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Kann Wissen über umweltfreundliches Haushalten das Verhalten ändern?

04.08.2011
Sonderpreis beim Umweltpreis 2011 der Stadt Mannheim für ein außergewöhnliches Projekt: Energiesparberater helfen Mietern, kostengünstiger und umweltfreundlicher zu haushalten, Projekt wird wissenschaftlich begleitet.

Ein Kooperationsprojekt der GBG – Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft / Chance Bürgerservice mit der Universität Mannheim und GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften wurde mit einem Sonderpreis beim Umweltpreis 2011 der Stadt Mannheim ausgezeichnet.

In diesem Projekt führen ausgebildete Energiesparberater eine individuelle, kostenlose vor-Ort-Beratung bei Mietern der GBG durch. Sie weisen auf potentielle Strom- und Energiefresser hin und geben Tipps zum energiesparenden Kochen, Waschen und Heizen. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird das Projekt vom GESIS- Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und der Universität Mannheim. Damit sollen wissenschaftlich geprüfte Erkenntnisse über das Umweltverhalten Mannheimer Bürger erhalten und der Einfluss der Beratung auf das Verhalten ermittelt werden, um so die Zielerreichung des Projektes einschätzen zu können.

Wissenschaftlich interessant ist das Projekt deshalb, weil es erstmalig die Wirkung von Wissen auf umweltgerechtes Verhalten untersucht.

Die Determinanten des individuellen Umweltverhaltens und speziell des Verbrauchs von Haushaltsenergie sind mittlerweile empirisch recht gut untersucht. Allerdings konzentrieren sich die Studien vornehmlich auf die Wirkung von Anreizstrukturen, Preisen und Nutzenerwartungen sowie auf Einstellungen. Dies ist ein wichtiges Kriterium in diesem Themengebiet, die Wirkung von Wissen und Handlungskompetenzen auf das tatsächliche Umweltverhalten wurde jedoch bislang nur unzureichend untersucht.

Hinzu kommt, dass die Umfrageforschung typischerweise einen „Mittelschichts-Verzerrung“ aufweist: Angehörige gesellschaftlicher Eliten und ökonomisch wie sozial benachteiligte Personen können nur schwer befragt werden und sind daher in Befragungen unterrepräsentiert.

In diesem Kooperationsprojekt mit einer Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft sollen die beiden Schwachpunkte der bisherigen Forschung in Angriff genommen werden. Auf Basis eines experimentellen Designs wird die Wirksamkeit von Energieberatungen untersucht. Hierfür werden Mieter des Wohnungsbauunternehmens zufällig einer Treatment- und Kontrollgruppe zugeteilt und im Abstand von zwei Jahren zu ihrem Energienutzungsverhalten befragt; die Beratung findet in der Treatmentgruppe nach der Erstbefragung statt. Durch das Design ist es erstens möglich, den kausalen Effekt von Wissen und Handlungskompetenzen auf das Verhalten zu identifizieren.

Zweitens kann die Forschung zu Determinanten des Umweltverhaltens aufgrund der Mieterstruktur des beteiligten Wohnungsbauunternehmens auf Migranten und Niedrigeinkommensbezieher ausgeweitet werden. Drittens ermöglicht die Studie es, die Wirksamkeit der von dem Wohnungsbauunternehmen durchgeführten Energieberatungen abzuschätzen.

Ansprechpartner bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften:
PD Dr. Henning Best
Tel: +49 621 1246 195
Fax: +49 621 1246 100
E-Mail: henning.best@gesis.org
Kerstin Hollerbach
Kommunikation
Telefon: +49 (0) 621-1246-174
Fax: : +49 (0) 621-1246-184
E-Mail: Kerstin.hollerbach@gesis.org
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Als die größte deutsche Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften steht das GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Forscherinnen und Forschern auf allen Ebene ihrer Forschungsvorhaben mit seiner Expertise und seinen Dienstleistungen beratend zur Seite, so dass gesellschaftlich relevante Fragen auf der Basis neuester wissenschaftlicher Methoden, qualitativ hochwertiger Daten und Forschungsinformationen beantwortet werden können. GESIS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und unterhält institutionelle und projektbezogene Kooperationen mit diversen Universitäten. GESIS ist an wichtigen europäischen und internationalen Studien und Projekten wie u.a. dem European Social Survey (ESS) und der European Value Study (EVS), dem europäischen Archivverbund CESSDA beteiligt und dem OECD-Projekt Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) beteiligt.

Kerstin Hollerbach | idw
Weitere Informationen:
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