Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Young Scientist Award für Rostocker Forscher

09.09.2011
Erstmals spezielle Gaseigenschaften berechnet

Der Rostocker Wissenschaftler Robert Hellmann (29) hat den Young Scientist Award der „19th European Conference on Thermophysical Properties“ (ECTP) erhalten. Der Preis, der von dem global tätigen Gerätebau-Unternehmen NETZSCH gesponsert wird, wurde auf der ECTP Ende August 2011 in Thessaloniki, Griechenland, überreicht.

Mit diesem weltweit ausgeschriebenen Preis wird alle drei Jahre ein junger Wissenschaftler ausgezeichnet, der auf dem Gebiet experimenteller oder theoretischer Untersuchungen zu thermophysikalischen Eigenschaften von Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern herausragende Leistungen erbracht hat.

Dr. rer. nat. Robert Hellmann studierte von 2000 bis 2005 an der Universität Rostock Chemie mit dem Studienschwerpunkt Physikalische Chemie. Anschließend erarbeitete er bis 2009 im Arbeitskreis von Prof. Dr. Eckhard Vogel seine Dissertation zu dem Thema: „Ab initio-Berechnung der Wechselwirkungspotentiale von Helium, Neon und Methan sowie theoretische Untersuchungen zu ihren thermophysikalischen Eigenschaften und denen von Wasserdampf“.

Während seiner Doktorandenzeit verbrachte er einen mehrmonatigen Aufenthalt an der Newcastle University (England) bei Professor Alan S. Dickinson und am Imperial College in London bei Professor Velisa Vesovic. Nach der Promotion setzte Robert Hellmann seine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität Rostock fort und beschäftigt sich aktuell mit der Entwicklung hochgenauer theoretischer Rechenmodelle für die Vorhersage der physikalischen Eigenschaften von Gasen unter hohem Druck.

„Robert Hellmann ist es als erstem Wissenschaftler weltweit gelungen, für kleine Dichten Transport- und Relaxationseigenschaften von Gasen, die aus mehratomigen gewinkelten Molekülen bestehen, theoretisch ohne Rückgriff auf experimentelle Untersuchungen zu berechnen“, würdigt Prof. Vogel die wissenschaftlich herausragende Leistung seines ehemaligen Doktoranden. Dazu hat Hellmann eine neue Kombination von quantenmechanischen und statistisch-mechanischen Methoden entwickelt.

Seine Untersuchungsergebnisse für Methan, Wasserdampf und Schwefelwasserstoff besitzen große praktische Bedeutung im Ingenieurwesen, da sie extrem zuverlässige Resultate in thermodynamischen Zustandsbereichen liefern, wo Messungen gewöhnlich mit großen Unsicherheiten behaftet sind. So wurden die berechneten Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten von Wasserdampf als Basiswerte in die neue Referenzgleichung IAPWS 2011 einbezogen, die weltweit in der Kraftwerkstechnik als Standard verwendet werden wird.

Generell sind in Zeiten global knapper werdender Ressourcen genaue physikalische Stoffdaten sehr wichtig zur optimalen Auslegung technischer Prozesse in der chemischen Industrie und der Energietechnik. Theoretische Rechenmodelle stellen auch dank immer schnellerer Computer-Hardware eine kostengünstige Alternative zum Experiment dar. Modellierung und Simulation sind daher in den Grundlagen- und Ingenieurwissenschaften an der Universität Rostock seit Jahren ein sich rasant entwickelnder Forschungsbereich.

Kontakt:
Universität Rostock
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Dr. rer. nat. Robert Hellmann
Fon: +49 (0)381 498 6509
Fax: +49 (0)381/498 6502
eMail: robert.hellmann@uni-rostock.de
Universität Rostock
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Prof. Dr. Eckhard Vogel
Fon: +49 (0)381 498 6510
Fax: +49 (0)381/498 6502
eMail: eckhard.vogel@uni-rostock.de
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Fax: +49 (0)381/498 1032
eMail: ulrich.vetter@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Berichte zu: ECTP Gase Merit Award Methan Rechenmodelle Wasserdampf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht Der Herr der Magnetfelder: EU verleiht HZDR-Forscher begehrte Forschungsförderung in Millionenhöhe
12.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Metalle verbinden ohne Schweißen

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf

23.04.2018 | Medizin Gesundheit

Wie zerfallen kleinste Bleiteilchen?

23.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics