Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei Heidelberger Wissenschaftler für den European Inventor Award vorgeschlagen

25.05.2012
Hugo Katus und Josef Bille wurden in den Kategorien „Industrie“ sowie „Lebenswerk“ nominiert

Der Heidelberger Mediziner Prof. Dr. Hugo Katus und der Physiker Prof. Dr. Josef Bille wurden für den Erfinderpreis des Europäischen Patentamts nominiert. Der „European Inventor Award“ wird jährlich an herausragende Erfinder für ihren Beitrag zum technologischen, sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt vergeben.

Hugo Katus, Kardiologe am Universitätsklinikum Heidelberg und Finalist im Bereich „Industrie“, hat einen Bluttest zur frühen Diagnose von Herzinfarkten entwickelt. Josef Bille, Professor im Ruhestand an der Universität Heidelberg und Nominierter in der Kategorie „Lebenswerk“, ebnete mit fast 100 Patenten in der Augenheilkunde den Weg für die heutigen Augen-Laseroperationen. Die Preisträger werden am 14. Juni in Kopenhagen bekannt gegeben.

Prof. Dr. Hugo Katus ist maßgeblich an der Entwicklung des sogenannten Troponin-T-Antikörpertests beteiligt, der einen neuen Standard nicht nur in der Herzinfarkt-Diagnose, sondern auch bei allen anderen Formen der Herzschädigung ermöglicht hat. Getestet wird auf das Herzmuskel-Protein Troponin-T, das Herzzellschäden anzeigt.

Mit diesem schnellen Bluttest ist die Erkennungsrate insbesondere von kleinen Herzinfarkten, die in der klinischen Praxis schwer nachweisbar sind, nach Angaben des Mediziners um mehr als 50 Prozent gestiegen.

„Durch die dann mögliche leitlinienkonforme Therapie können alleine in den USA mehr als 50.000 Menschenleben pro Jahr gerettet werden“, sagt Prof. Katus. An den Arbeiten haben Dr. Klaus Hallermayer von Roche Diagnostics und weitere Teammitglieder mitgewirkt. Prof. Katus ist Geschäftsführender Direktor der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg sowie Ärztlicher Direktor der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie.

Mit der von Prof. Dr. Josef Bille entwickelten LASIK-Methode für Augen-Laseroperationen – Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) – können Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmungen korrigiert werden. Zum Einsatz kommt dabei auch die sogenannte Wellenfront-Technologie – eine Messtechnik, mit der das menschliche Auge außerordentlich detailliert gescannt werden kann. Dieses „Bild“ bildet die Grundlage für präzise Augenkorrekturen. Der Heidelberger Physiker war bis 2007 am Kirchhoff-Institut für Physik der Ruperto Carola tätig und hat sich in der Grundlagenforschung mit adaptiv-optischen Messverfahren sowie der Weiterentwicklung der Lasertechnologie beschäftigt. Prof. Bille ist Mitgründer von fünf Start-ups im Bereich Laseroptik.

Der Erfinderpreis wird seit 2006 vom Europäischen Patentamt in Kooperation mit der Europäischen Kommission und dem Land, das die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, vergeben. Neben den Kategorien „Industrie“ und „Lebenswerk“ wird er in den Sparten „Forschung“, „Kleine und mittlere Unternehmen“ sowie „Außereuropäische Staaten“ verliehen. Pro Kategorie gibt es jeweils drei Nominierungen. Eine internationale Jury von führenden Persönlichkeiten aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Medien wählt die Finalisten und die anschließenden Preisträger aus rund 200 nominierten Erfindern oder Erfinderteams aus.

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten