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Der Andenstaat Peru war schon früher bewohnt als man bisher angenommen hatte. Das entdeckten Archäologen des Washingtoner National Museum of Natural History und der Vanderbilt University. Sie analysierten Knochen und Speisereste auf 39 alten Zähnen mit der C14-Methode und konnten sie auf vor 6.000 bis 8.000 Jahren vor der heutigen Zeit datieren.
Die Funde im nordperuanischen Tal Ñanchoc gaben auch Einblick in die Lebens- und Essgewohnheiten dieser frühen Kulturen: Sie kultivierten eine Vielzahl von Feldfrüchten, darunter Kürbis, Bohnen, Erdnüsse und die Früchte des Mimose-Baums. Die gefundenen Stärkereste auf den Zähnen zeigten auch, dass die Lebensmittel bereits gekocht wurden.
In der Region Sechín Bajo, nur wenig südlich des Fundortes, war ein Team des Lateinamerika-Instituts der Freien Universität Berlin an ähnlichen Ausgrabungen wesentlich beteiligt, unter ihnen Renate Patzschke. "Die bisher frühesten Funde in Peru hat man bisher auf die Zeit um 3.500 v.Chr. datiert", so die Archäologin im pressetext-Interview. Da von diesen Kulturen keine Namen überliefert seien, hätte man sie nach ihrem jeweiligen Hauptfundort benannt. Es hätte in dieser Zeit kaum größere Staaten oder Städte gegeben, wenngleich der von Deutschland ausgegrabene Kultbau auf die Zusammenarbeit mehrerer Dörfern deutet. Über diese Frühkulturen wurde bisher wenig publiziert, im Gegensatz zur erst viel späteren Hochkultur der Inka. "Doch deren Hochblüte begann erst Ende des 13. Jahrhunderts, 100 Jahre vor der Eroberung durch die Spanier," erklärt Patzschke.
Der Kürbis besaß im alten Peru aufgrund seiner geringen Ansprüche nicht nur als Nahrungsmittel zentrale Bedeutung. "Bevor die Keramik erfunden wurde, waren die ausgehöhlten und getrockneten Hüllen der Kürbisse die einzige Möglichkeit, Lebensmittel aufzubewahren", erklärt Patzschke. Auch die Lima-Bohne und die Mimosen waren in mehreren frühen Kulturen Perus und Südamerikas verbreitet. Die Kulturpflanze Mais sei erst um 1.500 v.Chr. dazugekommen, ausgehend von Mittelamerika. "Mais diente in Peru als Genussmittel für die Erzeugung des alkoholhältigen Chicha-Maisbiers, später erst als Nahrungsmittel", so die Peru-Forscherin.
Patzschke bezeichnet Peru als idealen Einsatzort für Archäologen. "Die vielen hier noch nicht entdeckten Stätten werden noch mehrere Generationen von Archäologen beschäftigen. Peru selbst hat kaum Möglichkeiten, die Ausgrabungen zu finanzieren und ist daher auf Liebhaber aus anderen Ländern angewiesen", betont die Archäologin abschließend.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.mnh.si.edu
www.vanderbilt.edu
www.lai.fu-berlin.de
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