Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zweimal Einstein Award für Fraunhofer ISE: Eicke R. Weber mit Einstein Award 2013 ausgezeichnet

21.06.2013
Institutsleiter Eicke R. Weber wird mit Einstein Award 2013 der SolarWorld für sein Engagement für die Photovoltaik in Europa ausgezeichnet
Junior Einstein Award für Fraunhofer ISE Nachwuchsforscher Pierre Saint-Cast

Der Einstein Award der SolarWorld AG und ein Junior Einstein Award werden in diesem Jahr an Wissenschaftler des Fraunhofer ISE vergeben. Den Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, Prof. Dr. Eicke R. Weber, ehrt die Jury für seinen Einsatz für die europäische Solarenergieforschung.

Nachwuchsforscher Dr. Pierre Saint-Cast wird mit einem Junior Einstein Award ausgezeichnet für seine erfolgreiche Entwicklung einer neuartigen Passivierungsmethode für Siliciumsolarzellen.

Dr. Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld, würdigt Prof. Weber als einen der großen Solarforscher Europas. Beim Fraunhofer ISE werde unter seiner Leitung wichtiges Know-how für die Solarindustrie entwickelt und zur Anwendungsreife geführt. Aber sein Wirken gehe darüber hinaus, so Frank Asbeck: »Eicke Weber ist einer der europäischen Kommunikatoren und Multiplikatoren für die Solarenergie schlechthin. Er hat der Solarenergie eine Stimme gegeben, die über die wissenschaftliche Community hinaus in Politik und Gesellschaft gehört wird.«

Die Photovoltaik ist eine Zukunftstechnologie, ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Deutschland ist in der Solarforschung seit Jahren weltweit führend, die deutsche und europäische Industrie hingegen ist gegenüber der Konkurrenz aus Asien, allen voran China, in Schwierigkeiten geraten. Dieser Situation zu begegnen und die Spitzentechnologie Photovoltaik in Europa zu halten, dafür setzt sich Eicke Weber seit Jahren ein.

»Ich freue mich außerordentlich über diesen Preis«, so Eicke Weber, »er bestätigt mich in meinen Bemühungen im Kampf um den Standort Europa für die Photovoltaik. Noch hat Deutschland und Europa bei der Photovoltaik-Forschung und -Produktionstechnologie die Nase vorn, was auch ein Ergebnis unserer intensiven Forschung auf diesem Gebiet ist.«

»Ich bin davon überzeugt, dass wir bis zum Jahr 2020 einen Welt-PV- Markt von über 100 GW/Jahr, und 2025 von 300 GW/Jahr erreichen können. Damit Deutschland und Europa weiterhin erfolgreich an diesem globalen Markt teilhaben, brauchen wir auf dem Gebiet der Photovoltaik eine europäische Initiative nach dem Vorbild von Airbus. Wir brauchen auch in Europa den Zugang zu Investitionsmitteln, um für diese Schlüsseltechnologie einen fairen Wettbewerb mit unseren asiatischen Konkurrenten herzustellen«, sagt der Preisträger. Europa müsse sich klar zur Solarenergie bekennen fordert der gut vernetzte Forscher.

Dr. Winfried Hoffmann, Präsident der European Photovoltaic Industry Association und Laudator für den Einstein Award 2013 knüpft an diesen Gedanken an und wünscht Preisträger Eicke Weber mutige Unternehmen, die den Ideenreichtum der Forschung umsetzen. »Ein Beispiel könnte die von uns beiden schon mehrfach diskutierte X-Gigawatt Wafer-, Zell- und Modulfabrik sein«, so Hoffmann, »ein Projekt, das als Leuchtturm für die europäische PV-Industrie den Weg in die Zukunft weisen kann.«

SolarWorld Junior Einstein Award für Pierre Saint-Cast

Dr. Pierre Saint-Cast wird für die Entwicklung einer neuartigen Passivierungsmethode von siliciumbasierten Solarzellen ausgezeichnet. Mit seiner Arbeit hat der französische Nachwuchswissenschaftler zu einer deutlichen Effizienzsteigerung von einem Prozent beigetragen. »Über den SolarWorld Junior Einstein Award freue ich mich sehr«, so der glückliche Preisträger. »Effizienzsteigerungen zu entwickeln, die schnell in die Solarzellenproduktion überführt werden können, ist das Ziel meiner Arbeit. Dafür mit diesem renommierten Preis belohnt zu werden, ist ein toller Erfolg.«

Vor fünf Jahren kam Saint-Cast als Doktorand in den Bereich »PV Produktionstechnologie und Qualitätssicherung« am Fraunhofer ISE, um sich mit den elektrischen Verlusten auf der Rückseite von Solarzellen zu beschäftigen. Sein Ziel war, eine Passivierungsschicht zu finden, die es ermöglicht, diese Verluste zu reduzieren. Dieses Ziel hat der am Fraunhofer ISE beschäftigte Post-doc erreicht. Durch eine Plasmareaktion erzeugt er Aluminiumoxid und trägt es auf die Rückseite des Wafers auf. Durch diese Passivierung wird Licht an der Rückseite nicht mehr absorbiert, sondern in die Zelle zurück gespiegelt. Dank Saint-Cast Berechnungen sind die Energieverluste an der Rückseite der Solarzelle auf ein Minimum reduziert. Somit liegt der Wirkungsgrad dieser neuartigen Zellen um rund ein Prozent höher als bei herkömmlichen Zellen. Besonders bemerkenswert war dabei auch der schnelle Transfer seiner Arbeit in die industrielle Produktion – nur zwei Jahre nach den ersten positiven Ergebnissen waren die Prozesse an die Industrie übertragen.

Der Einstein Award wird seit 2005 an Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderer Weise um die globale Nutzung der Solarenergie als Energiequelle der Gegenwart und Zukunft – und somit für den »Planeten Erde« – verdient gemacht haben. Unter den bisherigen Einstein Award-Preisträgern sind Dr. Hermann Scheer, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Prof. Dr. Adolph Goetzberger, Prof. Dr. Martin Green, Prof. Antonio Luque Lopez, Dr. Rupert Neudeck und Prof. Yunus Muhammed sowie der SMA-Gründer Günter Cramer.

Der SolarWorld Junior Einstein Award fördert als ältester und renommiertester Nachwuchspreis der Branche seit 2006 junge Wissenschaftler und ihre Ideen rund um das Thema Photovoltaik. Prämiert werden herausragende Abschlussarbeiten, die sich durch mutige Ideen, Praxisrelevanz und theoretische Fundierung auszeichnen.

Biographien der Preisträger und weiteres Fotomaterial zum Download finden Sie auf unserer Internetseite: http://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/presseinformationen-2013/zweimal-einstein-award-fuer-fraunhofer-ise

Karin Schneider | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ise.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise