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Weltweit stark beachtete Publikation

01.02.2011
Wichtige neue Erkenntnisse über das krankheitserregende Bakterium Helicobacter pylori stammen aus der Forschungsgruppe des Würzburger Infektionsbiologen Jörg Vogel. Das Top-Magazin „Nature“ hat die Ergebnisse Anfang 2010 veröffentlicht, was einer hohen Auszeichnung gleichkommt. Nun wurden Vogels Ergebnisse nochmals geadelt.

Was die Nature-Publikation von Vogel & Co. auszeichnet? Sie gehört im Fachgebiet Mikrobiologie zu den Artikeln, die weltweit überdurchschnittlich oft und schnell von anderen Wissenschaftlern zitiert werden. Das zeigt ihren großen wissenschaftlichen Stellenwert, und dabei ist die Arbeit noch keine zehn Monate alt.

Bislang wurde Vogels Arbeit 24 Mal von anderen Wissenschaftlern als Referenz genannt. Ein sehr hoher Wert: „In der Mikrobiologie werden Publikationen im ersten Jahr nach ihrem Erscheinen im Durchschnitt nur ein Mal zitiert“, sagt Horst Pfrang vom Qualitätsmanagement der Uni Würzburg.

Auszeichnung als „fast breaking paper“

Festgestellt wurde die besondere Qualität von Vogels Publikation durch Thomson Reuters. Das Unternehmen mit Sitz in New York ermittelt unter anderem Kennzahlen und Daten aus der Wissenschaft. Das Werk aus dem Hause Vogel stuft es als „fast breaking paper“ ein. Das heißt: Die Publikation enthält Neuigkeiten aus einem noch jungen Forschungsgebiet, auf dessen Bedeutung die internationale Wissenschaftsgemeinde gerade erst aufmerksam wird.

Neue Form der Genregulation bei Helicobacter

Was ist so neu und spannend an Vogels Forschung? Das Team des Würzburger Professors hat erstmals nachgewiesen: Auch das krankheitserregende Bakterium Helicobacter pylori besitzt zahlreiche kleine RNA-Moleküle, mit denen es die Aktivität seiner Gene steuert. Diese Art der Genregulation galt bis vor wenigen Jahren als extrem selten. Doch nach und nach kommt heraus, dass sie weiter verbreitet ist als gedacht.

Die Regulation von Bakterien-Genen ist immer dann im Spiel, wenn die Erreger Menschen infizieren und krank machen. Die Vorgänge, die bei der Regulation ablaufen, bieten darum Ansatzpunkte für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten. Nötig ist das auch bei Helicobacter pylori: Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung und 30 Prozent der Deutschen tragen den gefährlichen Keim in sich. Er kann Magenentzündungen, Magenkrebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten auslösen.

Vogels Methodik erleichtert Bakterien-Forschung

Herausragend ist Vogels Publikation aus mehreren Gründen. Sie präsentiert rund 60 kleine RNA-Moleküle, die vorher unbekannt waren. Und sie stellt einen neuen Ansatz vor, mit dem sich Mikroorganismen umfassend analysieren lassen. „Wir beschreiben eine einfache und kostengünstige Methode, mit der sich die Anfangspunkte der aktiven Gene im Erbgut von Bakterien identifizieren lassen.“

Vogels Fazit: Seine Ergebnisse würden die Arbeit der zahlreichen Wissenschaftler erleichtern, die weltweit am Krankheitserreger Helicobacter pylori forschen. Ganz wichtig sei auch, dass die neue Analysemethode bereits auf andere Bakterien angewendet werden konnte.

Autoren und Titel der herausragenden Publikation

Jörg Vogel (43) leitet seit November 2009 das Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg. An der weltweit herausragenden Publikation waren neben seinem Team auch Wissenschaftler aus Leipzig und Bordeaux beteiligt:

„The primary transcriptome of the major human pathogen Helicobacter pylori", Cynthia M. Sharma, Steve Hoffmann, Fabien Darfeuille, Jérémy Reignier, Sven Findeiß, Alexandra Sittka, Sandrine Chabas, Kristin Reiche, Jörg Hackermüller, Richard Reinhardt, Peter F. Stadler & Jörg Vogel, Nature 464, Seiten 250-255 (11. März 2010), doi:10.1038/nature08756

Kontakt
Prof. Dr. Jörg Vogel, Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg, T (0931) 31-82576, joerg.vogel@uni-wuerzburg.de

Gunnar Bartsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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