Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alte Zähne zeigen Speiseplan vor 8.000 Jahren

03.12.2008
Frühkulturen in Peru betrieben Ackerbau und kochten ihr Essen

Der Andenstaat Peru war schon früher bewohnt als man bisher angenommen hatte. Das entdeckten Archäologen des Washingtoner National Museum of Natural History und der Vanderbilt University. Sie analysierten Knochen und Speisereste auf 39 alten Zähnen mit der C14-Methode und konnten sie auf vor 6.000 bis 8.000 Jahren vor der heutigen Zeit datieren.

Die Funde im nordperuanischen Tal Ñanchoc gaben auch Einblick in die Lebens- und Essgewohnheiten dieser frühen Kulturen: Sie kultivierten eine Vielzahl von Feldfrüchten, darunter Kürbis, Bohnen, Erdnüsse und die Früchte des Mimose-Baums. Die gefundenen Stärkereste auf den Zähnen zeigten auch, dass die Lebensmittel bereits gekocht wurden.

In der Region Sechín Bajo, nur wenig südlich des Fundortes, war ein Team des Lateinamerika-Instituts der Freien Universität Berlin an ähnlichen Ausgrabungen wesentlich beteiligt, unter ihnen Renate Patzschke. "Die bisher frühesten Funde in Peru hat man bisher auf die Zeit um 3.500 v.Chr. datiert", so die Archäologin im pressetext-Interview. Da von diesen Kulturen keine Namen überliefert seien, hätte man sie nach ihrem jeweiligen Hauptfundort benannt. Es hätte in dieser Zeit kaum größere Staaten oder Städte gegeben, wenngleich der von Deutschland ausgegrabene Kultbau auf die Zusammenarbeit mehrerer Dörfern deutet. Über diese Frühkulturen wurde bisher wenig publiziert, im Gegensatz zur erst viel späteren Hochkultur der Inka. "Doch deren Hochblüte begann erst Ende des 13. Jahrhunderts, 100 Jahre vor der Eroberung durch die Spanier," erklärt Patzschke.

Der Kürbis besaß im alten Peru aufgrund seiner geringen Ansprüche nicht nur als Nahrungsmittel zentrale Bedeutung. "Bevor die Keramik erfunden wurde, waren die ausgehöhlten und getrockneten Hüllen der Kürbisse die einzige Möglichkeit, Lebensmittel aufzubewahren", erklärt Patzschke. Auch die Lima-Bohne und die Mimosen waren in mehreren frühen Kulturen Perus und Südamerikas verbreitet. Die Kulturpflanze Mais sei erst um 1.500 v.Chr. dazugekommen, ausgehend von Mittelamerika. "Mais diente in Peru als Genussmittel für die Erzeugung des alkoholhältigen Chicha-Maisbiers, später erst als Nahrungsmittel", so die Peru-Forscherin.

Patzschke bezeichnet Peru als idealen Einsatzort für Archäologen. "Die vielen hier noch nicht entdeckten Stätten werden noch mehrere Generationen von Archäologen beschäftigen. Peru selbst hat kaum Möglichkeiten, die Ausgrabungen zu finanzieren und ist daher auf Liebhaber aus anderen Ländern angewiesen", betont die Archäologin abschließend.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.mnh.si.edu
http://www.vanderbilt.edu
http://www.lai.fu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen
18.08.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Klimawandel: Bäume binden im Alter große Mengen Kohlenstoff
17.08.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik