Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Winfried Denk erhält den Kavli-Preis in den Neurowissenschaften

01.06.2012
Eine der weltweit höchsten Auszeichnungen geht an Max-Planck-Wissenschaftler

Der mit einer Million US-Dollar dotierte Kavli-Preis in den Neurowissenschaften wird in diesem Jahr verliehen für die Aufklärung grundlegender neuronaler Mechanismen in der Wahrnehmung und Entscheidungsfindung. Winfried Denk teilt sich den Preis mit Cornelia Isabella Bargmann, Rockefeller University (USA) und Ann M. Graybiel, MIT (USA). Die Preisverleihung findet am 4. September durch den norwegischen König in Oslo statt.

Winfried Denk ist bekannt für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Entwicklung neuer Abbildungsmethoden. Der Kavli-Preis würdigt zwei von ihm entwickelte Methoden. Mit ihrer Hilfe können essenzielle Fragen darüber beantwortet werden, wie zum Beispiel Informationen vom Auge in das Gehirn gelangen.

Im Jahr 1990 stellte Winfried Denk die Methode der Mikroskopie mit 2-Photonen-Fluoreszenzanregung vor. Diese Art der Mikroskopie ist deutlich schonender für das betrachtete Gewebe als die bis dahin bekannte konfokale Laser-Scanning-Mikroskopie. Erstmals wurden so Beobachtungen tief in streuendem Gewebe und auch über lange Zeit hinweg möglich. Dieses Mikroskop verbessert die Eindringtiefe von 50-80 Mikrometer auf zum Teil bis zu 1000 Mikrometer (1 Millimeter). Nun wurden Gewebsschichten sichtbar, die anderweitig für die Bildgebung unerreichbar blieben.

In den folgenden Jahren entwickelte Winfried Denk ein Dreidimensionales-Raster-Elektronenmikroskop. Dieser automatisierte Prozess stellt winzigste Details dreidimensional im umliegenden Gewebe dar. Dazu tastet ein Elektronenmikroskop die Oberfläche eines Gewebestücks ab; das gewonnene Bild wird gespeichert. Als nächstes schneidet das Gerät eine ultradünne Gewebescheibe ab und erfasst dann die darunter liegende Gewebeebene. Schnitt für Schnitt werden so alle Strukturen in dem vorliegenden Gewebeblock aufgenommen und am Computer zu einer dreidimensionalen Struktur zusammengesetzt.

Beide von Winfried Denk entwickelten Verfahren ermöglichen ganz neue Einblicke in biologische Prozesse am Ort ihres Geschehens. Erst so wird eine weitreichende Erforschung dieser Prozesse möglich. Beide Verfahren haben somit die Forschung mit Hilfe bildgebender Verfahren revolutioniert.

Winfried Denk (*1957) studierte Physik zunächst an der Ludwig Maximilians Universität und dann an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Für seine Doktorarbeit ging er an die Cornell University nach Ithaca, USA. Im Anschluss forschte Winfried Denk am IBM Research Lab in Rüschlikon in der Schweiz, bevor er ab 1991 eine unabhängige Arbeitsgruppe an den Bell Laboratories in Murray Hill, USA leitete. Im Jahr 1999 wurde der promovierte Physiker zum Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg berufen, wo er die Abteilung Biomedizinische Optik leitete. Seit 2002 ist Winfried Denk außerdem Honorarprofessor an der Universität Heidelberg. Vor kurzem wurde er zum Direktor ans Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried berufen.

Der Kavli-Preis

Der Kavli-Preis würdigt Wissenschaftler für ihre bahnbrechende Forschung in den Bereichen der Astrophysik, Nanowissenschaften und Neurowissenschaften. Der Preis wurde von dem Norweger Fred Kavli ins Leben gerufen und ist mit einer Millionen US-Dollar dotiert. Die Preisverleihung findet in Oslo statt.

Seit 2008 wird der Kavli-Preis alle zwei Jahre an herausragende Wissenschaftler verliehen. Stifter ist eine Partnerschaft zwischen der Norwegischen Akademie der Wissenschaften, der Kavli Foundation und dem Norwegischen Ministerium für Bildung und Forschung.

Prof. Dr. Winfried Denk | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/5828349/kavli_preis_denk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften