, wird am 12. Mai in seinem Heimathafen Bremerhaven zurückerwartet.

Weitere Informationen:

Juniorprof. Dr. Bernhard Pospichal
Institut für Meteorologie der Universität Leipzig
E-Mail: bernhard.pospichal@uni-leipzig.de

Weitere Informationen:

http://www.awi.de/nc/expedition/schiffe/polarstern/wochenberichte-polarstern

Susann Huster | Universität Leipzig

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