Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wohnungsbau der Zukunft mit HOME+ Internationaler Wettbewerb Solar Decathlon Europe 2010

19.06.2009
Wie sieht der Wohnungsbau der Zukunft aus? Diesem Thema widmet sich der internationale Wettbewerb "Solar Decathlon Europe 2010", der ein in den USA sehr erfolgreich etabliertes Modell nach Europa holt.

Beim "Solaren Zehnkampf" tritt die HFT Stuttgart als eine von 20 ausgewählten Hochschulteams aus der ganzen Welt an, um bis Juni 2010 ein 75m² großes und ausschließlich mit solarer Energie versorgtes Wohnhaus zu entwerfen und zu bauen.

"Wir vereinen für diesen Wettbewerb unsere gesamte umfassende Kompetenz, indem wir das Knowhow der Studiengänge Architektur, Bauphysik, Innenarchitektur, Konstruktiver Ingenieurbau und Sustainable Energy Competence sowie unses Instituts für Gebäudeenergieforschung (zafh.net) einbringen." Projektleiter Professor Dr. Jan Cremers sieht die HFT Stuttgart bestens gerüstet, diese Aufgabe von der Konzeption des Entwurfs über die technische Durcharbeitung bis hin zur Realisierung vor Ort in Madrid erfolgreich und auf hohem Niveau zu bewältigen. "Der Wettbewerb ist eine hervorragende Gelegenheit, den Studierenden einen wichtigen interdisziplinären, zukunftsrelevanten und praxisnahen Baustein in ihrer Ausbildung anzubieten."

Das Entwurfs- und Energiekonzept der HFT Stuttgart stellt eine Kombination von traditionellen Grundprinzipien mit modernem Material und neuer Technologie dar. Ausgangspunkt ist ein kompaktes und sehr gut gedämmtes Volumen, das eine geringe Hüllfläche im Verhältnis zum umschlossenen Raum aufweist. Dadurch erreicht man eine Minimierung der Transmissionswärmeverluste und damit auch des Energiebedarfs.

Die einzelnen Module werden mit etwas Abstand zueinander angeordnet. Die entstehenden Fugen dienen der Belichtung, der Belüftung, der Vorwärmung im Winter und der passiven Kühlung im Sommer. Eine besondere Rolle spielt dabei der Energieturm, der im Zusammenspiel von Wind und Verdunstungskühlung zur Erzeugung eines angenehmen Innenraumklimas beiträgt. Dabei bedient er sich der Grundprinzipien traditioneller Vorbilder aus entsprechenden Regionen, wie der Windtürme im arabischen Raum und der in Spanien weitverbreiteten Patios. In Kombination mit heute verfügbaren neuen Materialien und Technologien entsteht ein Element, das hohen Komfort bei niedrigem Energieverbrauch ermöglicht und gleichzeitig die gestalterische und räumliche Wahrnehmung des Gebäudes maßgeblich prägt.

Um den zwar niedrigen, aber dennoch vorhandenen, Energiebedarf zu decken, wird die gesamte Gebäudehülle solar aktiviert. Das Dach und die Fassaden werden mit einer Art zweiten Hülle mit Photovoltaik-Solarmodulen (PV) zur Stromerzeugung versehen. Erste Simulationen lassen erwarten, dass der Energiebedarf mit den Erträgen der PV-Flächen nicht nur gedeckt werden kann, sondern sogar noch zusätzlich Strom ins Netz eingespeist werden kann. Damit wird das Gebäude HOME+ der HFT Stuttgart zum Plusenergiehaus.

Der modulare Aufbau des Gebäudes ermöglicht die Weiterentwicklung zu einem Bausystem. Durch die Addition der Module und Fugen können nachhaltige, energieeffiziente und architektonisch hochwertige Wohngebäude mit hohem Wohnwert für Singles, Paare, Familien oder Wohngemeinschaften entstehen.

Der Zeitplan des Projektes sieht vor, im Herbst 2009 mit den ersten Bauteilen zu beginnen, für April 2010 ist die Fertigstellung des Gebäudes geplant. In einer Testphase werden Gebäudetechnik und Regelung optimiert, bevor im Juni 2010 die Demontage des Gebäudes und der Transport nach Madrid ansteht. Nach dem Wettbewerb wird das Gebäude am Hochschulstandort Stuttgart aufgestellt und soll dort als Veranstaltungs- und Forschungsgebäude dienen.

Zum Abschluss des Wettbewerbs, im Juni 2010, werden die Häuser aller Teams eine Woche lang in Madrid einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und die Sieger gekürt. Neben hohen Anforderungen an die Energieeffizienz und die Einbindung solarer Energiegewinnung in das Konzept stellen auch der Transport und die Montage in Madrid eine große Herausforderung dar, die es zu meistern gilt. Darüber hinaus werden architektonische Qualitäten des Gebäudes, die Kommunikation der Ideen und Konzepte und ihre Marktfähigkeit bewertet.

Auslober ist das spanische Wohnungsbauministerium in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Energieministerium (DOE). Die beteiligten deutschen Hochschulen werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages durch einen substantiellen Beitrag unterstützt.

Die Wettbewerbsteilnahme der HFT Stuttgart steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Günther H. Oettinger. Neben dem BMWi konnte die HFT Stuttgart müllerblaustein (Müller Holzbau GmbH) als wichtigen Sponsor gewinnen. Weitere Förderer sind die Margarete Müller-Bull Stiftung, die Knödler Decker Stiftung, der Allgemeine Studierendenausschuss der HFT Stuttgart (AStA) und die Transsolar Energietechnik GmbH.

Petra Dabelstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.hft-stuttgart.de
http://www.sdeurope.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics