Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was die Lebensprozesse im Innern zusammenhält

07.01.2016

Marburger Zellbiologie erhält DFG-Förderung in Höhe von einer Million Euro im renommierten Koselleck-Programm

Eine Forschungsgruppe an der Philipps-Universität Marburg will den Schlüsselprozessen des Lebens auf die Spur kommen. Dafür untersucht das Team um den Leibniz-Preisträger und Leiter des Marburger Instituts für Zytobiologie und Zytopathologie, Prof. Dr. Roland Lill, auf molekularer Ebene, wie in bestimmte Proteine die sogenannten Eisen-Schwefel-Cluster eingebaut werden. Diese Proteine sind an der Energiegewinnung, der Proteinsynthese sowie der DNA-Synthese und - Reparatur beteiligt – also an essenziellen Zell- und damit Lebensprozessen.


Der Marburger Zellforscher Prof. Dr. Roland Lill.

Foto: Rolf K. Wegst/Philipps-Universität Marburg


Eisen-Schwefelproteine sind an lebenswichtigen Prozessen der Zelle beteiligt.

Foto: Rolf K. Wegst/Philipps-Universität Marburg

Zur weiteren Erforschung dieser lebenswichtigen Prozesse erhielt Biochemiker Lill jetzt im Rahmen der Reinhart-Koselleck-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die nächsten fünf Jahre eine Förderung von einer Million Euro.

„Für die Bildung dieser für die Zellen lebenswichtigen Eisen-Schwefel-Verbindungen im Cytosol, das ist die lösliche Grundsubstanz im Zellinnern, ist eine komplexe Abfolge biochemischer Reaktionen notwendig. Insgesamt sind an der Synthese cytosolischer Eisen-Schwefelproteine 30 Proteine in den Mitochondrien und im Cytosol der Zelle beteiligt“, erklärt Roland Lill.

Das Zusammenwirken dieser einzelnen Proteine bei der Eisen-Schwefel-Proteinbildung gleiche den Produktionsabfolgen in einer komplizierten Maschine. Daher prägten Lill und sein Team den Begriff „CIA“ für die Cytosolische Eisenschwefel-Protein-Assemblierungsmaschinerie.

Die Forschenden um Lill identifizierten bisher elf sogenannte CIA-Proteine. „Wie diese Proteine genau arbeiten, wissen wir noch nicht und wollen es deshalb im Rahmen der Koselleck-Förderung herausfinden“, sagt Lill. In den nächsten fünf Jahren will er mit seinem Team die molekularen Mechanismen von drei CIA-Komplexen mit insgesamt sieben Proteinen erforschen. Dazu sollen die dreidimensionalen Strukturen der CIA-Komplexe bestimmt und deren genaue biochemische Funktion aufgeklärt werden.

Reinhart Koselleck-Projekte

Das nach dem deutschen Historiker (1923-2006) benannte Programm ist ein DFG-Förderinstrument. Durch besondere wissenschaftliche Leistungen ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern soll mit dem Programm die Möglichkeit eröffnet werden, in hohem Maß innovative oder im positiven Sinn risikobehaftete Projekte durchzuführen.

Weitere Informationen:

http://www.uni-marburg.de/fb20/cyto - Institut für Zytobiologie und Zytopathologie am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg
http://www.dfg.de/foerderung/programme/einzelfoerderung/reinhart_koselleck_proje... - Reinhart Koselleck-Projekte der DFG

Andrea Ruppel | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive

Nanoinjektion steigert Überlebensrate von Zellen

22.02.2017 | Physik Astronomie