Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltmeisterschaft im Robotersegeln 2011: 15 Crews aus sechs Nationen wetteifern in Lübeck

05.08.2011
Die 4. World Robotic Sailing Championship (WRSC), die inoffizielle Weltmeisterschaft der Robotersegelboote, findet in Lübeck und damit erstmals in Deutschland statt.

Vom 16. – 20. August 2011 schicken 15 Crews aus sechs Nationen ihre 53 Zentimeter bis 3,72 Meter großen Boote auf der Wakenitz in den sportlichen und technischen Wettkampf. Die örtliche Organisation liegt federführend bei Informatik-Studierenden um Prof. Dr. Alexander Schlaefer vom Institut für Robotik und Kognitive Systeme der Universität zu Lübeck.

Eine wissenschaftlichen Tagung, die International Robotic Sailing Conference (IRSC), begleitet die Weltmeisterschaft im Robotersegeln. Auf ihr werden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt. Unter anderem geht es um die Entwicklung langzeitautonomer Boote, die etwa den Atlantik überqueren können.

Am Dienstag, dem 16. August, dem ersten Wettkampftag und unmittelbar vor Beginn der wissenschaftlichen Tagung, findet um 12 Uhr im Hochschulsportzentrum Lübeck (Falkenstraße) eine Pressekonferenz mit den Veranstaltern statt. Alle Journalistinnen und Journalisten sind dazu herzlich eingeladen. Um kurze Anmeldung wird freundlichst gebeten (Tel. 0451/500-3004; Email: presse@uni-luebeck.de).

Während die automatische Steuerung durch mechanische oder elektronische Autopiloten längst auch für kleinere Segelyachten verfügbar ist, hat das Interesse an „Segelrobotern“ erst in den letzten Jahren zugenommen. Dabei gilt es, nicht nur den Kurs zu halten – die Problemstellung ist ungleich komplexer. Ein autonomes Boot muss selbst den richtigen Kurs auswählen, Ruder und Segel richtig stellen und natürlich Wind und Strömung beachten. Darüber hinaus müssen andere Fahrzeuge und Hindernisse erkannt und umschifft und es muss mit anderen Verkehrsteilnehmern kommuniziert werden.

So vielfältig wie die technischen Herausforderungen sind auch die Motivationen, sich mit Robotersegelbooten zu beschäftigen. Ein großer Vorteil ist die Unabhängigkeit von Treibstoffen, die langfristige Missionen ermöglicht. Beispielsweise arbeiten Wissenschaftler aus Österreich und den USA an einem System zur Erforschung von Walen, das die Meeressäuger über längere Zeit begleitet. Forscher aus Wales sind vor allem daran interessiert, kleine und robuste Robotersegelboote für das Umweltmonitoring zu entwickeln. Aber auch die komplexe technische Problemstellung an sich fasziniert Wissenschaftler aus aller Welt.

Steuerung, Sensordatenverarbeitung, Positionsbestimmung, Kollisionsvermeidung und Kursplanung sind wesentliche Fragestellungen bei der Entwicklung eines autonomen Roboters. Zugleich sind es Themen, die Informatikstudierende in Vorlesungen kennen lernen und in Projekten vertiefen sollen. Seit 2009 werden daher am Institut für Robotik und Kognitive Systeme der Universität zu Lübeck gemeinsam mit Studierenden intelligente Segelroboter in Form kleiner Boote entwickelt.

Die Arbeit an einer interdisziplinären Fragestellung ist für die Studierenden eine gute Vorbereitung auf spätere Aufgaben. Der Bezug zu anderen Anwendungen der Informatik liegt nahe. So ist zum Beispiel der Schwerpunkt der Forschung am Lübecker Institut für Robotik und Kognitive Systeme die Entwicklung von Methoden zur Navigation und von Robotern für die Medizin. Ähnlich wie ein Roboterboot seine Position und die Lage von Untiefen anhand einer Karte ermitteln muss, ist es beispielsweise auch in der Medizin wichtig, die genaue Lage von Instrumenten und Organen anhand von Bilddaten zu bestimmen.

Eine besondere Herausforderung liegt in der Vielzahl unterschiedlicher Probleme, die beim Bau eines Roboters zu bewältigen sind. Einerseits gehört dazu die Entwicklung von Hard- und Software, angefangen von einer genauen GPS-Platine und leichten Windsensoren bis zur den eigentlichen Steueralgorithmen. Daneben sind Aufgaben zu lösen, die für Informatiker ungewöhnlich sind. Kollegen von der Fachhochschule Lübeck haben beispielsweise bei der Kalibrierung der Sensoren im Windkanal geholfen, und gemeinsam mit Lübecker Modellseglern wurden Segel entworfen.

Die Idee, die Veranstaltungen nach Lübeck zu holen, brachten Master-Studierende der Universität von ihrer Reise zur letzten Weltmeisterschaft in Kanada mit, an der sie mit großem Erfolg teilgenommen haben. Neben einem international besetzten Programmkomitee wirken bei der Vorbereitung und Durchführung von Tagung und Wettkämpfen unter anderem auch Dr. Petra Roßkopf vom Hochschulsportzentrum und Studierende der Fachhochschule mit, die von Prof. Dr. Ole Blaurock, Prof. Dr. Nane Kratzke und Prof. Dr. Uwe Krohn betreut werden. Die professionelle Leitung der Wettfahrten erfolgt durch Walter Mielke vom Lübecker Yachtclub.

Unterstützt werden die Weltmeisterschaft im Robotersegeln und die International Robotic Sailing Conference unter anderem von der Sparkassenstiftung, der Initiative „Hanse trifft Humboldt“, der Universität zu Lübeck, der Fachhochschule Lübeck, dem Lübecker Yachtclub sowie von Lübecker Unternehmen.

Rüdiger Labahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.wrsc2011.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie