Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

38 Prozent der Erde könnten zu Wüsten werden

12.02.2010
Afrikas grüne Mauer soll Sahara-Ausbreitung stoppen

Forscher des Spanischen Institute of Agro Food Research and Technology (IRTA) haben die Ausbreitung der Wüsten weltweit untersucht und erschreckende Ergebnisse geliefert. 38 Prozent der Land-Erdoberfläche sind Trockengebiete. Damit sind sie gefährdet, zu Wüsten zu werden, berichten die Forscher um Montserrat Nunez im International Journal of Life Cycle Assessment.

Die Forscher haben 15 Öko-Regionen nach ihrem Trockenheitsgrad untersucht. Mit Hilfe des so genannten Life Cycle Assessment (LCA) - einer wissenschaftlichen Methode, die die Auswirkungen der menschlichen Aktivität auf die Umwelt analysiert - und einem geografischen Informationssystem konnten die Wissenschaftler feststellen, dass acht Regionen von Desertifikation bedroht waren. Bei den gefährdeten Regionen handelt es sich um Küstengebiete, die Prärien, der gesamte Mittelmeerraum sowie Steppen und Wüsten aller Klimazonen.

Trockene Gebiete am stärksten betroffen

"Das größte Risiko der Wüstenausbreitung gibt es in den subtropischen Trockengebieten in Nordafrika, dem Nahen Osten, Australien, Südwest-China und im westlichen Teil von Südamerika", so die Forscher. Mangelnde nachhaltige Landnutzung sei einer der gravierendsten Faktoren für die Ausbreitung der Wüsten. Semi-aride Gebiete wie etwa weite Teile Spaniens sind besonders betroffen. Die Wissenschaftler warnen auch davor, dass diese Situation irreversibel sei.

Trockenheit, Erosion, ausbeuterische Wasserentnahme, Übernutzung der Böden und das Risiko von Bränden sind also in erster Linie menschliches Handeln und die Hauptursachen für die zunehmende Wüstenbildung, so der Wissenschaftler.

Grüner Wall gegen Sahara-Ausbreitung

Seit Jahren gibt es den Plan einen mehrere Kilometer breiten Waldstreifen an der südlichen Grenze der Sahara zu pflanzen, um der Wüstenbildung entgegenzuwirken. Die Idee der 7.000 Kilometer langen Green Wall sei aber unter Experten ad acta gelegt worden", so Anneke Trux, Expertin für Desertifikationsbekämpfung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) gegenüber pressetext. "Experten sind sich einig, dass dies finanziell nicht machbar sei und zudem Maßnahmen gegen die Desertifikation anders ansetzen müssen."

Der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade hat beim Klimagipfel in Kopenhagen wieder für sein Projekt geworben. "Ein Waldstreifen am Rande der Sahara kann die Desertifikation nicht aufhalten", erklärt Trux. Es sei wesentlich wichtiger, die Böden, Wälder und Weiden so zu bewirtschaften, dass es zu keiner Degradierung des Bodens komme - und das landesweit und unter direkter Beteiligung der Bevölkerung. "Dass dies zu Erfolgen führt, haben in der Vergangenheit zahlreiche Projekte der GTZ gezeigt, die Kommunen bei der nachhaltigen Landnutzung unterstützen."

EU-Kooperation mit afrikanischen Ländern

"Es gibt eine Vereinbarung zwischen der EU und der Afrikanischen Union über die Kooperation bei der verbesserte Landnutzung", erklärt die Expertin. In einem Teil dieser Vereinbarung werde die Green-Wall-Initiative erwähnt. "Das einfache Aufforsten von Bäumen allein wird dafür nicht reichen", so Trux. Dazu bedürfe es weiterer Initiativen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.irta.es
http://www.gtz.de/desertification

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Stagnation im tiefen Südpazifik erklärt natürliche CO2-Schwankungen
23.02.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics