Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei Nachwuchswissenschaftler teilen sich mit 5.000 Euro dotierten ZEW-Forschungspreis

20.07.2009
Zum sechsten Mal hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim den Heinz König Young Scholar Award für herausragende Forschungsarbeiten junger Nachwuchswissenschaftler vergeben.

In diesem Jahr geht der Forschungspreis zu gleichen Teilen an Christina Felfe von der Universität St. Gallen und Alexander M. Danzer von der University of London.

Felfe erhält den Preis für eine Untersuchung zu der Frage, ob Mütter bei einem guten Arbeitsumfeld früher aus der Babypause zurückkehren. Danzer erhält die Auszeichnung für den empirischen Nachweis, dass Arbeitnehmer sich nicht vollständig gegen vorübergehende unvorhergesehene Lohneinbußen schützen können.

Der jährlich vom ZEW verliehene Heinz König Young Scholar Award ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert und bietet zusätzlich die Möglichkeit zu einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt am ZEW. Das Preisgeld stiftete in diesem Jahr die ProMinent Dosiertechnik GmbH, einer der weltweit führenden Hersteller von Systemen zur Wasseraufbereitung. Der Preis wurde im Rahmen des 11. ZEW Summer Workshops für junge Ökonomen von Professor Dr. Andreas Dulger, Vorsitzender der Geschäftsführung der ProMinent Dosiertechnik GmbH und Mitglied im Vorstand des Förderkreises Wissenschaft und Praxis am ZEW, übergeben. Der diesjährige Summer Workshop stand ganz im Zeichen der empirischen Arbeitsmarktforschung.

Die ausgezeichnete Arbeit von Christina Felfe untersucht, welche Arbeitsbedingungen dazu beitragen können, dass Mütter nach einer Babypause rasch in den Beruf zurückkehren. Sie nutzt die Regelungen zur Elternzeit in Deutschland, um nachzuweisen, dass Frauen umso früher wieder in die Betriebe kommen, je attraktiver ihr Arbeitsplatz gestaltet ist. Felfe schätzt zudem, dass betriebliche Zusatzleistungen für die Beschäftigten einen erheblichen finanziellen Wert haben. So sind Mütter, denen der Arbeitgeber eine Anpassung ihrer Arbeitszeit an die Zeiten der aushäusigen Betreuung ihrer Kinder ermöglicht, bereit, auf bis zu 30 Prozent ihres Einkommens zu verzichten.

Ob sich Arbeitnehmer gegen unerwartete vorübergehende Einkommensverluste schützen können, ist das Thema von Alexander M. Danzer. Er zeigt anhand von Daten aus der Ukraine, dass Arbeitnehmer schlecht vorausschauen und erst dann handeln, wenn ein Einkommensverlust eingetreten ist. Da Arbeitsplatzwechsel mit hohen Kosten verbunden sind, reagieren die Betroffenen auf vorübergehende Einkommensverluste mit verstärkten Nebentätigkeiten. Danzers Ergebnisse zeigen, dass der Staat, indem er Nebentätigkeiten fördert, den Beschäftigten die Möglichkeit eröffnet, auf vorübergehende Einkommensverluste besser reagieren zu können.

Der Leiter des Forschungsbereichs Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung am ZEW, Dr. Holger Bonin, würdigte in seiner Laudatio die beiden ausgezeichneten Arbeiten als Beiträge, die ganz im Sinne Heinz Königs die Brücke zwischen innovativer empirischer Forschung und wirtschaftspolitischer Relevanz schlagen. Felfes Arbeit zeige, dass die Betriebe durch attraktive Rahmenbedingungen demografisch bedingtem Fachkräftemangel vorbeugen könnten. Danzers Ergebnisse lieferten ein Argument für die Zahlung von Kurzarbeitergeld in der aktuellen Konjunkturkrise. "Wenn man Danzers Arbeit anschaut", so Bonin weiter, "gibt es aber auch andere brauchbare Formen der Versicherung für die Betroffenen."

Der Heinz König Young Scholar Award ist nach dem 2002 verstorbenen Gründungsdirektor des ZEW, Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz König, benannt. Er wird für hervorragende empirische Arbeiten junger Wirtschaftswissenschaftler vergeben. Das ZEW will mit dem Preis in Erinnerung an den hervorragenden akademischen Lehrer Heinz König zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beitragen.

Der Heinz König Young Scholar Award wurde in diesem Jahr an die Autoren der besten Aufsätze vergeben, die beim 11. ZEW Summer Workshop "Neue Perspektiven in der empirischen Arbeitsmarktforschung" vorgestellt wurden. Zum Summer Workshop trafen sich 25 Nachwuchsforscher aus Australien, China, Europa, Indien, Japan und den Vereinigten Staaten. Sie diskutierten vier Tage lang ihre Forschung mit international renommierten Wissenschaftlern.

Im Rahmen der Veranstaltung hielt Prof. Deborah Cobb-Clark, Ph.D. von der Australian National University in Canberra eine Vorlesung zu Geschlechterdifferenzen am Arbeitsmarkt. Prof. Dr. Markus Fröhlich von der Universität Mannheim stellte neue ökonometrische Methoden zur Programmevaluation vor. Prof. Daniel S. Hamermesh, Ph.D. von der University of Texas in Austin referierte über die Nutzung von Zeitverwendungsdaten in der ökonomischen Forschung.

Gunter Grittmann |
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie
28.06.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Revolutionäres Desinfektionsverfahren und Referenzmaterial für Genanalysen sind UNIQUE-Sieger
28.06.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten