Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ältester See Europas besteht seit über einer Million Jahren

06.05.2013
Ältester See Europas besteht seit über einer Million Jahren

SCOPSCO-Tiefbohrung im Ohrid See (Mazedonien / Albanien) gewinnt nahezu lückenlose Klimadaten für die nördliche Mittelmeerregion. Auch die Ausbrüche italienischer Vulkane werden sich anhand der Bohrkerne genau datieren lassen.

Der Ohrid See besteht in seiner heutigen Form seit deutlich mehr als einer Million Jahren“, sagt SCOPSCO-Projektleiter Dr. Bernd Wagner von der federführenden Universität Köln. „Das können wir nach der ersten Analyse der gewonnenen Bohrkerne bereits sagen. Auf ein genaues Alter wollen wir uns zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht festlegen.“

Rund 565 Meter tief konnte das SCOPSCO-Team im Bohrloch 1D an der Bohrstelle DEEP in die Sedimente eindringen, bevor grobe Kiese und Geröll ein weiteres Vorankommen stoppten und den Beginn des heute existierenden Sees markierten. Die bisher erzielten drei Bohrungen an der Bohrstelle DEEP (2 x 480 m und jetzt 565 m) erlauben einen fast lückenlosen Blick in die Vergangenheit der nördlichen Mittelmeerregion. „Informationen von Vulkanausbrüchen in Italien werden uns ermöglichen, Ascheschichten in den Kernen exakt zu datieren und gleichzeitig erlaubt uns der Kern umgekehrt, das Alter bisher unbestimmter Vulkanausbrüche zu benennen“, ergänzt Bernd Wagner.

Dass bereits vier Wochen nach dem Beginn der Tiefbohrung der Kühlcontainer im Basislager, dem Hotel Desaret, randvoll sein würde, hatten selbst die größten Optimisten nicht vorhergesagt. Bisher läuft die SCOPSCO-Bohrkampagne nahezu perfekt. Also wurde schon eine erste Ladung Bohrkerne (insgesamt rund 900 laufende Meter Sediment) nach Köln geschickt und erreichte die dortige Universität unversehrt am Dienstag, 30. April.

Die untersten ca. 100 m im zuletzt erbohrten Loch bestanden vor allem aus fluviatilen oder glaziofluviatilen Sanden und Kiesen. Um das Bohrloch zu stabilisieren, wurden große Mengen Bentonit (sogenannter Bohrschlamm) eingesetzt. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass sich unter den Kiesen und Geröllen an der Basis ältere Seesedimente finden, die auf die längere Existenz eines Sees an gleicher Stelle hinweisen.

Neben dem guten Fortschritt der Tiefbohrung wird vom ICDPProjekt am Ohrid See der Fund einer vermutlich über eine Million Jahre alten Dreikantmuschel gemeldet. Die Existenz der in 400 Meter Sedimenttiefe gefundenen Muschel aus der Überfamilie Dreissenoidea lässt weitere Fossilien in den gebohrten Sedimenten vermuten. Die Fossilien werden mit der heutigen Fauna abgeglichen. Ein wichtiger Puzzlestein bei der Beantwortung der Frage, welchen Einfluss geologische und Umweltereignisse auf Artbildungsprozesse haben.

Bei Rückfragen:

Fachfragen Geologie
Dr. habil. Bernd Wagner, Universität zu Köln, Institut für Geologie und Mineralogie, Tel.: (0221) 470 1605, E-Mail wagnerb@uni-koeln.de
Fachfragen Biologie
Prof. Dr. Thomas Wilke, Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Tierökologie und Spezielle Zoologie, Tel.: (0641) 99 35720 E-Mail tom.wilke@unigiessen.de
Kontakt Presse:
Stefan Schorr, E-Mail: presse@ohrid-drilling.org

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

nachricht Was ist krebserregend am Erionit?
13.01.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau