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Wenn Roboter kicken

07.07.2014

Studierende der FAU treten bei der Roboter-Fußballweltmeisterschaft in Brasilien an

Nach der WM ist vor der WM: Kaum ist der diesjährige Fußballweltmeister gekrönt, werden in Brasilien ganz besondere Spieler den Platz betreten.


Klein, flink und treffsicher - die Fußballroboter des Robotics Erlangen e.V.

Bild: Robotics Erlangen e.V.

Beim RoboCup 2014, der vom 19. bis 25. Juli stattfindet, treten Roboter gegeneinander an. Konstruiert, programmiert und trainiert werden sie von Studierenden aus der ganzen Welt. Für die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) kämpft das Team des Robotics Erlangen e.V. um den Weltmeistertitel.

Die Spieler beim Roboterfußball sind ungefähr so groß wie ein Fußball und auch sonst ist alles eine Nummer kleiner als bei einem richtigen Fußballspiel: Ein Match dauert 20 Minuten – pro Halbzeit also 10 Minuten, für jedes Team stehen sechs Spieler auf dem Platz, gespielt wird mit einem Golfball.

Den RoboCup gibt es jedes Jahr, die Studierenden der FAU sind seit der WM 2009 in Graz mit dabei und konnten schon einige Erfolge verbuchen: 2011 beispielsweise erreichten sie den fünften Platz. Darüber hinaus feierten die Erlanger bei nationalen Wettbewerben Erfolge: 4. Platz bei den IranOpen 2011 und 2014, 2. Platz bei den North American Open 2012. Der Angstgegner dieses Jahr ist der amtierende Weltmeister China.

Rund 30 aktive Mitglieder zählt Robotics Erlangen. Die Mitglieder kommen aus den verschiedensten technischen Disziplinen, hauptsächlich Mechatronik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Sie entwerfen, bauen und programmieren die Roboter selbst – von der Hardware bis zur Software. Die Roboterhardware muss entwickelt, verbessert, gefertigt und zusammengebaut oder gewartet werden. Auch muss die Künstliche Intelligenz – also automatisch geplante Spielzüge, die von den Robotern ausgeführt werden – programmiert und trainiert werden.

„Dazu testen wir unser System in Spielen vor dem RoboCup oder gegen unsere eigenen, alten Roboter. Natürlich ist, wie im echten Fußball, jeder Gegner anders und die eigene Strategie mehr oder weniger Erfolg versprechend“, erklärt Adrian Hauck, Mitglied bei Robotics Erlangen und Maschinenbaustudent an der FAU. Am Lehrstuhl für Mustererkennung der FAU gibt es extra ein Labor mit Werkstatt und ein Spielfeld, auf dem Testspiele ausgetragen werden.

Die Fußballroboter der FAU-Studierenden können eine ganze Menge: Dank eines ausgeklügelten Antriebssystems können sie sich in alle Richtungen flexibel bewegen und drehen, sie können schießen, lupfen und sogar mit dem Ball dribbeln – also dem Ball einen Rückwärtsdrall geben, so dass er am Roboter bleibt. Und sie verbessern sich zu jeder WM. „Dieses Jahr haben wir eine komplett neue Generation an Robotern produziert. Sie sind doppelt so schnell und können besser schießen als ihre Vorgänger“, sagt Hauck über seine Spieler. Die Torschützenkönige des Erlanger Teams sind „Erhard“ im Mittelfeld und der Stürmer „manu dextra“. Überhaupt sind die Erlanger Roboter in Topform: Totalausfälle, Abstürze oder unkontrollierte Manöver gab es bisher keine. Auch mit Verletzungen hatte die Erlanger Mannschaft bisher Glück, außer ein paar abgebrochenen Rädchen ist den Robotern nicht viel passiert.

Die Idee des RoboCup ist es, durch internationalen, freundschaftlichen Wettbewerb, die Roboterforschung und die Entwicklung künstlicher Intelligenz voranzutreiben. Bis zum Jahr 2050 will man die Roboter fit genug gemacht haben, dass sie den amtierenden menschlichen Fußballweltmeister schlagen können. Ein sehr ambitioniertes Ziel – aber Adrian Hauck ist diesbezüglich zuversichtlich: „Wenn man sieht, wie stark sich die Systeme in den letzten Jahren verbessert haben, ist dies auch nicht völlig unrealistisch. Die Zeit wird es zeigen.“

Ab dem 19. Juli können Interessierte die Spiele und Ergebnisse der Robotics Erlangen unter www.robotics-erlangen.de verfolgen.

Weitere Informationen:

Adrian Hauck
Tel.: 09131 85-27852
info@robotics-erlangen.de

Weitere Informationen:

http://www.robotics-erlangen.de

Blandina Mangelkramer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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