Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Zellen Barrieren überwinden

25.05.2016

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt ein neues Graduiertenkolleg an der Universität Freiburg

Doktorandinnen und Doktoranden der Universität Freiburg erforschen in den kommenden viereinhalb Jahren die Mechanismen des Transports von Stoffen durch die Zellmembran. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert hierfür das neue Graduiertenkolleg (GRK) „Transport über und in Membranen“ mit etwa 4,4 Millionen Euro. Das Projekt startet am 1. Juli 2016. Sprecher ist Thorsten Friedrich, Professor für Biochemie an der Fakultät für Chemie und Pharmazie.


Illustration: Oliver Einsle

Zellen grenzen sich über eine Membran von der Umwelt ab. Um zu überleben, müssen sie aber mit ihrer Umgebung in Kontakt stehen und untereinander Stoffe austauschen. Daher haben sie Mechanismen entwickelt, um verschieden große Substanzen durch die ansonsten undurchlässige Barriere der Membran zu transportieren.

Diese Prozesse können auch zu einem Ungleichgewicht der Konzentration eines Stoffes innerhalb und außerhalb der Zelle führen. Wenn es sich dabei um Teilchen mit einer Ladung handelt, entsteht ein Potenzial – ähnlich wie bei einer Batterie. Zellen nutzen die Energie dieses Potenzials, um energetisch aufwändige Reaktionen anzutreiben.

Sind die Transportprozesse von Stoffen durch die Membran gestört, kann dies zu Krankheiten führen. Ein molekulares Verständnis der verschiedenen Mechanismen des Transports hilft daher, entsprechende Krankheiten im Detail zu verstehen und ist der Schlüssel für die Entdeckung und Entwicklung von neuartigen Arzneimitteln.

Ziele des neuen GRK sind, Transportprozesse auf molekularer Ebene zu charakterisieren und die Interaktion der Membranen mit den Proteinen, die diese Prozesse ermöglichen, zu erforschen. Dies erfordert einen fächerübergreifenden Zugang, den die Struktur des GRK gewährleistet:

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Doktoranden betreuen, sind an der Fakultät für Chemie und Pharmazie, der Fakultät für Biologie und an der Medizinischen Fakultät angesiedelt.

Die jungen Forscherinnen und Forscher erhalten damit Zugang zu vielseitigen wissenschaftlichen Methoden und Techniken, die sich gegenseitig ergänzen. Darüber hinaus sieht das Promotionsprogramm Aufenthalte in ausländischen Laboren, Vortragsreihen, Soft-Skill-Kurse, Methodenkurse, eine „Summer School on Transport“ sowie die Teilnahme an internationalen Konferenzen und deren Organisation vor.

Weitere Informationen: www.taim.uni-freiburg.de

Kontakt:
Prof. Dr. Thorsten Friedrich
Institut für Biochemie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-6060
E-Mail: friedrich@bio.chemie.uni-freiburg.de

Weitere Informationen:

https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2016/pm.2016-05-25.83

Rudolf-Werner Dreier | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Weitere Berichte zu: Albert-Ludwigs-Universität DFG Membran Transport Transportprozesse Zellen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE