Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zarnekow-Förderpreis 2012 verliehen

20.03.2012
Für ihre Arbeiten zur Vorhersage des längerfristigen Behandlungserfolgs bei stationärer Psychotherapie wird die Psychologin Hanne Melchior, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, mit dem diesjährigen Zarnekow-Förderpreis ausgezeichnet.

In den westlichen Industriestaaten liegt bei rund einem Drittel der Erwachsenen zwischen 18 und 65 Jahren eine psychische Störung vor. Hier wie in anderen Bereichen der Medizinischen Versorgung ordnen sich Therapien tendenziell immer strikter dem Diktat der Effizienz unter. Auch die stationäre Behandlung psychischer Erkrankungen wurde in den letzten Jahren stetig verkürzt.

Hanne Melchior hat mit ihrer Doktorarbeit im Bereich Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eine Studie wider den Zeitgeist durchgeführt. In drei Fachkliniken untersuchte sie den Therapieverlauf von 576 Patienten. Häufige Diagnosen waren Depressionen, Belastungsstörungen und Angsterkrankungen. Im Fokus ihrer Untersuchungen stand vor allem die Frage nach den Voraussetzungen für die Stabilität des Behandlungserfolgs, sechs Monate nach Beendigung eines mehrwöchigen Krankenhausaufenthaltes.

Dabei stellten sich bei spezifischen Patientengruppen der Zeitpunkt des Ansprechens auf die stationäre Behandlung und die Behandlungsdauer als relevante Prädiktoren für den langfristigen Therapieerfolg heraus: Vor allem Berufstätige mit höherem Bildungsniveau und geringer Chronifizierung ihrer Erkrankung sprechen früh auf die Behandlung an. Diese Gruppe der Early-Responder profitiert in hohem Maße von einer längeren Therapiedauer. Auch nach Besserung der Symptome ist eine weitere Behandlung in der Klinik erforderlich.

Bei der Gruppe der nicht Erwerbstätigen mit geringerem Bildungsniveau und chronischem Krankheitsverlauf zeigt sich eine Verbesserung der Symptome nur verzögert oder gar nicht. Sie gehören zur Gruppe der Delayed- oder Non-Responder. Um auch hier Erfolge zu erzielen, ist eine Anpassung der therapeutischen Konzepte an die Bedürfnisse dieser Patientenkohorte dringend erforderlich.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der Zarnekow-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft an junge Wissenschaftler verliehen, die sich in herausragender Weise mit einem rehabilitationswissenschaftlichen Thema befasst haben. Die Stiftung schreibt den „Zarnekow-Förderpreis für Rehabilitationsforschung“ jährlich in Kooperation mit der Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften aus.

Die Preisverleihung fand im Rahmen des Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquiums am 7. März 2012 im Congress Center Hamburg statt. Der Zarnekow-Förderpreis wurde zum elften Mal verliehen.

Nicole Germeroth | idw
Weitere Informationen:
http://stiftungen.stifterverband.info/t225_zarnekow/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften