Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei Millionen Euro zur Erforschung von Osteoporose

20.01.2015

Bundesministerium für Bildung und Forschung und Forschungsagentur ANR fördern Kooperation von UMG und UKE mit französischen Wissenschaftlern mit 1,8 Millionen Euro über drei Jahre.

Ein deutsch-französisches Forschungsvorhaben zu Osteoporose erhält Fördergelder in Höhe von 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der französischen Forschungsagentur „Agence nationale de la recherche“ (ANR).


Prof. Dr. Steven Johnsen, Leiter der Arbeitsgruppe Translationale Krebsforschung in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Foto: UKE/Felizitas Tomrlin

Sprecher des Forscherteams ist Prof. Dr. Steven Johnsen, Leiter der Arbeitsgruppe Translationale Krebsforschung in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Wissenschaftler am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB). Neben Prof. Johnsen wirken an dem Forschungsvorhaben mit Prof. Dr. Dr. Eric Hesse, Leiter Forschung der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), sowie die französischen Wissenschaftler Dr. Valerie Geoffroy von der Universität Paris Diderot und Assistant Prof. Dr. Morgane Thomas-Chollier vom Institut de Biologie de l’Ecole normale supérieure in Paris.

Die deutsch-französische Wissenschaftskooperation mit dem Titel iBONE (Integrative Biologie von osteoanabolen Netzwerken im Epigenom) hat zum Ziel, neue Ansätze für Therapien der Knochenerkrankung Osteoporose zu erforschen. Über einen Zeitraum von drei Jahren finanziert das BMBF die deutschen, das ANR die französischen Arbeitsgruppen. Die Förderung erfolgt im Rahmen des bi-nationalen Programms „Epigenomik von Volkskrankheiten und altersbedingten Erkrankungen“, das Kooperationen von deutschen und französischen Forschern unterstützt.

DAS PROJEKT
Mit dem iBONE-Projekt wollen die Wissenschaftler grundlegende zelluläre Mechanismen aufklären, um neue Therapieansätze für Osteoporose zu entwickeln. „Trotz seiner Härte ist Knochen ein sehr dynamisches Gewebe“, sagt Prof. Johnsen. „Der Körper baut Knochensubstanz ständig auf und ab. Bei jungen, gesunden Menschen gleicht der Aufbau den Abbau vollständig aus, so dass die Knochen belastbar bleiben. Je älter wir werden, desto mehr überwiegt jedoch der Abbau.“ Ist der Unterschied zwischen Ab- und Aufbau zu groß, verliert der Knochen seine Widerstandsfähigkeit. Es kommt zu Osteoporose.

Fast alle Therapien von Osteoporose wirken, indem sie den Abbau von Knochensubstanz verringern. „Wir wollen umgekehrt an die Sache herangehen und herausfinden, wie sich der Knochenaufbau beeinflussen lässt“, sagt Prof. Johnsen. Dazu werden die Forscher unter anderem Knochenmaterial von Patienten verschiedenen Alters untersuchen. So wollen sie verstehen, was sich in den Knochenzellen mit den Jahren ändert. Man weiß bereits, dass es genetische Gründe für eine erhöhte Osteoporose-Neigung gibt. Doch was steuert diese Gene?

Das deutsch-französische Forscherteam konzentriert sich auf einen besonderen Aspekt: Epigenetische Markierungen an Genen. Darunter versteht man chemische Veränderungen der DNA oder von Proteinen, die an die DNA gebunden sind. Die DNA-Sequenz ändert sich dabei nicht. Die epigenetischen Markierungen entscheiden dar-über, ob ein Gen an- oder ausgeschaltet ist. Sie könnten so den Knochenaufbau steuern. „Wir wollen herausfinden, welche epigenetischen Merkmale sich im Alter und bei Osteoporose-Patienten verändern“, sagt Prof. Dr. Steven Johnsen. „Kennen wir die epigenetischen Veränderungen und die Ereignisse, die zu der Erkrankung führen, ist dies das Fundament, um neue Therapien zu entwickeln.“

Osteoporose ist die häufigste Skeletterkrankung bei älteren Menschen. Besonders Frauen sind betroffen. Die Knochen verlieren nach und nach an Substanz, Brüche sind oft die Folge. Zwar gibt es verschiedene Therapien, um zu verhindern, dass der Körper das Knochenmaterial weiter abbaut. Diese sind jedoch oft mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen und Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie
Schwerpunkt Translationale Krebsforschung
Prof. Dr. Steven A. Johnsen, Telefon: 0551 / 39-20830
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
steven.johnsen@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics