Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltraumaufzug: Rekorde bei Wüsten-Wettbewerb

06.11.2009
Schnelle Kletterroboter mit Chance auf zwei Mio. Dollar

Das Team LaserMotive hat sich im Rahmen der heute, Freitag, endenden Space Elevator Games als erstes Team einen Teil der zwei Mio. Dollar an Preisgeldern gesichert. Diese Summe wird von der NASA zur Verfügung gestellt. Der Kletterroboter des Teams hat mit Laser-gebeamter Stromversorgung die vertikale Wettbewerbsstrecke von rund 900 Metern mit Rekordgeschwindigkeit bewältigt - am Donnerstag mit beinahe vier Metern pro Sekunde (m/s).

"Ich halte diesen Erfolg für beeindruckend", meint dazu Andreas Hein, Gründer des Space Elevator Teams bei der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR) http://www.warr.de , im Gespräch mit pressetext. Zwar habe das deutsche Team bei einem Wettbewerb in Japan schon eine Durchschnittsgeschwindigkeit von fünf m/s erreicht - allerdings mit Batterieantrieb und auf nur 150 Metern, also unter einfacheren Bedingungen.

Große technische Herausforderung

"Auf einer Höhe von 900 Metern mit einem Laser 3,9 m/s zu erreichen ist eine große Herausforderung, da mit einer externen Energieversorgung die Schwierigkeiten extrem zunehmen", sagt Hein. Das gilt besonders, wenn die Energie auch noch über eine große Strecke punktgenau gebeamt werden muss. "Diese Aufzüge sind, obwohl recht klein, komplexe Systeme, deren Komponenten stark untereinander vernetzt sind. Daher habe ich großen Respekt vor der LaserMotive-Leistung", so der Experte.

Wettbewerbe wie der derzeit in der Mojave-Wüste stattfindende sind laut Hein keine Spielereien, sondern wichtig auf dem Weg zur praktischen Umsetzung des Weltraumaufzug-Konzepts, das in Sachen theoretischer Grundlagen auf soweit festen Füßen stünde. Der Weg ist freilich noch weit. "Wenn es bei 900 Metern bereits ein Problem ist, den Laserstrahl auf die Solarzellenflächen zu fokussieren, wie schwierig wird dies erst bei über 36.000 Kilometern", meint Hein. Derart lang wäre das Aufstiegskabel eines tatsächlichen Weltraumaufzugs.

Drei Teams im Rennen

Bei den aktuellen Space Elevator Games stellen sich insgesamt drei Teams der Power Beam Challenge. Ziel dieser Herausforderung ist, mit einem Kletterroboter eine rund 900 Meter lange Strecke entlang eines Kabels zu erklimmen. Dabei müssen die Aufstiegsysteme mit Energie auskommen, die per Laserstrahl vom Erdboden aus an eine Solarzelle übertragen wird. Um einen Teil vom Preisgeld zu gewinnen, muss zumindest eine Durchschnittsgeschwindigkeit von zwei m/s errecht werden. Dann werden zunächst 900.000 Dollar ausgeschüttet.

Eigentliches Ziel des Wettbewerbs ist aber eine Aufstiegsgeschwindigkeit von wenigstens fünf m/s. Erst dann werden die vollen zwei Mio. Dollar vergeben. Das LaserMotive-Team will heute versuchen, die zweite Preisstufe zu erreichen. Die Konkurrenten, darunter mit dem Team USST http://www.usst.ca der Vorjahressieger, wiederum bekommen die Chance, sich durch einen Aufstieg mit der geforderten Mindestgeschwindigkeit doch noch ein Anteil am Preisgeld zu sichern.

Halbe Herausforderung

An der Idee eines Weltraumaufzuges, der entlang eines Kabels Material von der Erdoberfläche in den Orbit befördert, sind geeignete Aufstiegssysteme nur die halbe Herausforderung. Das zweite große Teilproblem ist das erforderliche zehntausende Kilometer lange Tetherkabel. Aktuelle Materialien reichen dafür nicht aus. Als vielversprechender Forschungsansatz gelten in diesem Bereich Kohlenstoff-Nanoröhren. Dieser Ansatz wird Anfang Dezember bei der Third International Conference on Space Elevator Systems der European Spaceward Organisation http://eurospaceward.org im Mittelpunkt stehen.

Thomas Pichler | pressetext.deuschland
Weitere Informationen:
http://www.lasermotive.com
http://www.spaceelevatorgames.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie