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Global gesehen ist das laufende Jahr das kälteste seit 2000 und wird mit einem durchschnittlichen Jahresmittel von 14,3 Grad Celsius um 0,14 Grad unter dem Mittel der vorangehenden sieben Jahre liegen.
Das besagt ein aktueller Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), der seine Aussagen auf Daten internationaler Messnetzwerke stützt. Trotzdem gilt 2008 als eines der zehn wärmsten Jahre seit Ende des 19. Jahrhunderts.
Als einen Hauptgrund für die aktuelle Abkühlung sehen die WMO-Meteorologen natürliche Kreisläufe im Pazifik, die kaltes Wasser an die Meeresoberfläche fördern. Die durch höhere Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre verschuldete Erwärmung werde dadurch abgebremst, auch für die kommenden Jahre scheint ein Ausgleich oder ein weiterer leichter Rückgang der Temperatur möglich.
"Eine Entwarnung im Zusammenhang mit dem Klimawandel bedeutet dieses Ergebnis nicht", sagt Ernest Rudel, der Leiter der Abteilung für Wetter und Klimainformation bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, im Gespräch mit pressetext. Der Trend der Erderwärmung sei nicht aufgehoben, langfristig relevante Aussagen könne man erst im Zeitmaß von Jahrzehnten treffen.
Für den entsprechenden Zeitraum von 2001-2010 prognostiziert die WMO einen Temperaturanstieg um etwa 0,17 Grad Celsius gegenüber dem vorhergehenden Jahrzehnt und 0,3 Grad über dem Mittel zwischen 1961 und 1990.
Satellitenmessungen zeigen, dass das Eis in der Arktis heuer sein zweitniedrigstes Volumen seit 1979 erreicht hat, zudem wurden in vielen Teilen der Erde klimatische Extremereignisse wie Fluten, Dürre, Schneestürme, Hitze- und Kältewellen verzeichnet.
Neben den natürlichen Kreisläufen sieht Rudel den Ausstoß von Treibhausgasen als wichtigsten Faktor für die langfristige Erwärmung. "Der Anstieg von CO2 und anderen Gasen in der Atmosphäre ist eindeutig auf den Menschen zurückzuführen. Es besteht eine starke Rückkopplung zwischen dem Klima und der Bevölkerungszunahme auf der Erde, die sich im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen auswirken."
Trotz ständig wachsendem CO2-Ausstoß seien vereinzelte Rückgänge der Temperatur möglich. "Zu viele Prozesse sind beteiligt, als dass ein direkter Zusammenhang zwischen CO2 und Jahrestemperatur möglich wäre", betont Rudel. Aus demselben Grund seien auch kurzfristige Klimaprognosen für die Zukunft nur begrenzt aussagekräftig. Für die nächsten Jahrzehnte erwartet der Meteorologe eine Fortsetzung des langjährigen Trends eines leichten Temperaturanstiegs, erst ab 2050 seien laut derzeitigen Klimamodellen drastische Veränderungen absehbar.
Von der leichten globalen Abkühlung bekam Europa 2008 wenig zu spüren, ein warmer Winter und Frühling besonders auch in nördlichen Regionen bescherte dem Kontinent insgesamt ein Jahresmittel über dem langjährigen Schnitt. "Im Gegensatz zu den anderen Erdteilen hängt die Temperatur in Europa kaum von den Naturgeschehnissen im Pazifik ab. Wir werden vielmehr vom Golfstrom im Atlantik beeinflusst", so Rudel abschließend.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.wmo.int
www.zamg.ac.at
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