Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

10 Jahre Forschungsschiff MARIA S. MERIAN – 50. Expedition: Einzigartige Proben und Daten an Bord

28.01.2016

Am Freitag, den 29. Januar 2016, läuft die MARIA S. MERIAN wieder in ihren Heimathafen Rostock ein. Damit geht die erste umfangreiche Winter-Expedition zur Erforschung von Stoffkreisläufen am Meeresgrund von Nord- und Ostsee zu Ende. Unter Federführung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (IOW) waren 16 WissenschaftlerInnen drei Wochen lang bei Sturm und Schneetreiben, Minusgraden, Nebel und Regen den beiden deutschen „Hausmeeren“ auf den Grund gegangen. Dabei spürten sie das Leben im Meeresboden auf, untersuchten, welche Stoffe aus dem Sediment ins Wasser gelangen, und „jagten“ mit einer High-Tech-Sonde winzige, für Stoffkreisläufe jedoch sehr wichtige Wirbel über dem Meeresboden.

„Was im Winter in der Grenzschicht zwischen Sediment und Wasser passiert, war bisher weitgehend unbekannt. Deswegen sind die Proben und Daten, die wir auf dieser Fahrt sammeln konnten, besonders wertvoll. Ihre Auswertung wird maßgeblich zu unserem Verständnis der Stoffflüsse in beiden Meeresgebieten beitragen“, sagt IOW-Direktor Prof. Dr. Ulrich Bathmann, der die Fahrtleitung der KüNO INTERFACE-Expedition übernommen hatte. KüNO ist die Kurzbezeichnung des BMBF finanzierten Verbundprojektes Küstenforschung Nordsee-Ostsee.


Die MARIA S. MERIAN lief auf ihrer Jubiläumsfahrt und ersten Winter-Expedition zur Erforschung von Stoffkreisläufen am Meeresgrund von Nord- und Ostsee auch die MARNET-Station Arkona See an.

IOW


Das Spezialgerät „WaBOB“ (Warnemünder in situ Benthic Observation Chamber) hilft, Austauschraten von Substanzen zwischen Meeresboden und überstehendem Wasser direkt am Meeresgrund zu ermitteln.

IOW

Es war die 50. Fahrt der im Februar 2006 in Dienst gestellten MERIAN – eine Jubiläums-fahrt mit einem straffen und umfangreichen Arbeitsprogramm: Nach Expeditionsstart am 6. Januar in Bremerhaven führte die Fahrtroute von der Nordsee durch den Skagerrak in den Kattegat. Nach Querung des Großen Belt standen Forschungsarbeiten in der Lübecker und Mecklenburger Bucht, im Arkonabecken, der Oderbank und dem Tromper Wieck auf dem Programm.

An insgesamt 31 Stationen in der Nord- und Ostsee nahmen die Meeresforscher im Schichtbetrieb rund um die Uhr Proben und führten Messungen durch. Dabei wurden über 3500 hochauflösende Profile der Wassersäule vermessen, 191 Geräte zur Bodenprobenahme eingesetzt und 24 Verankerungen ausgebracht und wieder eingeholt.

Dies ist mehr als zu Fahrtbeginn geplant war und deutlich mehr, als von der Expedition im Winter erwartet werden konnte. (Weitere Informationen zum wis-senschaftlichen Programm der Expedition unter: http://idw-online.de/de/news643963)

Das Team an Bord setzte sich zusammen aus 16 Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftler, darunter 12 vom IOW und 4 vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material-und Küstenforschung, sowie der Schiffsbesatzung. Die enge und gute Zusam-menarbeit mit der Besatzung der MARIA S. MERIAN habe maßgeblich zum Erfolg der Jubiläumsfahrt beigetragen, betont Bathmann, der zum ersten Mal mit der MERIAN in der Ostsee auf Expedition war.

„Die Leistungsfähigkeit dieses Schiffes hat mich überaus beeindruckt und die Zusammenarbeit mit Kapitän Ralf Schmidt und seiner Mannschaft war exzellent“, kommentiert der IOW-Direktor abschließend.

**Wochenberichte der aktuellen MARIA S. MERIAN-Expedition:
http://www.io-warnemuende.de/mit-uns-auf-see-merian.html

**Fragen zur MARIA S. MERIAN-Expedition beantwortet
Prof. Dr. Ulrich Bathmann | Direktor des IOW | ulrich.bathmann@io-warnemuende.de

**Weiterführende Info zum Forschungsverbund „Küstenforschung Nordsee-Ostsee“ (KüNO) mit den Projekten „SECOS“ und „NOAH“ zur Charakterisierung von Sedimenten und Habitaten in Nord- und Ostsee: http://www.deutsche-kuestenforschung.de

**Informationen zum Forschungsschiff MARIA S. MERIAN:
http://www.portal-forschungsschiffe.de/schiffe/maria_s_merian

**Kontakt IOW-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Kristin Beck | Tel.: 0381 – 5197 135 | kristin.beck@io-warnemuende.de
Dr. Barbara Hentzsch | Tel.: 0381 – 5197 102 | barbara.hentzsch@io-warnemuende.de

Das IOW ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der zurzeit 89 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwis-senschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Bund und Länder fördern die Institute gemeinsam. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute etwa 18.100 MitarbeiterInnen, davon sind ca. 9.200 WissenschaftlerInnen. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,64 Mrd. Euro. (http://www.leibniz-gemeinschaft.de)

Dr. Kristin Beck | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie