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Unter dem bis zu vier Kilometer dicken Eis der Antarktis in der Region des Gamburtsev-Massivs versteckt sich eine Gebirgskette alpinen Charakters. Das konnte ein internationales Forscherteam in einer zehnwöchigen Südpol-Expedition im Rahmen des Internationalen Polarjahrs 2007-2009 nun erstmals beweisen.
Auf Grundlage geophysikalischer Vermessungen am Boden und in der Luft wurden Magnetfeld, Schwerefeld und Eisdicken der Region erhoben und eine Karte erstellt, die eine raue Oberfläche unter der vier Kilometer dicken Eisschicht zeigt. "Es handelt sich bei den Gamburtsev Mountains eindeutig um alpine Gebirge mit Bergzacken und Tälern", betont Expeditionsteilnehmer Detlef Damaske von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, im pressetext-Interview.
Im November 2008 brachen die Forscher aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Japan, China und Australien zur Expedition auf (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/081015057/ ). Nach ersten Testflügen folgte ein viertägiger Aufenthalt in der Amundsen-Scott-Station am geografischen Südpol. "Diese Zeit sollte uns bei der Akklimatisierung helfen und für die weiteren Aufgaben vorbereiten. Denn der Südpol liegt auf einer Seehöhe von 2.835 Metern, unsere Camps jedoch jenseits der 3.500 Meter", berichtet Damaske. Bei Temperaturen bis zu minus 30 Grad startete vor Weihnachten dann die eigentliche Forschung: Die Überfliegung und Vermessung des unzugänglichen Gaburtsev-Massivs, die bis Januar andauerte.
Die Auswertung des gesammelten umfangreichen Datenmaterials wird die Forscher noch das ganze Jahr beschäftigen. "Vor allem erwarten wir uns Hinweise darauf, wie genau die alpinen Gebirge entstanden sind. Bisher kann man nur ausschließen, dass es sich nicht um vulkanisches Gestein handelt", so Damaske. Rückschlüsse sollen dann auch auf die Lage des ältesten Antarktis-Eises sowie über das Alter des Gesteins gezogen werden können.
Konkrete Ergebnisse lieferte hingegen bereits die Vermessung der Stärke der Eisdecke. "In den Tälern ist das Eis bis zu drei Kilometer dick, während es an anderen Stellen auch weniger als 1.000 Meter beträgt." Bedeutung hätte diese Erkenntnis einerseits für die Suche nach geeigneten Stellen für Gesteinsbohrungen. "Andererseits erlauben diese Daten, die in der Antarktis verfügbare Eismenge genauer zu bestimmen. Klimamodelle, die auf die weltweite Wassermenge integrieren, sind auf möglichst exakte Datensätze angewiesen", so der deutsche Geophysiker abschließend gegenüber pressetext.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.polarjahr.de
www.bgr.bund.de
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