Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftlich-technische Themen breiter in der Ausbildung verankern

25.05.2009
DBU-Sonderpreise Umwelttechnik beim Bundesfinale Jugend forscht an Schüler aus Lingen und Rheine

Aus der Hand von Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), nahmen gestern Abend in Osnabrück Sven Krummen (18, Lingen) und Christian Wassermann (18, Wietmarschen) vom Franziskusgymnasium Lingen sowie Manuel Kamp (19, Schüttorf), Simon Jansen (19, Rheine) und Simon Sundermann (20, Ibbenbüren) vom Berufskolleg der Stadt Rheine die DBU-Sonderpreise Umwelttechnik beim 44. Bundeswettbewerb Jugend forscht entgegen.

Die beiden Lingener hatten an der Frage geforscht, ob die Brustflossen des Buckelwals als Vorbild für eine bessere Aerodynamik von Flugzeugtragflächen dienen können und dafür 1.000 Euro erhalten. Dem Trio aus Rheine ging es um eine intelligente Gebäudesteuerung und -regelung, die den Energieverbrauch in öffentlichen Gebäuden verringert. Dafür bekamen sie 500 Euro. Brickwedde: "Bei solchen Leistungen müssen wir keine Angst um die Zukunft des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses in Deutschland haben. Dennoch müssen wir alles tun, auch zukünftige Schülergenerationen für diese Schlüsselthemen zu begeistern."

Krummen und Wassermann hatten sich mit einer bionischen Fragestellung befasst. "Bionik", zusammengesetzt aus Silben der Begriffe "Biologie" und "Technik", ist eine Wissenschaftsdisziplin, bei der die Natur als Ideengeber für technische Produkte und Innovationen Pate steht. Den Schülern aus Lingen war die besondere Form der Brustflossen des Buckelwals aufgefallen. Sie hatten sich gefragt, ob sie als Vorbild tauge, um die Aerodynamik einer Tragfläche zu verbessern. Die beiden jungen Forscher entwarfen einen Wasserkanal, in dem man die Strömungsbedingungen an Flügelprofilen nachahmen und messen kann. Hier untersuchten sie Flügelformen mit verschiedenen Einkerbungen an der Vorderseite, die den Brustflossen eines Buckelwals nachempfunden sind. In einem Vergleich mit herkömmlichen Tragflächen zeigte sich nach Aussagen der Jungforscher, dass sie unter bestimmten Bedingungen Vorteile für die Luftfahrt bringen könnten.

Kamp, Jansen und Sundermann war das Vergeuden von Strom und Wärme in öffentlichen Gebäuden ein Dorn im Auge. Es motivierte die Schüler des Berufskollegs der Stadt Rheine, ein System zur intelligenten Gebäudesteuerung und -regelung zu entwickeln: RoomXCon. Dabei passt sich - von einem Computernetz zentral gesteuert - mithilfe einer speziellen Software die Technik flexibel an das Verhalten der Gebäudenutzer an. Im Falle einer Schule kann so zum Beispiel der Stundenplan berücksichtigt werden. RoomXCon fragt ab, ob ein Fenster geöffnet oder geschlossen ist, erfasst die Raumtemperatur, regelt die Heizung und schaltet das Licht. Alle Einflussfaktoren lassen sich zentral steuern, können aber auch - etwa in einzelnen Klassen - lokal beeinflusst werden. Im Vergleich zu bestehenden Systemen soll das RoomXCon, nach Aussage der drei Jungforscher, flexibler, wirkungsvoller und zudem auch noch preiswerter sein.

Brickwedde hatte im Rahmen der Preisübergabe darauf hingewiesen, dass die DBU seit vielen Jahren eng mit Jugend forscht verbunden sei und manches Vorhaben gemeinsam mit der Partnerstiftung auf den Weg gebracht habe. Die DBU sehe eine ihrer zentralen Aufgaben in der Unterstützung junger Menschen in- und außerhalb der Schule, sich mit naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen auseinander zu setzen. Aus vielen Untersuchungen sei bekannt, dass ein frühes Heranführen an diese Themen die beste Voraussetzung dafür biete, auch im späteren schulischen und beruflichen Werdegang diese Fächer verstärkt in die Berufswahl einzubeziehen. Deshalb plädiere die DBU nachdrücklich für eine "breitere Verankerung naturwissenschaftlich-technischer Themen und Fragestellungen in unsere Kinder- und Jugendausbildung".

Der Generalsekretär dankte Sponsoren und Partnern, Eltern und Lehrern und allen sonstigen Akteuren, die mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten. Sein besonderer Dank aber galt den Jungforschern selbst. Sie seien die "idealen und glaubwürdigsten Botschafter und Multiplikatoren für diese wichtige Aufgabe" und hätten durch ihre Neugier, ihren Wissensdurst und ihren Fleiß mehr als eindrücklich bewiesen, dass Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und die anderen naturwissenschaftlich-technischen Fächer nicht nur "nicht so schlimm" seien, sondern großen Spaß machen könnten. Brickwedde: "Die Natur mit ihren vielen Facetten hält große Geheimnisse bereit, die es zu entdecken gilt. Und Jugend forscht als der Mercedes unter den Schülerwettbewerben mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund ist die ideale Basis, einen ersten, aber wichtigen Blick zu wagen, um diese Schleier zu lüften."

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel28838_335.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Virenforschung
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht International ausgezeichnet! Rittal gewinnt „Cooling Oscar“
20.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie