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Wissenschaftsministerium: Neue Zentren für angewandte Forschung erhalten über 2 Mio. Euro

18.01.2013
„Die in den letzten Jahren gegründeten Zentren für angewandte Forschung haben wie erhofft die Profilbildung der Hochschulen für angewandte Wissenschaften vorangebracht“, sagte Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, am Freitag (18. Januar) in Stuttgart. „Mit der Förderung der beiden neuen Zentren gehen wir diesen erfolgreichen Weg konsequent weiter“.
Das Zentrum für angewandte Forschung (ZAFH) „AAL“ unter Koordination der Hochschule Furtwangen sowie das ZAFH „SPANTEC-light“ unter Koordination der Hochschule Aalen werden im Rahmen der dritten Förderrunde (2013-2016) mit jeweils max. 1,2 Mio. Euro über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert.

Forschung für den demographischen Wandel und für Zukunftstechnologien

Im ZAFH „AAL“, sollen innovative Assistenzsysteme und Technologien zur Unterstützung eines selbständigen Lebens bis ins hohe Alter sowie zur Sicherung sozialer Beziehungen und Teilhabe für Menschen mit Hilfebedarf entwickelt werden. Derartige Systeme und darauf basierende Dienstleistungen sind unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) bekannt. Sie werden vor dem Hintergrund des demographischen Wandels dringend benötigt: In Baden-Württemberg werden 2050 etwa 40 % der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein und die Anzahl der Pflegebedürftigen wird sich deutlich erhöhen. Typische Anwendungen von AAL sind z. B. die Erkennung von Gefahrensituationen wie Sturz und Brandgefahr oder auch Erinnerungssysteme zur Medikamenteneinnahme. Die Besonderheit des neuen Zentrums besteht in der engen Verflechtung von Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Soziologie, der Pflegewissenschaft sowie der Gerontologie.

Angesichts von Energiewende und Rohstoffknappheit haben sich Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs, zur Schonung limitierter Rohstoff-Ressourcen und zur Verringerung der Produktionskosten zu Innovationstreibern entwickelt. Neue Produkte und Verfahren, die z. B. im Bereich der Elektromobilität oder der regenerativen Energien eingesetzt werden, müssen diesen aktuellen Entwicklungen und Trends Rechnung tragen. Das ZAFH „SPANTEC-light“ befasst sich vor diesem Hintergrund mit der Analyse und der Anwendung innovativer Faserverbundwerkstoffe, die zunehmend im Automobil- und Maschinenbau, aber auch in der Energie- und Umwelttechnologie eingesetzt werden.

Ministerin Bauer: „Mit den ZAFH erschließen wir innovative Forschungsfelder an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und stärken die regionale Wettbewerbsfähigkeit“. Die Einrichtung der beiden neuen Zentren werde innovative Produkte in wissensintensiven Bereichen hervorbringen und so den Forschungs- und Innovationsstandort Baden-Württemberg insgesamt stärken.
Hinweis für die Redaktionen:
Ein ZAFH ist ein hochschulübergreifender Forschungsverbund, zu dem sich mehrere Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und Universitäten sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen haben. Unter Leitung einer HAW bearbeiten die Partner eines ZAFH wichtige Themen im Bereich der Schlüsseltechnologien. Die HAW des Landes leisten mit ihrer anwendungsbezogenen Forschung und Entwicklung einen wichtigen Beitrag zum Technologietransfer. Sie sind häufig Impulsgeber für die Wirtschaft, die durch die Anwendung von Forschungsergebnissen ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern kann.

Die Landesregierung hat für die Einrichtung von Zentren für angewandte Forschung an Fachhochschulen (ZAFH) Mittel bis zu 12 Mio. Euro zur Verfügung gestellt; die Mittel stammen aus Privatisierungserlösen im Rahmen der Zukunftsoffensive IV. Darüber hinaus leistet die Europäische Union eine ergänzende Kofinanzierung von 5 Mio. Euro. Seit 2008 wurden auf diese Weise bereits sechs andere ZAFH finanziert und aufgebaut.

Biljana Bojic | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwk.bwl.de

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