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„Der Widerspenstigen Zähmung“ überzeugte die Jury des Wettbewerbes "Wissenschaft verstehen"

25.11.2008
Sten Zeibig ist am Montagabend zum Sieger des Nachwuchswettbewerbes "Wissenschaft verstehen" gekürt worden. Der Doktorand überzeugte die Jury aus Wissenschaftlern, Sponsoren, Journalisten und Gymnasiasten mit seinem Vortrag über die Modellierung von Arten mit einer Pufferstruktur wie dem Europäischen Kormoran (Phalacrocorax carbo sinensis). Der 32-jährige DBU-Stipendiat studierte Informatik und Systemwissenschaft in Universität Osnabrück. Seit 2006 promoviert er im Department Ökologische Systemanalyse am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. In seiner Doktorarbeit geht es um die mathematische Modellierung von Tierpopulationen.

Die sieben Teilnehmer der Endrunde des Wettbewerbes „Wissenschaft verstehen“ lieferten sich am 24. November mit ihren kurzen 15minütigen populärwissenschaftlichen Vorträgen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Sten Zeibig aus dem Department Ökologische Systemanalyse des UFZ mit seinem Vortrag "Der Widerspenstigen Zähmung", in dem es um einen Konflikt zwischen Naturschutz und Wirtschaft am Beispiel des Kormorans und um dessen Lösungsmöglichkeiten ging, für sich entschied.

Explizit von der Jury hervorgehoben wurde die hervorragende Visualisierung des Vortrages. Sten Zeibig erhielt von der Sparkasse Leipzig dafür einen Check über 2.500,- EURO.

Platz zwei ging an Luis Tercero von der Universität Karlsruhe, der es fantastisch verstand, dem Publikum chemische Prozesse verständlich zu machen und Vergleiche zu finden. Sein Vortrag befasste sich mit der Wasseraufbereitung durch Sonnenlicht. Luis Tercero nahm dafür einen Check im Wert von 1.500 EURO mit nach Hause, gesponsert von der MITGAS.

Auf den dritten Platz setzte die Jury Elke Schüttler aus dem Department Naturschutzforschung des UFZ, die das Publikum mit viel Ausstrahlung und Esprit in ihren Bann zog. Thematisch ging es um den Amerikanischen Mink (Mustela vison), einem invasiven Räuber auf der Insel Navarino in Chile. Auch sie nimmt einen vierstelligen Betrag mit nach Hause – 1.000,- EURO, gesponsert von der Leipziger Stiftung für Innovation und Technologietransfer.

Die vier vierten Plätze gingen – nahezu bei Punktegleichstand – an Katja Preiß von der Universität Bayreuth, die sich ins Zwielicht des Unterholzes begeben und aufgedeckt hat, wie Dunkelheit Pflanzen zu Räubern macht; Frank Zielinski vom Department Umweltmikrobiologie des UFZ, der 3000 Meter unter dem Meer die Symbiose von Bakterien und Muscheln als wahre Brennstoffzellen beobachtet hat; Jürgen Arning von der Universität Bremen, der gezeigt hat, dass Chemikalien – ähnlich Chamäleons – ihr Verhalten und ihre Wirkung je nach Umgebung entfalten und schließlich Dr. Christine Reinemann, die das Funktionieren von Aptameren als Basis für Biosensoren als molekulare Partnervermittlung beschrieb. Alle Viertplatzierten bekommen ein Jahresabbonement einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift ihrer Wahl, gesponsert vom Verein der Freunde und Förderer des UFZ.

Hintergrund zum Wettbewerb
Im Frühjahr dieses Jahres startete die deutschlandweite Ausschreibung des Wettbewerbes, der aus zwei Stufen bestand. In der ersten Stufe wurde von den Teilnehmern eine schriftliche populärwissenschaftliche Darstellung der Dissertationsarbeit abverlangt, wobei wissenschaftliche Exzellenz Voraussetzung war und auch nachgewiesen werden musste. Bis zum Sommer waren 28 schriftliche Bewerbungen eingegangen – acht mehr als beim letzten Wettbewerb. Im stillen Kämmerlein gelesen und bewertet wurden die eingereichten Arbeiten von einer UFZ-internen Jury. Als Finalisten aus dieser ersten Runde gingen die sieben Wettbewerbsteilnehmer hervor, die dann am 24. November mit ihren Vorträgen um den Sieg kämpften. Bewertet wurden die Vorträge von einer siebenköpfigen Jury, der folgende Personen angehörten: Prof. Peter Fritz (Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des UFZ); Axel Dorndorf (Leiter der Firmenkundenbetreuung der Sparkasse Leipzig); Annekatrin Blasczyk (Marketingleiterin der MITGAS); Heide Gutsfeld (führt die Geschäfte der Leipziger Stiftung für Innovation und Technologietransfer); Mario Beck (Wissenschaftsredakteur bei der Leipziger Volkszeitung); Prof. Hauke Harms (WTR-Vorsitzender des UFZ); Christofer Volke und Benjamin Lotz (12. Klasse, Ostwald-Gymnasium).

Susanne Hufe, Tilo Arnhold

Weitere
fachliche Informationen:
Sten Zeibig
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235- 1718
http://www.ufz.de/index.php?de=7047
http://www.ufz.de/index.php?de=1444
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1635
E-mail: presse@ufz.de
Links:
Wettbewerb "Wissenschaft verstehen":
http://www.ufz.de/index.php?de=15909
wissenschaftliche Projekte zum Kormoran:
http://www.ufz.de/index.php?de=1717
http://www.intercafeproject.net/
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 900 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt,

Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Tilo Arnhold | UFZ News
Weitere Informationen:
http://www.idw-online.de/pages/de/news290788
http://www.ufz.de/index.php?de=640

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