Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit erste Ergebnisse zu molekularen Effekten der Radonstollentherapie bei rheumatoider Arthritis

08.11.2013
Hohe Auszeichnung auf dem Rheumatologen-Kongress

Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie wurde Prof. Dr. Uwe Lange, Rheumatologe an der Kerckhoff-Klinik, für seine Forschung zu den therapeutischen Effekten der so genannten Radonstollen- Hyperthermie bei rheumatoider Arthritis ausgezeichnet – Forschung kann erstmals molekulare Effekte nachweisen – Ergebnisse erregen internationale Aufmerksamkeit.


Prof. Dr. Uwe Lange

„Die Forschungsergebnisse zur Radontherapie bei rheumatoider Arthritis sind wegweisend für das Verständnis und die Therapie dieser komplexen Erkrankung. Außerdem ist die Zuerkennung dieses Preises an Prof. Lange auch deswegen von besonders großem Interesse, da seit vielen Jahren erstmals in Deutschland wieder eine Arbeit auf dem Gebiet der Physikalischen Medizin ausgezeichnet wurde“, kommentiert Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner, Chefarzt der Abteilung Rheumatologie und klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik, die Preisverleihung an Prof. Lange.

Der Leiter der Bereiche Physikalische Medizin und Osteologie an der Kerckhoff-Klinik war kürzlich auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie für seine Forschung zu den therapeutischen Effekten der Radonstollen-Hyperthermie bei rheumatoider Arthritis mit einem Preis gewürdigt worden.

Die Ergebnisse der Forschung, die Lange in Kooperation mit dem Radonheilstollen in Bad Hofgastein/Böckstein (Österreich) durchgeführt hat, zeigen, dass wiederholte Radonheilstollenbehandlungen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis - im Vergleich zu einer Kontrollgruppe - zu einer Abnahme entzündungsfördernder Moleküle führte. Gleichzeitig kam es dabei zu einer Zunahme von Molekülen, die die Entzündungsprozesse unterdrücken.

Dieser positive Einfluss der Radontherapie auf molekularer Ebene spiegelte sich klinisch in einer Abnahme der Schmerzmedikation wider. „Der Effekt der Schmerzreduktion hält bis zu 3 Monate an und ermöglichte den Patienten, die Dosis an Schmerzmitteln deutlich zu verringern“, erläutert Lange die Ergebnisse. Zudem konnte auf molekularer Ebene erstmalig auch eine positive Beeinflussung des Knochenstoffwechsels gezeigt werden:

„Durch die Radontherapie werden im Knochenstoffwechsel die knochenaufbauenden Prozesse verstärkt und die knochenabbauenden Prozesse vermindert. Dadurch verringert sich das Risiko einer entzündungsbedingten Osteoporose“, so Lange. Vergleichbare Resultate hatte Prof. Lange schon im letzten Jahr bei der so genannten ankylosierender Spondylitis, bekannt als Morbus Bechterew, feststellen können und international publiziert. Für die rheumatoide Arthritis sind dies die weltweit ersten Resultate.

„Nach dem Prof. Lange erst vor 2 Jahren auf die Kerckhoff-Stiftungsprofessur für Rheumatologie, Osteologie und Physikalische Medizin an der Universität in Gießen berufen wurde, freut es uns besonders, das innerhalb dieser kurzen Zeit solch durchgreifende und hochinteressanten Resultate auf dem Gebiet der Rheumatologie und Physikalischen Medizin erzielt werden konnten“, zeigt sich Prof. Müller-Ladner erfreut.

Bei der Radontherapie handelt es sich im Prinzip um eine niedrigstdosierte Strahlentherapie: Das leicht radioaktive, farb- und geruchlose Edelgas Radon kommt natürlicherweise in ehemaligen Bergwerksstollen vor und gelangt beim Aufenthalt, beim Baden oder Quellwassertrinken über Lunge und Haut in den Körper. Dort verteilt es sich in gelöster Form, geht aber als Edelgas keinerlei chemische Bindung ein und kann leicht wieder abgeatmet werden. Die biologische Halbwertszeit beträgt etwa 15 bis 30 Minuten.

Durch Verstärkung der Atmung (Hyperventilation) bei Erwärmung der Umgebungsluft und Herabsetzung des Luftdrucks, mit der eine Höhenlage simuliert wird, wird die Radonaufnahme begünstigt. Bei der sogenannten Radonwärmetherapie (Radon- und Hyperthermie-Therapie) - einer Kombination aus leichter Erwärmung der Körpertemperatur über 37,5 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit – kann die Aufnahme von Radon über Haut und Lunge weiter gesteigert werden.

„Die immunstimulierende Wirkung von Radon ist schon lange bekannt. Mit den Forschungsergebnisse von Prof. Lange konnte nun erstmals gezeigt werden, dass Radon auch bei der rheumatiden Arthritis und beim Morbus Bechterew tatsächlich Effekte auf molekularer Ebene hat“, so Prof. Müller-Ladner abschließend.

Die Radon-Heilstollentherapie ist in Deutschland nur in Bad Kreuznach möglich.

Pressekontakt:
C3 Public Relations
Klinikkommunikation und Litigation PR
Dr. Berend von Thülen
Tel.: 0 641 / 480.99.40
Fax: 0 641 / 494.18.13
E-Mail : thuelen@t-online.de
Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Christiane Brandt
Tel.: 06032 / 996.2554
Fax: 06032 / 996.3633
E-Mail : c.brandt@kerckhoff-klinik.de

Dr. Berend von Thülen | C3 Public Relations
Weitere Informationen:
http://www.kerckhoff-klinik.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rosige Zeiten für die Meeresforschung: SFB „Roseobacter“ wird weitere vier Jahre gefördert
08.12.2017 | Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

nachricht Wie lassen sich künstliche Lungen implantieren?
06.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie