Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zellen vereinzeln, sortieren und drucken

12.01.2015

Ausgründung der Universität Freiburg erhält den Förderpreis des Forum Angewandte Informatik und Mikrosystemtechnik

Das Unternehmen cytena GmbH, eine Ausgründung der Professur für Anwendungsentwicklung des Instituts für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg, hat ein Produkt entwickelt, das Zellen einzeln druckt und den Prozess einfacher, genauer und wirtschaftlicher macht.


Die patentierte Technologie isoliert und sortiert einzelne Zellen ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker. Foto: Cytena GmbH

Das Team nutzte dafür Erkenntnisse und Methoden aus der Mikrosystemtechnik, der Informatik sowie der Zellbiologie. Für seine Ergebnisse erhält es nun den Förderpreis des Forum Angewandte Informatik und Mikrosystemtechnik (FAIM), der mit 2.500 Euro dotiert ist.

Informationen auf der Ebene einzelner Zellen liefern entscheidende Impulse für die Stammzellforschung, Krebsforschung, Pharmazie und die Biotechnologie. Bisher war es jedoch schwierig, einzelne Zellen gezielt zu isolieren, ohne sie zu beschädigen oder zu verändern.

Um etwa in der personalisierten Medizin Behandlungen noch genauer auf die Bedürfnisse der jeweiligen Patientinnen und Patienten abzustimmen, sind automatisierte Methoden notwendig – zum Beispiel der Einzelzelldrucker.

Die patentierte Technologie von cytena isoliert und sortiert einzelne Zellen ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker: Statt Tinte füllt eine Zelllösung die Einweg-Druckerkartusche. Unterstützt von einem automatisierten, bildgebenden Verfahren verkapselt der Drucker Zellen in Mikrotropfen und druckt diese auf beliebigen Untersuchungsträgern aus.

Durch das schonende Verfahren sind die Zellen auch nach dem Druck lebensfähig und können analysiert oder zu so genannten Klonkolonien gezüchtet werden. Das automatische und einfach zu bedienende Gerät soll als flexibles Werkzeug die personalisierte Medizin beschleunigen – bei der Entwicklung moderner Wirkstoffe, so genannter Biologicals; und bei der genetischen Analyse von einzelnen Zellen für die Krebs- und Stammzellforschung.

Prototypen des Einzelzelldruckers sind bereits bei einem Laborgerätehersteller, einem Biotechunternehmen und einer Forschungseinrichtung im Einsatz.

Die Freiburger Ingenieure Jonas Schöndube und Andre Gross arbeiten seit vier Jahren an der Technologie des Einzelzelldruckers. Zusammen mit dem Volkswirt Benjamin Steimle und Dr. Peter Koltay vom IMTEK haben sie im Juni 2014 die Firma cytena GmbH gestartet.

Den Förderpreis überreicht der FAIM-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Bay bei der Eröffnung der Industriemesse i+e am 14. Januar 2015 in der Messe Freiburg. Das FAIM ist eine Plattform, die den Austausch zwischen Forschenden und Studierenden der Technischen Fakultät der Universität Freiburg und der regionalen Industrie fördert. Jedes Jahr vergibt der Verein einen Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen, Entwicklungen und Innovationen auf dem Gebiet der Mikrosystemtechnik oder Informatik.

Kontakt:
Natascha Thoma-Widmann
PR/Marketing-Referentin
Technische Fakultät
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-8056
E-Mail: thoma-widmann@tf.uni-freiburg.de

Weitere Informationen:

http://www.cytena.com - Cytena GmbH
http://faim.tf.uni-freiburg.de - Forum Angewandte Informatik und Mikrosystemtechnik

Rudolf-Werner Dreier | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops