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Österreichische und Britische Forscher fanden heraus, dass der Klimawandel den vegetarischen Höhlenbär aussterben ließ

23.01.2009
Eine Gruppe österreichischer und britischer Forscher geht davon aus, dass der einst in Europa verbreitete riesige Höhlenbär Ursus spelaeus vor 27.800 Jahren endgültig ausgestorben ist.

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Dies geschah zu einer Zeit, die als letztes glaziales Maximum bekannt ist und eine Hauptperiode des Klimawandels war. Während dieser Zeit sank die Temperatur dramatisch ab, wodurch der Rückgang oder gar das Verschwinden der von den riesigen Wesen als Nahrungsquelle benötigten Vegetation ausgelöst wurde.


Die Forschung wurde von der EU (Culture 2000), dem Kulturrat Niederösterreich und dem National Environment Research Council (NERC), Vereinigtes Königreich, im Rahmen des Projekts AlpiNet finanziert. Die Studie wurde jüngst im Fachmagazin Boreas veröffentlicht.

13.000 Jahre früher als die Forscher bisher annahmen hatte der Vegetationsrückgang das Verschwinden des Ursus spelaeus als einer der ersten Vertreter der zum Aussterben verurteilten "Megafauna" zur Folge. Zur Megafauna gehörten außer den Höhlenbären auch Höhlenlöwen, Wollhaarmammuts und Riesenhirsche.

Die Forscher fanden viele Höhlenbärenüberreste in Gebieten, wo die Bären wahrscheinlich während des Winterschlafes starben. Nach Angaben der Forscher waren diese Bären gewaltig; männliche Tiere konnten bis zu 1.000 kg wiegen. Die größten Bären heutzutage, der Kodiak- und der Eisbär, bringen um die 800 kg auf die Waage, und das durchschnittliche Gewicht anderer Bären beträgt 500 kg.

Dem Forscherteam zufolge wurden Höhlenbärenknochen im Mittelalter zu medizinischen Zwecken verwendet. In dieser Zeit dachten die Menschen, dass es Drachenknochen wären.

Über die Jahre sind einige Theorien über das Aussterben der Megafauna aufgestellt worden, aber konkrete Erkenntnisse waren eher schwer auszumachen. Viele Forscher glauben, dass die riesigen Säugetiere wegen der Menschen und ihrer Jagdaktivitäten von der Erde verschwanden.

Dr. Martina Pacher von der Universität Wien und Professor Anthony J. Stuart vom National History Museum im Vereinigten Königreich merkten jedoch an, dass es bei den Höhlenbären keinen Beweis dafür gibt. Sie fügten hinzu, dass im Widerspruch zu Vorstellungen über eine das Leben dieser Säugetiere beeinflussenden "Hyperkrankheit" eine Krankheit aber "kaum den zeitlichen Ablauf des Aussterbens erklären könne oder dass die Körpergrößen dieser Tiere" so verschieden waren.

Zur Unterstützung der Idee der dramatischen Klimaveränderung kombinierte Dr. Pacher neue und alte Radiokarbon-Untersuchungsdaten von Höhlenbärenknochen, um die neue Chronologie des Aussterbens der Höhlenbären zu erstellen.

"Unsere Arbeit zeigt, dass der Höhlenbär als Vertreter der Megafauna, die während der letzten Eiszeit ausstarb, einer der Ersten war, den dieses Schicksal ereilte", erklärte Dr. Pacher. "Die anderen Tierarten starben erst nach und nach innerhalb der letzten 15.000 Jahre aus."

Die Forscher entdeckten außerdem, dass die Höhlenbären zu den Pflanzenfressern gehörten. Ihre Einschätzung basiert auf Daten hinsichtlich der Schädelanatomie, des Knochenkollagens und der Zähne. Wie sie mitteilten, lebte der Höhlenbär geografisch betrachtet hauptsächlich in Europa, insbesondere im Gebiet zwischen Spanien und dem Ural in Russland.

"Seine hoch spezialisierte Lebensweise, vor allem die Ernährung mit energiereichen Pflanzen, und sein verhältnismäßig begrenzter Lebensraum machte ihn so anfällig für das Aussterben, als sich das Klima abkühlte und seine Nahrungsquellen knapp wurden", sagte Dr. Pacher.

Quelle: CORDIS
Weitere Informationen: www.archeoalpinet.eu
www.univie.ac.at
www.nhm.ac.uk/

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