Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Roboter alte und kranke Menschen unterstützen könnten: Akzeptanz im Alltag

19.05.2015

Roboter könnten alte oder kranke Menschen zuhause unterstützen, indem sie Gemütszustand und körperliche Verfassung im Blick behalten. Es müsste jedoch gelingen, sie unaufdringlich in den Alltag zu integrieren. Ob und wie das möglich ist, untersucht ein internationales Forscherteam im Projekt „RADIO: Robots in Assisted Living Environments“, gefördert mit rund 3,8 Millionen Euro von der EU im Rahmen des Programms „Horizon 2020“. Von den Fördermitteln erhält die Ruhr-Universität Bochum (RUB) 450.000 Euro. Das Projekt läuft bis März 2018.

Roboter: so selbstverständlich wie ein Radio

Das „RADIO“-Team baut derzeit einen Roboter, der sehen und hören, aber nicht sprechen kann. Er soll die Gemütslage seines Gegenübers analysieren und in kritischen Situationen medizinische Hilfe rufen.

Außerdem ist er mit der Gebäudeautomatisierung verknüpft, so dass er – gesteuert durch den Besitzer – die Tür öffnen oder die Jalousien herunterfahren kann. Optisch könnte das Gerät einem Staubsaugerroboter ähnlich sehen; das Design wird zurzeit noch evaluiert.

„Der Roboter soll als Gefährte und nicht als Fremdkörper wahrgenommen werden“, sagt Prof. Dr. Michael Hübner vom RUB-Lehrstuhl für Eingebettete Systeme der Informationstechnik. „Irgendwann soll er im Haushalt so selbstverständlich sein wie ein Radio. Daher auch der Name des Projekts.“

Effiziente Realisierung der Bildverarbeitungsalgorithmen kommt aus Bochum

Das RUB-Team entwickelt im Projekt „RADIO“ Algorithmen für die Bildverarbeitung, die sich effizient realisieren lassen. Das ermöglicht es zum Beispiel, die über eine Kamera wahrgenommenen Bilder hinsichtlich der Gemütslage schnell auszuwerten und gleichzeitig die Batterie des Roboters zu schonen.

Außerdem arbeiten die Forscher um Prof. Michael Hübner und Prof. Diana Göhringer auch an einem „Gateway“, dass die Robotikwelt mit der Hausautomatisierung verknüpft. Die Projektpartner aus Griechenland, Zypern, Spanien und Italien erproben den Roboter in klinischen Studien im Einsatz in Wohnheimen und Krankenhäusern. Das „National Center for Scientific Research Demokritos“ in Griechenland leitet das Projekt.

Bezahlbare Technik

„Die neue Technik soll bezahlbar sein“, erklärt Michael Hübner. „Der Roboter soll unter 1.000 Euro kosten. Unser Ziel ist es auch, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen.“

Weitere Informationen

Prof. Dr. Michael Hübner, Lehrstuhl für Eingebettete Systeme der Informationstechnik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25975, E-Mail: michael.huebner@rub.de

Prof. Dr. Diana Göhringer, Arbeitsgruppe für Anwendungsspezifische Multi-Core Architekturen, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25853, E-Mail: diana.goehringer@rub.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Diagnostik der Zukunft - Europäisches Projekt zur Erforschung seltener Krankheiten startet
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie