Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftspreis 2012 der Fritz Behrens-Stiftung geht an Stefan Hell

17.10.2012
Stefan W. Hell, Direktor und Leiter der Abteilung NanoBiophotonik am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, hat am Dienstag, 16. Oktober für seine bahnbrechenden Entwicklungen in der Lichtmikroskopie einen der beiden Wissenschaftspreise 2012 der Fritz Behrens-Stiftung erhalten.
Neben dem Physiker wurde die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan von der Humboldt-Universität Berlin ausgezeichnet. Mit dem alle zwei Jahre verliehenen Wissenschaftspreis ehrt die Fritz Behrens-Stiftung herausragende Wissenschaftlerpersönlichkeiten und fördert zugleich die Forschung. Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro Forschungsmitteln dotiert.

„Der Wissenschaftspreis 2012 der Fritz Behrens-Stiftung wird mit Stefan Hell an einen außergewöhnlichen Physiker verliehen, der bahnbrechende Fortschritte auf dem Gebiet der optischen Mikroskopie erzielt hat: Fortschritte, die nicht nur völlig neue wissenschaftliche Erkenntnisse versprechen, sondern letztendlich uns allen zugutekommen werden.

Seine hochauflösende STED- Mikroskopie eröffnet fantastische neue Möglichkeiten für die biologische und biomedizinische Forschung“, sagte Jens Frahm, Leiter der Biomedizinischen NMR Forschungs GmbH, in seiner Laudatio anlässlich der feierlichen Verleihung.

Vorher konnten Lichtmikroskope Objekte, die weniger als 200 Nanometer (millionstel Millimeter) voneinander entfernt sind, im Bild nicht mehr trennen. Für Biologen, die bei der Beobachtung von Vorgängen in lebenden Zellen auf die Lichtmikroskopie angewiesen sind, bedeutete dies eine massive Einschränkung – denn für sie sind weitaus kleinere Strukturen in lebenden Zellen interessant.

Mit seiner STED-Mikroskopie unterläuft Hell die Grenze mit einem einfachen Trick: Eng benachbarte Details werden kurzfristig dunkel gemacht, und zwar so, dass sie nicht gleichzeitig, sondern nur nacheinander sichtbar sind. Auf diese Weise lassen sich Strukturen in lebenden Zellen mit einer heute bis zu zehnmal besseren Detailschärfe beobachten. „Die Methode ist noch längst nicht ausgereizt. Rein theoretisch gibt es nach unten bis zum Molekül keine Grenze“, erklärt der Physiker. „Unser Ziel ist es, mit unseren Mikroskopen noch tiefer in den Nanokosmos von Zellen zu schauen und wichtige Lebensprozesse sichtbar zu machen.“

Die Wissenschaftspreise 2012 der Fritz Behrens-Stiftung wurden den beiden Forschern am Dienstag, 16. Oktober in Hannover überreicht.

Über die Fritz Behrens-Stiftung:
Die Fritz Behrens-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Hannover. Sie wurde auf testamentarischen Wunsch des Industriellen Fritz Behrens nach dessen Tod 1923 gegründet und engagiert sich heute in den Bereichen Wohltätigkeit, Kunst, Wissenschaft, Bildung und Denkmalschutz. Die Stiftung besitzt eine Vielzahl von Kunstgegenständen und Musikinstrumenten, die sie als Dauerleihgabe verschiedenen Einrichtungen oder Nachwuchskünstlern überlässt.

Über den Preisträger:
Stefan W. Hell promovierte 1990 an der Universität Heidelberg in Physik und arbeitete von 1991 bis 1993 am Europäischen Molekularbiologischen Laboratorium (EMBL) in Heidelberg. Danach folgte ein dreieinhalbjähriger Aufenthalt an den Universitäten Turku (Finnland) und Oxford (Großbritannien). Als Leiter einer Max-Planck-Nachwuchsgruppe wechselte er im Jahr 1997 an das Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Seit 2002 ist er Direktor und Leiter der Abteilung NanoBiophotonik. Stefan Hell hat für seine Forschung zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den 10. Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten (2006), den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis sowie den Niedersächsischen Staatspreis (beide 2008). Der Otto-Hahn-Preis für Physik folgte im Jahr 2009, der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft wurde ihm 2011 verliehen.
Kontakt:
Fritz Behrens-Stiftung

Matthias Fontaine
, Rechtsanwalt und Notar

Tel.: +49 511 / 812033

E-Mail: matthias.fontaine@fontaine-goetze.de

Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan W. Hell, Abteilung NanoBiophotonik
Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen
Tel.: +49 551 / 201-2500, -2503
E-Mail: shell@gwdg.de

Dr. Carmen Rotte, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen
Tel.: +49 551 / 201-1304
E-Mail: carmen.rotte@mpibpc.mpg.de

Dr. Carmen Rotte | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpibpc.mpg.de/de/hell

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neues Verfahren zur Inprozesskontrolle in der Warmumformung

18.08.2017 | Verfahrenstechnologie

Auf dem Weg zu künstlichem Gewebe- und Organersatz aus dem 3D-Drucker

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten