Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WHO-Auszeichnung für Virologen des Hamburger Tropeninstituts

18.12.2012
Weltweit anerkannte Spezialisten für Dengue, Ebola und Co.
Die Abteilung Virologie des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) ist zum dritten Mal in Folge zum "WHO Collaborating Centre for Arbovirus and Haemorrhagic Fever Reference and Research" ernannt worden. Damit würdigt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut die besondere Kompetenz des BNI bei der Erforschung von Viren, die von Mücken übertragen werden, und solchen, die bei Menschen häufig lebensbedrohliche Blutungen verursachen. Die Ernennung erfolgt zum 23. Dezember für weitere vier Jahre.

„Wir freuen uns sehr über die erneute Auszeichnung, die eine Anerkennung unserer geleisteten Arbeit bedeutet und unseren verantwortungsvollen Auftrag erneuert“, betont Prof. Stephan Günther, Leiter des Kooperationszentrums und der Abteilung Virologie am BNI. Die WHO schätze die Zusammenarbeit mit der Abteilung aufgrund ihrer Kompetenz und internationalen Bedeutung. Vorangegangen war eine eingehende Begutachtung der Leistung in der letzten Periode.

Als Kooperationszentrum ist die virologische Abteilung des BNI wichtiger Ansprechpartner der WHO für den Nachweis seltener und gefährlicher Viruserkrankungen. „Erreicht haben wir diese Kompetenz durch langjährige Erfahrung in der Erforschung von Arboviren*, zum Beispiel West-Nil- oder Dengue-Viren und hämorrhagischen Fieberviren**, wie Lassa- oder Marburg-Viren“, erklärt Günther. So bietet das BNI europaweit Diagnostik und Beratung bei importierten Fällen von tropischen Viruserkrankungen: „Eigens entwickelte Nachweisverfahren für eine Vielzahl tropischer Viren ermöglichen diesen Service“, unterstreicht der Leiter der Virologie. Innerhalb der Kooperation steht der WHO außerdem die größte Referenzsammlung Deutschlands mit etwa 100 seltenen und tropischen Virusstämmen zur Verfügung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des WHO-Kooperationszentrums ist die Unterstützung afrikanischer Länder beim Aufbau eigener Diagnostiklaboratorien für hämorrhagische Fieberviren**. Zudem koordiniert das Zentrum ein europäisches Projekt zur Etablierung mobiler Diagnostiklaboratorien in Europa und Afrika, die von der WHO im Falle einer Virus-Epidemie weltweit eingesetzt werden soll.

Fachpublikationen:
van Paassen J. et al.: Acute liver failure, multiorgan failure, cerebral oedema, and activation of proangiogenic and antiangiogenic factors in a case of Marburg haemorrhagic fever. Lancet Infect Dis. 2012 Aug;12(8):635-42.
Asogun D.A. et al.: Molecular Diagnostics for Lassa Fever at Irrua Specialist Teaching Hospital, Nigeria: Lessons Learnt from Two Years of Laboratory Operation. PLoS Negl Trop Dis. 2012 Sep;6(9):e1839.

Hintergrundinformationen:
*Arboviren: Arbo ist eine Abkürzung für arthropode-borne-viruses. Die Gruppe umfasst alle Viren, die von blutsaugenden Arthropoden (Gliederfüßer) auf Wirbeltiere und Menschen übertragen werden. Hierzu gehören auch die tropischen Viren wie das Dengue-, West-Nil- oder Sindbis-Virus.

**Hämorrhagische Fieberviren: Die Erreger wie das Lassa-, Ebola- oder Marburg-Virus verursachen häufig tödlich verlaufende Erkrankungen, die mit Blutungen und Versagen mehrerer Organe einhergehen.

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer Erkrankungen und neu auftretender Infektionskrankheiten.
Gegenstand der Forschung sind Klinik, Epidemiologie und Krankheitsbekämpfung sowie die Biologie der Krankheitserreger, ihrer Reservoirtiere und Überträger. Den aktuellen Schwerpunkt bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Tuberkulose und Gewebewürmer. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Als herausragende wissenschaftliche Leistungen des Instituts in jüngster Vergangenheit gelten die Identifizierung des SARS-Coronavirus und die Entdeckung eines bisher unbekannten Entwicklungsstadiums der Malaria-Erreger im Menschen.

Versorgungsleistungen des Instituts umfassen die spezielle Labordiagnostik tropentypischer und anderer seltener Infektionen, eine enge Zusammenarbeit mit der Bundeswehr zur medizinischen Versorgung bei Einsätzen in den Tropen sowie Beratung für Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit, die wesentlich zur nationalen Bedeutung des Instituts beitragen. Das Institut umfasst das nationale Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger, das Referenzlabor für SARS und ein Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation für hämorrhagische Fieberviren.
Die Lehrtätigkeit umfasst einen dreimonatigen, ganztägigen Kursus über alle Aspekte der Tropenmedizin für Ärzte sowie ein Fortbildungsprogramm für Doktorandinnen und Doktoranden des Instituts und eine Reihe von Weiterbildungsangeboten zu Themen der Reisemedizin und der internationalen Gesundheit.

In Zusammenarbeit mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und der Universität von Kumasi betreibt das Institut seit über zehn Jahren ein modernes Forschungs- und Ausbildungszentrum im westafrikanischen Regenwald, das auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung steht.

Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft wird das Institut als Forschungsinstitut mit überregionaler Bedeutung gemeinsam durch den Bund, die Freie und Hansestadt Hamburg und die übrigen Bundesländer finanziert.

Pressekontakt:
Dr. Eleonora Setiadi
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 40 42818-264
E-Mail: presse@bnitm.de

Dr. Eleonara Setiadi | idw
Weitere Informationen:
http://www.bnitm.de/
http://www.leibniz-gemeinschaft.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht „Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges
26.06.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Hochschule Karlsruhe: mit speichenlosem Fahrrad Kreativwettbewerb gewonnen
26.06.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie

Digitalanzeige mit Touchscreen WAY-AX & WAY-DX von WayCon

27.06.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie