Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zellulose zahlt sich aus

29.03.2011
American Chemical Society zeichnet Prof. Dr. Thomas Heinze von der Uni Jena mit dem „Anselme-Payen-Award“ aus

Prof. Dr. Thomas Heinze von der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält heute (29.3.) während einer Tagung der American Chemical Society (ACS) in Anaheim (USA) den „Anselme-Payen-Award“ 2010. Der mit 3.000 US-Dollar dotierte Preis wird jährlich von der ACS für herausragende Leistungen in der Zellulose-Forschung vergeben und ist die bedeutendste Auszeichnung auf diesem Gebiet.

„Danach kommt nur noch der Nobelpreis“, meint Heinze scherzhaft, der seit fast 20 Jahren auf diesem Gebiet forscht. Die ACS ist mit mehr als 160.000 Mitgliedern die größte wissenschaftliche Vereinigung der Welt. Der Preis ist nach dem französischen Chemiker und Entdecker der Zellulose Anselme Payen (1795-1871) benannt.

Während andere Wissenschaftler am Ende ihrer Laufbahn mit dem Preis geehrt werden, erhält Thomas Heinze ihn bereits mit 53 Jahren. „Neben der hohen Wertschätzung meiner Arbeit sehe ich deshalb darin auch einen Ansporn, in Zukunft genau so weiterzumachen“, sagt der Jenaer Chemiker.

Insbesondere betont er, dass nicht nur er dadurch gewürdigt werde sondern sein ganzes Team. Schließlich seien viele Ideen in fruchtbarer Zusammenarbeit entstanden.

Seit seiner Rückkehr nach Jena 2002 – er hatte hier bereits studiert – sucht Heinze mit seinen Mitarbeitern gezielt nach neuen Anwendungsmöglichkeiten für Zellulose. „Als ich damit anfing, bekamen nachwachsende Rohstoffe weit weniger Aufmerksamkeit als heute“, erzählt Heinze. „Im Angesicht von Energie- und Rohstoffproblemen hat sich das aber drastisch geändert.“ Mit seinen Entwicklungen habe er gezeigt, dass Zellulose eine viel größere Rolle spielen kann als nur den Grundstoff für Papier zu liefern. So sei sie etwa in der Medizin bald nicht mehr wegzudenken. Inzwischen werden etwa Dialysefilter aus Zellulose eingesetzt und sie gilt als ideales Trägermaterial für Medikamente, um die Wirkstofffreisetzung besser kontrollieren zu können. Selbst Flachbildschirme bestehen zu einem erheblichen Teil aus Zellulose.

Im Rahmen der ACS-Tagung traf sich die „Cellulose and Renewable Materials Division“ – eine Unterabteilung der ACS – zu einem dreitägigen Award-Symposium zu Ehren Heinzes. Zum Abschluss am heutigen Dienstag findet ein großes Dinner statt, auf dem der Jenaer Chemiker geehrt wird. „Es wird sicher sehr heiter zugehen“, berichtet Heinze aus Erfahrung. „Denn beim sogenannten ,Roasting‘ stellt mich ein Kollege auf lustige Art und Weise vor.“ Auch er werde über sich und seine Arbeit sprechen – allerdings aus anderen ungewohnteren Blickwinkeln als den rein wissenschaftlichen.

Insgesamt haben bisher erst drei deutsche Wissenschaftler den renommierten „Anselme-Payen-Award“ erhalten – zwei davon von der Universität Jena. Denn neben Heinze 2010 wurde Prof. Dr. Dieter Klemm 2004 ausgezeichnet.

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Heinze
Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der Universität Jena / Kompetenzzentrum Polysaccharidforschung
Humboldtstraße 10, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948270
E-Mail: thomas.heinze[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: ACS Massenspektrometer Zellulose chemical engineering

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie